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Spende für den Sprachkurs: Die Schüler (Mittel v. li.) Johanna, Juliane, Lukas und Stefan übergaben die 270 Euro symbolisch an (v. li.) Tanja Raitzheim, Dr. Gisela Weber-Grunwald, Elisabeth Süßmann und Rose Scharf (re.) vom Asylhelferkreis. Mit dem Geld sollen Blöcke und Stifte für die Sprachkurse gekauft werden, die Ehrenamtliche für Asylbewerber geben. (Klick für großes Bild)

Pausensnack für guten Zweck

Waldramer Schüler sammeln Spenden für Asyl-Helferkreis

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Wolfratshausen – Hilfe beim Deutsch lernen: Waldramer Schüler verkauften Plätzchen und spendeten 270 Euro an an den Asylhelferkreis.

Um die Deutschsprachkurse für Flüchtlinge finanziell zu unterstützen haben sich die fünften bis siebten Klassen der Schule Waldram unter Federführung von Religionslehrerin Hanna Wank eine ganz besondere Aktion einfallen lassen: In der Adventszeit griffen sie zu Teig und Nudelholz und buken Plätzchen in Buchstabenform. „Die haben wir dann für 25 Cent pro Stück in den Pausen verkauft“, erzählt Stefan (12). Zusammen gekommen ist dabei eine Summe von 270 Euro. Das Geld haben die Schüler vor kurzem an Dr. Gisela Weber-Grunwald von der Asylhilfe Wolfratshausen übergeben. Mit der Spende sollen Blöcke und Stifte gekauft werden.

Der Unterricht findet seit mehr als zwei Jahren zweimal wöchentlich morgens um 8.15 Uhr und um 10 Uhr statt. Die etwa 20 Teilnehmer pro Gruppe kommen aus Syrien, Nigeria, Afghanistan und dem Irak, die Lehrstunde halten Ehrenamtliche. „Aber wir brauchen dringend noch weitere Lehrer“, betont Weber-Grunwald im Hinblick auf die im April in der Loisachstadt erwartete weitere Gruppe an Hilfesuchenden.

Unterrichtet werden soll auf vier verschiedenen Niveaus, je nach Vorbildung und Fortschritt. „Doch das klappt nicht immer“, sagt die Ehrenamtliche ganz offen. „Manchmal sitzen bei denen, die schon weiter sind, auch Menschen, die nahezu Analphabeten sind. Wir müssen immer wieder unser Programm umstoßen.“ Nichtsdestotrotz: Ohne ausreichende Sprachkenntnisse ist eine Eingliederung der Flüchtlinge schlecht möglich. Wie schwierig es ist, sich im Alltag nicht verständigen zu können, probierten die Schüler vor ihrer Aktion im Selbstversuch aus. „Bei uns gehen zwei Kroaten in die Klasse“, erzählt Lukas (14). „Wir haben sie gebeten, zwei Stunden lang nur in ihrer Heimatsprache mit uns zu reden – und haben Null kapiert.“

sh

Info

Wer Sprachhilfe geben möchte, kann sich bei Gisela Weber-Grunwald melden, per E-Mail an die Adresse giselawg@gmx.de oder unter der Telefonnummer 0176/93 77 20 77.

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