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Wegen Omikron-Variante: Schulen streichen Klassenfahrten bis Ostern

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Von: Doris Schmid, Felicitas Bogner

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Heuer leider nicht: Aufgrund der Omikron-Variante fallen bis Ostern Skilager und andere Klassenfahrten aus. Gymnasium Icking verschiebt die Studienfahrten Realschule Tölz setzt auf Tages-Exkursionen
Heuer leider nicht: Aufgrund der Omikron-Variante fallen bis Ostern Skilager und andere Klassenfahrten aus. Gymnasium Icking verschiebt die Studienfahrten Realschule Tölz setzt auf Tages-Exkursionen © Pixabay

Viele Schüler sind enttäuscht: Vorerst bis Ostern müssen sie wegen der steigenden Infektionszahlen auf Klassenfahrten und Skilager verzichten. Die Schulleiter zeigen Verständnis für die Entscheidung des Kultusministeriums.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Bis zu den Osterferien wird es aufgrund der Omikron-Variante keine Klassenfahrten geben – so will es das Kultusministerium. Das sorgt bei den Schülern für enttäuschte Gesichter. Auch die Rektoren bedauern die Absage. Dennoch sind sie sich einig, dass ein mehrtägiger Ausflug aktuell schlichtweg zu gefährlich wäre.

Im Kollegium an der Wolfratshauser Mittelschule habe man schon befürchtet, dass es „noch zu früh für eine sichere Planung von Schülerfahrten ist“, sagt Schulleiter Frank Schwesig. Aus diesem Grund habe man für dieses Schuljahr nichts geplant – normalerweise finden die Klassenfahrten Ende des Schuljahres statt. „Wenn es die Lage erlaubt, werden wir unser Schulleben mit Tagesausflügen und Exkursionen wieder bereichern.“

Am Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium in Icking hatten sich die Sechst- und die Siebtklässler auf das Skilager gefreut. „Angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante und den damit verbundenen Quarantäne-Auflagen“ sei man allerdings nicht in der Lage, die Fahrten stattfinden zu lassen, sagt Schulleiter Stefan Nirschl. Auch die vor Ostern geplante Romfahrt in zwei neunten Klassen sowie die Studienfahrten in der Q11 seien davon betroffen. „Wir bemühen uns nun, für die siebten Klassen Fahrten im Sommer zu organisieren, um auf diesem Weg unseren Schülerinnen und Schülern ein gemeinschaftliches Erlebnis außerhalb der Schule zu ermöglichen.“ Die Studienfahrten sollen auf das nächste Schuljahr verschoben werden. Gut schaut es für die Berlin-Fahrten der 10. Klassen Anfang Juli und die Orientierungstage der Achtklässler aus. Nirschl: „Den Austausch mit unserer Partnerschule in Ungarn planen wir für Mai. Hier hoffen wir auf etwas mehr Glück und auf eine endemische Lage.“

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Ähnlich stellt sich die Lage am Geretsrieder Gymnasium dar: Das Skilager ist gestrichen, den England-Austausch hat laut Direktor Christoph Strödecke die Partnerschule bereits abgesagt. Der Austausch mit Frankreich „wäre tatsächlich auch vor Ostern gewesen“, so der Schulleiter. Aber da gebe es noch Hoffnung für eine Alternative, sofern es die Corona-Pandemie zulasse. „Noch thematisieren müssen wir die Berlin-Fahrt“, kündigt der Pädagoge an. Ein Teil der Schüler wäre ebenfalls vor Ostern in die Bundeshauptstadt gereist. „Auch da müssen wir schauen, welche Möglichkeiten es noch gibt für heuer.“ Denn nach den Osterferien stehen erst einmal die Abiturprüfungen an. Das binde personelle Ressourcen. Immerhin gibt es einen Lichtblick für die Schüler, die jetzt ins Skilager gefahren wären. „Die Sportfachschaft plant, zum Schuljahresende eine Art Sommersportwoche für die siebte Jahrgangsstufe anzubieten“, sagt Strödecke.

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Kein anderes Bild zeichnet sich am Gabriel-von-Seidl-Gymnasium in Bad Tölz ab. „Wir haben aufgrund des jüngsten Schreibens des Kultusministeriums unser Skilager für die siebte Jahrgangsstufe absagen müssen“, verkündet Schulleiter Alexander Göbel und fügt hinzu: „Die Schüler freuen sich natürlich nicht darüber.“ Derzeit arbeite man an der Schule an einem sogenannten „Skilager-Dahoam-und-ohne-Lager-Konzept“, erklärt Göbel. Ob es zu einer Umsetzung kommt, sei noch nicht sicher. „Alle anderen Veranstaltungen, die noch offen sind, laufen nach den Osterferien“, berichtet er weiter. Dazu gehören etwa die Naturerlebnistage der achten Klassen in Berchtesgaden, die Berlin-Fahrt der Zehntklässler und die Probefahrten der Musiker. „Natürlich hoffen wir, dass wenigstens diese Veranstaltungen noch stattfinden können“, schließt Göbel zuversichtlich.

Die Tölzer Realschule ist von den Beschlüssen nicht direkt betroffen. Schulleiter Klaus Förster berichtet auf Nachfrage unserer Zeitung: „Wir haben alles rechtzeitig umgemünzt.“ Statt auf die herkömmlichen Abschlussfahrten der 10. Klassen setzt die Realschule nun auf vier eintägige Exkursionen. „So können sich alle Schüler vor der Fahrt zu Hause testen, und man geht kein Risiko wegen Übernachtungsstornogebühren ein“, erläutert Förster. Doch vergangenen Dezember schon musste die Realschule eine der Eintagesfahrten absagen. „Wir wollten nach Regensburg, aber als klar war, dass keine Weihnachtsmärkte stattfinden, haben wir den Ausflug sein lassen.“ Aufgrund der Bergnähe im Tölzer Land hält die Realschule sowieso kein Skilager ab. „Die nächste reguläre Fahrt ist die Sommersportwoche der 7. Klassen nach Inzell“, erklärt der Rektor und ergänzt: „Ob das dann wie geplant stattfinden kann, ist noch unklar.“ Dennoch hoffe er darauf. Denn: „Klassenfahrten sind ein wesentlicher Baustein vom Schulleben. Für die Schüler ist es wichtig, ihre Mitschüler und auch Lehrer mal aus einem anderen Blickwinkel als aus dem Unterricht kennenzulernen.“

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