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Ob Leitungs- oder Kranwasser, Gänsewein oder Quell des Lebens: Laut den Stadtwerken lässt sich das Wasser im Landkreis bedenkenlos trinken.

Weltwassertag

Experte: Warum Leitungswasser oft viel besser als so manches Mineralwasser ist

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
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Am 22. März ist Weltwassertag. Ein passender Anlass nachzuschauen, wie es im Landkreis mit dem lebensnotwendigen Nass ausschaut. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Fast zwei Milliarden Menschen auf der Welt haben keinen dauerhaften Zugang zu sauberem Trinkwasser. Das besagt der jährliche Wasserbericht der UNESCO, den sie kurz vor dem Weltwassertag an diesem Freitag veröffentlicht hat. Daraus geht auch hervor: In Deutschland sind fast 100 Prozent aller Haushalte an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen und werden mit Trinkwasser versorgt, das laut Umweltbundesamt die Qualitätsanforderungen erfüllt.

Wie gut das Sauer- und Wasserstoffgemisch ist, das im Landkreis aus dem Hahn fließt, kann jeder auf der Internetseite seiner Gemeinde oder der jeweiligen Stadtwerke nachsehen. „Wir haben eine sehr gute Qualität“, sagt Wolfgang Stahl, Wassermeister der Stadtwerke Bad Tölz. Er weiß das, weil das Leitungswasser zwölfmal im Jahr mikrobiologisch und zweimal jährlich chemisch untersucht wird.

Das Tölzer Wasser kommt aus Gaißach-Rain und Bibermühle im Gemeindebereich Wackersberg. Mittels Tiefbrunnen und Trinkwasserpumpen gelangt das Grundwasser über die Hochbehälter direkt in das 173 Kilometer lange Leitungsnetz. Eine Aufbereitung braucht es nicht, ebenso wie in Wolf-ratshausen. Hier wird das kühle Nass in der Nähe des Bergkramerhofs gefördert und über das 110 Kilometer lange Leitungsnetz an die Bürger verteilt, erklärt Thomas Fritz, Vorstand der Stadtwerke Wolfratshausen.

Dass es unproblematisch aus der Leitung sprudelt, ist meist selbstverständlich – aber nicht immer (siehe Kästen unten). Auch in Geretsried und Königsdorf forderte das Trinkwasser aus Wiesen eine Zeit lang erhöhte Aufmerksamkeit. Über Jahre musste es immer wieder gechlort und abgekocht werden, weil Keime gefunden worden waren. Seit zwei Jahren sorgt eine Ultrafiltrationsanlage dafür, dass durch das 145 Kilometer lange Leitungsnetz Wasser fließt, das laut Stadtwerke-Vorstand Jan Dühring „einwandfrei“ ist.

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Warum Leitungswasser oft viel besser als so manches Mineralwasser ist

Er selbst hat immer einen frisch gezapften Krug zum Trinken auf seinem Schreibtisch. Auch für Stahl und Fritz ist klar, dass am liebsten das eigene Wasser im Glas landet. „Es ist besser als so manches Mineralwasser“, sagt Wolfratshausens Stadtwerke-Chef.

Einziges Manko, das viele Landkreisbürger mit Blick auf Wasserhähne oder in den Wasserkocher nervt: Der Kalk. In allen drei Städten ist der Härtegrad mit drei hart. „Das ist nicht gesundheitsschädlich, nur lästig“, betont Geretsrieds Stadtwerke-Vorstand. Laut Wolfgang Stahl hat der Kalk sogar Vorteile: „Er ist für den Geschmack gut und ist gesund.“ Andernorts müssten Kinder teilweise Tabletten nehmen, um einen Nährstoffmangel auszugleichen. „Unser Wasser ist durch die Kalkalpen reich an Kalzium und Magnesium.“

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Die Wasserhärte definiert sich nach dem Waschmittelgesetz in weich, mittel und hart. Sie soll anzeigen, wie der Kleiderreiniger korrekt dosiert wird. Zum Wäschewaschen verbraucht ein Mensch am Tag etwa 30 Liter, informieren die Stadtwerke Geretsried. Der geringste Anteil entfällt aufs Kochen und Trinken mit drei Litern. Wie viel Wasser ein Landkreisbürger am Tag verbraucht, wird nicht erfasst. „Der Durchschnitt in Deutschland liegt bei 125 Litern, wir gehen davon aus, dass es bei uns nicht anders ist“, erklärt Thomas Fritz aus Wolfratshausen.

Kaum überraschen dürfte, dass morgens und abends am meisten Wasser verbraucht wird. Aber auch in der tiefsten Nacht laufen die Wasserzähler. „Der Wasserverbrauch ist dann zwar bei weniger als der Hälfte vom Tag, aber auf Null ist er nie“, erklärt der Geretsrieder Stadtwerke-Vorstand und verweist auf Firmen mit Nachtarbeit und Rohrleitungsverluste.

Egal, wofür Wasser verbraucht wird: Am Ende landet es im Abfluss, fließt in die Kläranlage und wird nach sorgfältiger Reinigung den Flüssen zugeführt – es hätte aber Trinkwasserqualität. Thomas Fritz: „Über den Wasserkreislauf haben wir es irgendwann wieder in der Leitung.“

sw

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