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Bis zu acht freiwillige Helfer arbeiten in einer Ausgabestelle der Tafel Geretsried-Wolfratshausen. Doch laut Vereinsvorsitzendem Peter Grooten ist der Ansturm der Bedürftigen von den Ehrenamtlichen nicht mehr zu bewältigen.

Keine neuen Bezugsscheine für Bedürftige

Wegen Flüchtlingsflut: Tafel verhängt Aufnahmestopp

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Geretsried/Wolfratshausen - Die Leistungsgrenze ist überschritten: Die Tafel Geretsried-Wolfratshausen wird keine neuen Lebensmittel-Bezugsscheine für Bedürftige mehr ausstellen.

Noch ist der Aufnahmestopp nicht beschlossen. Die Entscheidung obliegt den Mitgliedern der Tafel, die sich am 4. Februar zur Jahresversammlung treffen. Vereinsvorsitzender Peter Grooten hält die Maßnahme allerdings für unausweichlich: „Eventuell zeitlich begrenzt, sagen wir mal bis März“, erläutert der Geretsrieder auf Nachfrage.

Die Tafel sagt: Der Ansturm ist nicht mehr zu bewältigen

Derzeit gibt es in Geretsried und Wolfratshausen unterm Strich rund 500 Personen, die einen von der Tafel ausgestellten Bezugsschein besitzen. Darunter viele, die Lebensmittel für mehrere Personen an der Ausgabestelle an der Geretsrieder Jeschkenstraße beziehungsweise Am Wasen in Wolfratshausen abholen. Insgesamt versorgen die Ehrenamtlichen mehr als 1600 Frauen, Männer und Kinder. Noch reichen laut Grooten zwar die gespendeten Lebensmittel, doch der Ansturm sei von den freiwilligen Helfern nicht mehr zu bewältigen. Zudem reiche der Platz im Wolfratshauser Jugendhaus La Vida nicht aus. „Das Ganze ist nicht mehr zu stemmen“, stellt Grooten fest.

Das Angebot ist besonders bei Asylbewerbern beliebt

Die Tafel-Kunden kommen längst nicht mehr nur aus Wolfratshausen und Geretsried. Bezugsscheine haben auch viele Asylbewerber, die in Münsing, Egling, Eurasburg und Icking untergebracht sind, berichtet Grooten. Angesichts der Tatsache, dass am Geretsrieder Schulzentrum, auf der Geretsrieder Böhmwiese sowie an fünf Standorten in Wolfratshausen weitere Behelfs- und Notunterkünfte für mehrere hundert Flüchtlinge errichtet werden sollen, „müssen wir jetzt etwas tun“, sagt Grooten. „Jetzt – und nicht erst, wenn die Menschen da sind.“ Ein Aufnahmestopp sei „auch ein Signal an die Regierung von Oberbayern“ – sowie ein Appell an die Bürgermeister: „Vielleicht kann man uns ja doch noch größere Räume zur Verfügung stellen.“

Bereits im November hatte die Tafel ihr Angebot wie berichtet eingeschränkt. Die Bedürftigen in Wolfratshausen werden seither nur noch im 14-Tages-Rhythmus unterstützt. Entscheidend sind die ersten drei Ziffern auf dem Berechtigungsausweis. Die Empfänger in Wolfratshausen sind in zwei Hälften geteilt worden – in einer Woche bekommen Bedürftige mit einer geraden Nummer Lebensmittel, in der darauffolgenden Woche die mit ungeraden Nummern. Das Prinzip hat sich laut Grooten bewährt, „doch der Druck hält unverändert an“.

cce

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