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Ausreißer: Kater Findus mit seinem Frauchen Theresa Samm.

Tiergeschichten

Warum Kater Findus in Wolfratshausen bekannt ist wie ein bunter Hund

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Weil Findus oft ausreißt und nicht mehr heimfindet, ruft Frauchen Theresa Samm regelmäßig via Facebook zur Suche auf. In Wolfratshausen ist der Kater längst ein Star.

Wolfratshausen – Als Theresa und Doris Samm ihrem Kater vor etwa acht Jahren seinen Namen gaben, müssen sie eine Vorahnung gehabt haben. So oft wie der rot-weiße Vierbeiner seitdem von seinen Ausflügen durch die Wolfratshauser Innenstadt nicht mehr heimgefunden hat und nach ihm gefahndet werden musste, konnte er nur so heißen: Findus. Bis jetzt war der Name Programm. Tochter und Mutter haben ihren Aufreißer immer wieder in die Arme schließen dürfen – auch dank vieler empathischer Mitsucher in der Facebook-Gruppe „Du bist aus Wolfratshausen, wenn ...“. In der ist der Strawanzer mittlerweile ein Star.

Raus aus dem Haus der Samms am Josef-Schnellrieder-Weg unterhalb des Bergwalds darf der Kater „schon, seit er klein ist“, sagt die 20-jährige Theresa. Anfangs sei sein Revier nicht groß gewesen und er immer von selbst heimgekommen. Doch vor gut einem Jahr weitete der Freigänger seine Trips aus. Oft läuft er mit Kindern mit, die mag er. Auf dem Aldi-Parkplatz wurde er bereits gesichtet, am Kino und am Bahnhof.

Was den Abenteuertrieb ihres Katers weckte, können die Samms sich nicht erklären. Zwar hat die Familie im vergangenen Dezember Zuwachs in Form eines zugelaufenen jungen Kätzchens erhalten. „Aber die beiden verstehen sich“, sagt Theresa. Überdies finde Findus oben in der Wohnung ihrer Mutter seine Ruhe, falls ihm die verspielte Pumuckl, die unten bei ihr lebt, zu wild werde. „Das mit Findus’ Ausflügen hat außerdem begonnen, bevor die Kleine zu uns gekommen ist.“ Eifersucht als Motivation zum Vagabundieren scheidet für Theresa Samm also aus. Sie hat schon medizinische Gründe in Erwägung gezogen, „Demenz etwa oder gar einen Hirntumor“. Denn er läuft ja nicht weg, sondern findet einfach nicht mehr den Weg zurück, wie eine Katze das normalerweise tut. Das würde auch Findus’ Verhalten erklären, sobald er eingefangen ist. Erst, sagt die 20-Jährige, „bleibt er ganz ruhig auf dem Arm. Aber wenn wir nahe unserer Straße sind, erkennt er das, wird unruhig, will runter und selbst nach Hause laufen.“ Etwa zehnmal war der Kater – nach menschlichen Maßstäben würde man ihn vollschlank nennen – mittlerweile verschollen. Zuletzt am 30. Oktober. Anfangs war das für Tochter und Mutter „ganz furchtbar. Du malst dir das Schlimmste aus, zumal unsere vorherige Katze überfahren wurde“. Mittlerweile hat sich Routine im Hause Samm eingestellt: An den ersten beiden Tagen, an denen das Tier mit dem auffälligen lachsfarbigen Halsband samt Adressenschild verschwunden ist, bleibt Theresa, die beim BRK-Rettungsdienst arbeitet, „ganz ruhig“. Erst wenn sie in der Facebook-Gruppe einen Hilferuf absetzt, „beginne ich mir Sorgen zu machen“.

Bleibt Findus nach dem vierten Tag weiterhin aus, werde es kritisch. „Bis jetzt“, sagt die 20-Jährige, „ist es aber immer gut gegangen“ – obwohl der Zustand des Katers mitunter erbärmlich war. Einmal kehrte er „ganz dünn“ zurück, ein anderes Mal war er über und über mit Schlamm bedeckt. Damals war er sich offensichtlich selbst nicht mehr geheuer, „hat sich sogar eine ausgiebige Dusche gefallen lassen“ und Schwester Pumuckl mit einem Nasenbussi begrüßt. So happy war er.

Inzwischen denkt Theresa Samm darüber nach, für Findus eine eigene Facebook-Seite einzurichten. Die Anregung kam aus der Gruppe. Wie auch eine weitere: Die Samms sollten ihren Herumtreiber doch umtaufen, riet ein User: in „Findmi“.

peb

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