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Der Steg am Loisach-Isar-Kanal: Hier soll ein Wasserkraftwerk gebaut werden.

Geplantes Wasserkraftwerk

An der Zufahrt scheiden sich die Geister

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Wolfratshausen - Die Baustelle für das geplante Wasserkraftwerk am Loisach-Isar-Kanal soll über Waldram erschlossen werden. Nicht überall kommt das gut an. Einige Anwohner sammeln dagegen Unterschriften.

Süd oder Nord? Über die Zufahrt zur Baustelle für das geplante Wasserkraftwerk am Loisach-Isar-Kanal hatten sich schon die Wolfratshauser Politiker die Köpfe zerbrochen. Das Ergebnis: Statt der von den Projektpartnern Bayernwerk Natur und Stadtwerke Bad Tölz favorisierten Variante über Farchet und die Mehrzweckhalle befürworteten sie eine Erschließung von Süden her, also von Waldram (wir berichteten). Der Stadtrat war der Ansicht, dass hier ein weitaus geringerer Eingriff in die Natur nötig wäre als auf der nördlichen Seite und dass weniger Anwohner belastet würden. Diese Entwicklung behagt einigen Anwohnern im südlichsten Wolfratshauser Stadtteil gar nicht. Sie sammeln seit einigen Tagen Unterschriften. „Aber nur gegen die Zufahrt in der jetzt geplanten Form“, betont eine der Initiatorinnen, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Das Kraftwerk an sich, ergänzt sie, „diese Idee finden wir alle sinnvoll“. Ihr Anliegen sei es, den Verantwortlichen auch die Sichtweise direkt betroffener Bürger zukommen zu lassen.

Bleibt es bei der Planung, fährt der Baustellenverkehr von der B11 über die Sudetenstraße zur Brücke an der Grubigsteinstraße und über den Fuß- und Radweg am Kanal zur Baustelle. Auf der „Hundewiese“ könnten die Fahrzeuge wenden und zurückfahren. Rathauschef Klaus Heilinglechner zufolge werde man aber auch prüfen, ob Alternativen für den Rückweg denkbar wären.

Auf Unverständnis stößt bei den Anwohnern vor allem die Tatsache, dass die Strecke, die Lastwägen und sonstige Baufahrzeuge entlang des Südufers zurücklegen müssten, drei- bis viermal so lang wäre wie am Nordufer. Etwa 20 Wohnhäuser am Kanal wären direkt von Lärm, Staub und Dreck betroffen.

Hinzu komme, dass die Baufahrzeuge ein gefährliches Nadelöhr am Kindergarten an der Sudetenstraße passieren müssten, und dass der Rad- und Spazierweg sehr schmal sei. Eine Verbreiterung komme kaum in Frage, da an einer Seite der Kanal verläuft und auf der anderen Seite Hecken und Grundstücksgrenzen. „Wie da breite Baufahrzeuge durchkommen sollen, ist rätselhaft“, so die Meinung der Anwohner. Die Zufahrt von der Mehrzweckhalle aus sei dagegen entlang des Kanals unbebaut und könne ohne weiteres verbreitert werden. „Uns erscheint es somit nicht nachvollziehbar, warum die Stadt Wolfratshausen eine andere Planung durchsetzen will“, schreiben sie in ihrer Begründung, die auch Peter Basche vorliegt.

Der Projektleiter von Bayernwerk Natur begrüßt das Engagement der Bürger, verweist aber darauf, dass die Entscheidungshoheit beim Landratsamt liegt. Basche betont, dass das Wasserkraftwerk ein vergleichsweise überschaubarer Bau sei. Man rechne mit einer Bauzeit von acht bis zehn Monaten. Insgesamt würden in dieser Zeit 150 bis 200 Betonlaster durch Waldram fahren. Im Schnitt wären das einer oder zwei am Tag – zu Zeiten, in denen viele Menschen in der Arbeit seien. „Ich habe absolutes Verständnis für die Bedenken der Anwohner“, betont Basche. „Aber vielleicht helfen diese Zahlen ja dabei, ihnen diese Bedenken ein Stück weit zu nehmen.“

Auch Bürgermeister Klaus Heilinglechner macht den Unterschriftensammlern wenig Hoffnung. „Der Stadtrat hat das so gewollt, das ist beschlossen.“ Ihm sei klar, dass man bei einem Projekt dieser Größenordnung immer Unzufriedenheit auslöse, „aber irgendwann muss man sich halt einmal festlegen“. Auch Heilinglechner betont, dass jetzt die Kreisbehörde am Zug sei. Neue Informationen, das habe seine Nachfrage am Montag ergeben, seien jedoch erst im Sommer zu erwarten.

Den Termin zur Übergabe der Unterschriften, den er für Donnerstag im Kalender stehen hat, kann Heilinglechner vermutlich streichen. Die Anwohner denken darüber nach, sich direkt ans Landratsamt wenden.

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