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Vorsicht ist geboten: Wer zur S-Bahn läuft, sollte genau hinschauen. Der Schneematsch auf dem Bahnsteig ist tückisch. 

Pendler klagen

Weg zum Zug wird zur ärgerlichen Rutschpartie

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Wolfratshausen - Die S-Bahn-Pendler sind sauer. Sie beklagen sich über den schlecht geräumten Bahnsteig. Schnee und Schneematsch machen den Weg zum Zug zur Rutschpartie. Die Bahn verspricht Abhilfe.

Während die Gehwege an der Bushaltestelle piccobello geräumt sind, gleicht der Weg zur S-Bahn zur Zeit einer Schlitterpartie. Vorsichtig setzen die Pendler auf dem Bahnsteig einen Fuß vor den anderen, immer wieder rutscht einer von ihnen weg. „Die Bahn könnte wirklich ein bisschen besser räumen“, schimpft ein Wolfratshauser (45), der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Tatsächlich ist der Bahnsteig zwar mit Kies gestreut und notdürftig geräumt. Es liegt aber immer noch so viel Schnee, dass er, nachdem er im Lauf des Tages aufgeweicht und richtig sulzig geworden ist, das Vorankommen schwierig macht. Eine Frau, die ein bisschen spät dran ist, rutscht auf ihrem eiligen Weg zur S-Bahn immer wieder weg. Markierungen wie der Blindenleitstreifen oder der weiße Strich sind nicht zu erkennen.

Auch Gregor Kleine ärgert sich über den derzeitigen Zustand des Bahnsteigs. Der Wolfratshauser ist seit 2010 ehrenamtlicher Bahnhofspate und meldet Störungen, zum Beispiel bei der Beleuchtung. Vor jedem Winter bekommt er – wie jeder andere Pate auch – einen Leitfaden zugeschickt, der zeigt, wie der Winterdienst auszusehen hat. Darin ist unter anderem geregelt, auf welcher Länge und Breite Bahnsteige von Schnee und Eis befreit werden müssen, wo der Schnee gelagert wird und welche Mittel zur Abstumpfung verwendet werden dürfen. Mit Hilfe von Fotos zeigt die Bahn zudem, wie ein geräumter Bahnsteig auszusehen hat – und wie er auf keinen Fall aussehen darf.

Zentimeterdicker Schnee bis zur Bahnsteigkante

In Wolfratshausen, beklagen Kleine und andere Pendler, liege der Schnee zentimeterdick bis zur Bahnsteigkante. Der Sicherheitsstreifen sei weder frei geräumt noch gesalzen. „Auf dem Bahnsteig“, schreibt Kleine in seiner Mail an unsere Zeitung sowie an die Bahn, liegt vom Starkschneefall der letzten Woche festgetrampelter Schnee, der tagsüber stark sulzig wird und dann leicht entfernt werden könnte. Aber es ist weit und breit kein Winterdienst zu sehen.“ Außerdem habe er den Eindruck, dass im Gegensatz zu den Gemeinden, die ihre Gehwege mit Salz wunderbar frei bekommen, auf den Bahnsteigen gar kein Tausalz eingesetzt werde. Laut Leitfaden wäre das durchaus erlaubt. Aber: „Es werden nur ein paar Kieselchen gestreut. Kann es sein, dass es dem Subunternehmer zu teuer ist, Salz zu kaufen und er auf Kosten der Sicherheit der Fahrgäste seinen Gewinn optimiert?“ fragt der Pate.

Bahn ist „auch nicht zufrieden“ und entschuldigt sich

Das ist nicht der Fall, antwortet ein Bahn-Sprecher auf Nachfrage. Er gibt den Pendlern jedoch recht. „Wir sind mit der Situation am Wolfratshauser Bahnsteig auch nicht zufrieden und mit dem zuständigen Subunternehmer bereits im Gespräch.“ Man wolle zügig Abhilfe schaffen und könne sich bei den S-Bahn-Fahrern nur entschuldigen.

Nicht nur Gregor Kleine hofft, dass den Worten schnell Taten folgen. „Am Donnerstag soll es bei drei Grad plus regnen. Wenn der Regen auf den festgetrampelten Schnee trifft, dann haben wir einen dicken Eispanzer.“

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