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Spartanisch eingerichtet: Das Haus, das sich Felix Walch mit einem anderen Freiwilligen teilt.

Nichts für Zarbesaitete

Waldramer Felix Wach arbeitet auf den Philippinen

Wolfratshausen - Seit Juli dieses Jahres arbeitet der Waldramer Felix Wach freiwillig in einer Waldorfschule auf den Philippinen. In regelmäßigen Abständen berichtet er über seine Erlebnisse auf dem asiatischen Inselstaat.

Mit Rucksack, Basketball, Atlas und Flagge: Felix Wach vor seinem Abflug auf die Philippinen

Ich wohne in einem kleinen Ort namens Zarraga. In die nächste größere Stadt fährt man etwa 30 Minuten, manchmal dauert es eine Stunde – das ist vom Verkehr abhängig. Das Reisen ist aber nicht so einfach: Öffentliche Verkehrsmittel, wie man sie bei uns kennt, gibt es nicht. Es gibt lediglich zwei Arten, um sich fortzubewegen: Ein Tricycle , eine Art Moped mit Beiwagen, oder Jeepneys, alte amerikanische Jeeps, die zu kleinen Bussen umgebaut wurden. Man weiß nie, wann sie fahren, es gibt keinen geregelten Fahrplan. Also muss man am Straßenrand warten, und hoffen, dass irgendwann einer vorbeikommt.

Zwischen Reisfeldern und Palmen

Ich wohne in einem kleinen Haus, das ich mir mit einem anderen Freiwilligen teile. Jeder von uns hat dort ein kleines Zimmer. In meinem habe ich Platz für eine Matratze (mit Mückennetz) und einen kleinen Wandschrank. Wir haben einen kleinen Gasherd und einen Kühlschrank. Das war’s auch schon mit Luxus. Eine Dusche gibt es nicht. Wir waschen uns also ziemlich spartanisch mit kaltem Wasser aus einem Kübel.

Die Waldorfschule, in der wir arbeiten, ist sehr idyllisch gelegen. Inmitten von Reisfeldern, Palmen und Gestrüpp gibt es einige kleinere Bambushütten und ein großes Hauptgebäude – auch aus Bambus – mit einigen Klassenzimmern und dem Lehrerzimmer. Zur Schule gehören ein kleines Sportfeld mit Basketballkörben, ein Gemüsefeld und ein kleiner Bienenstock. Die Lehrer sind überwiegend junge Filipinos und Filipinas. Sie verdienen mit ihrer Arbeit sehr wenig, weil die Schule keine staatlichen Fördergelder erhält. Die Einrichtung ist also komplett auf Spenden angewiesen. 

Sein Spitzname: „der Riese“

Wir arbeiten hauptsächlich mit den Kindern zusammen. Wir dürfen im Unterricht dabei sein und übernehmen die Nachmittagsbetreuung im Kindergarten. Wir essen mit den Kindern, machen Aktivitäten mit ihnen, singen und lassen sie ausruhen. Außerdem leite ich ein Basketballtraining mit einigen Schülern. Wir haben von den Kleinen bereits Spitznamen bekommen: Die Kinder nennen uns „die zwei Riesen“ – Menschen mit einer Körpergröße von über 1,90 Meter sind hier in Asien eher selten.

Spartanisch eingerichtet: Das Haus, das sich Felix Walch mit einem anderen Freiwilligen teilt.

Es ist sehr schön, die Herzlichkeit der Menschen zu erleben. Alle grüßen freundlich, man merkt, dass unsere Arbeit geschätzt wird. Zusammen mit den Lehrern unternehmen wir viel. Wir waren im Kino, einige Male beim Essen, und bei zwei „OpenMic-Events“ in einer Bar. Hier kommen lokale Künstler zusammen und singen oder tragen Gedichte vor. Wir mussten auch unsere Fähigkeiten an der Gitarre beweisen. In den Schulferien, wenn wir frei haben, bereise ich die Inseln und erkunde die – für uns Mitteleuropäer – ungewohnte, aber schöne Landschaft. Mein erstes Fazit fällt positiv aus. Die Menschen sind unglaublich nett und hilfsbereit, die Arbeit in der Schule macht Spaß. Allerdings ist das Leben hier nichts für Zartbesaitete: Manchmal fällt der Strom aus oder die Wasserversorgung streikt. Luxus gibt es nicht. Auch die Insekten sind ein Ärgernis.“

Zusammengefasst von Dominik Stallein

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