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Gemeinsamer Blick in die Zeitung: (v. li.) Redaktionsleiter Carl-Christian Eick, Weihbischof Wolfgang Bischof und dessen Referent Michael Hartmann.

Bloß nicht jammern

Weihbischof besucht Redaktion

Wolfratshausen – Weihbischof Wolfgang Bischof (56) ist oft im Landkreis unterwegs. So spricht er beim Redaktionsbesuch über die Zusammenlegung von Pfarreien und die Neuerungen im Seminar St. Matthias.

Als Bischofsvikar ist er zuständig für die Seelsorgsregion Süd des Erzbistums München und Freising. Die Sorgen und Nöte der Pfarrer, die meist große Pfarrverbände zu betreuen haben, kennt er ebenso gut wie die Entwicklung am Spätberufenen-Seminar St. Matthias in Waldram. Das erzählte er bei einem Besuch mit seinem persönlichen Referenten Michael Hartmann in der Redaktion von Isar-Loisachbote und Geretsrieder Merkur.

Ein Thema waren die Neuerungen im Waldramer Seminar. Dort habe er sich kürzlich mit den ersten Seminaristinnen unterhalten, sagte Bischof. Wie berichtet steht das der Schule angeschlossene Wohnheim seit 1. August nicht nur angehenden Priestern zur Verfügung, sondern auch jungen Frauen und Männern, die einen sozialen Beruf ergreifen wollen. „Diese Öffnung begrüße ich“, sagte er.

Von seinen Besuchen in St. Matthias kennt der Weihbischof den Gymnasiallehrer Dieter Klug. Der sorgt als freier Mitarbeiter unserer Zeitung dafür, dass seit 16 Jahren jeden Freitag die Rubrik „Gott und die Welt“ mit Kolumnen von Pfarrern, Diakonen, Pastoralreferenten und Hospizseelsorgern erscheint. Dass Beiträge dieser Art gelesen werden, weiß Bischof aus eigener Erfahrung: Er schreibt regelmäßig Meinungsbeiträge für die Bild-Zeitung. Auch auf Facebook ist er seit zwei Jahren vertreten. Junge Menschen zu erreichen sieht Bischof als große Zukunftsherausforderung für die katholische Kirche. Warum nicht auch über das Internet? Online-Seelsorge sei längst ein wichtiger Bereich. Auf dem Portal „funcity“ etwa würden Theologen Rat geben.

„Wir können als Kirche in der Gesellschaft viel bewegen“: Weihbischof Wolfgang Bischof beim Besuch unserer Redaktion.

Thema in der katholischen Kirche sind immer wieder der Priestermangel und die Zusammenlegung von Pfarreien zu Pfarrverbänden. Seit kurzem firmieren beispielsweise die Geretsrieder Pfarreien Maria Hilf und Heilige Familie als Stadtkirche. Um die Seelsorger zu entlasten, habe das Erzbistum in den Regionen hundert neue Stellen für Verwaltungspersonal geschaffen, erklärte Bischof. So hätten die Seelsorger wieder mehr Zeit für ihre primäre Aufgabe: nämlich die Betreuung der Gläubigen. Auch Dekan Mario Friedl habe einen Antrag auf eine Verwaltungskraft gestellt, berichtete der Weihbischof. 

Eine erfreuliche Entwicklung sieht der Bischof darin, dass es unheimlich viele ehrenamtliche Helfer in den Pfarreien gebe – von den Erstkommunion-Betreuern bis zur Hospizbewegung. Man müsse den pastoralen Mitarbeitern den Rücken stärken, sagt Bischof: „Wir können als Kirche in der Gesellschaft viel bewegen, wenn wir uns nicht in unser Schneckenhaus verkriechen und darüber jammern, dass wir immer weniger werden.“

So aufgeschlossen der Weihbischof den neuen Medien gegenübersteht, so konventionell mag er es privat: „Ich habe gerne etwas in der Hand, ob Buch oder Zeitung. Ich will umblättern statt über einen Bildschirm zu wischen. Und ich will sehen, wie viele Seiten eines Buchs ich schon gelesen habe.“ Diese Worte freuten die Zeitungsmacher des Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur natürlich besonders.

Von Tanja Lühr

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