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Steine prüfen, Unkraut jäten: Pfarrerin Elke Eilert würde sich über helfende Hände freuen.

Unkraut, Steine, Vandalismus

Waldramer Labyrinth braucht Hilfe

Waldram – Es hat einen Durchmesser von etwa zehn Metern und soll helfen, den eigenen Lebensweg zu überdenken. Nun braucht das Kretische Labyrinth von Waldram selbst Hilfe.

Keine hohen Hecken, keine Sackgassen, kein Aussichtsturm in der Mitte: Der Irrgarten von Waldram ist anders als andere Irrgärten. Er geht auf eine Aktion des Wolfratshausers Gernot Keil zurück und wurde nach einjähriger Bauzeit im Juli 2000 auf der hinteren Grünfläche des Evangelischen Gemeindehauses an der Remigerstraße in Waldram eingeweiht. Inzwischen ist er ein wenig in die Jahre gekommen. „Wir suchen Freiwillige, die uns bei der Pflege helfen“, sagt Pfarrerin Elke Eilert.

Das Labyrinth wurde mit Isarkieseln gestaltet. Im Mittelpunkt stehen die Sonne als Symbol der Auferstehung, das Kreuz als Ort, wo sich Himmel und Erde berühren, der Kreis als Sinnbild des Lebens, sieben Gehspuren als Vertreter der Himmelskörper Mond, Venus, Mars, Sonne, Merkur, Jupiter und Saturn, die die Erde umkreisen. Bis vor kurzem haben hier noch Führungen stattgefunden. Das Labyrinth kann aber auch jederzeit von jedermann für eigene Meditationen und zum Nachdenken genutzt werden. Denn das ist der Zweck dieses Irrgartens: In sich gehen, zur Ruhe kommen, darüber zu sinnieren, ob der eingeschlagene Weg der richtige ist oder ob man einen anderen wählen sollte.

Damit das weiterhin geschehen kann, muss Hand angelegt werden. „Die Steine müssen immer wieder überprüft werden“, erläutert die Pfarrerin weiter. „Manche haben sich durch das Wurzelwachstum gelockert und müssten mit Mörtel befestigt werden.“ Auch die Höhe der Steine spielt eine Rolle. „Liegen sie nicht tief genug, bleibt der Rasenmäher hängen.“

Außerdem muss Unkraut gezupft werden, die Büsche und Hecken außenrum könnten einen Frühjahrsschnitt vertragen. „Ich finde“, lobt Eilert, „dass allein der Bau und die Erhaltung dieses naturnahen Labyrinths eine mehr als beachtliche Leistung ist. Es wäre schade, das alles aufgeben zu müssen.“ Der Besuch des Labyrinths steht übrigens jedermann frei. „Man muss nicht einmal Hausfriedensbruch begehen“, sagt Eilert und deutet auf die Hinweistafel am Zaun. „Man muss nur zwei Gartentore aufmachen.“

Info

Wer im Pflegeteam des Labyrinths mitarbeiten möchte, kann sich bei Pfarrerin Elke Eilert unter Ruf 08 17 1/ 26 77 78 oder per E-Mail an elke.eilert@elkb.de melden.

sh

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