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Die Schule am Hammerschmiedweg: Geht es nach der Projektgruppe soll hier die fusionierte Mittelschule unterkommen

Stadtrat

Schulfusion: Waldram oder Hammerschmiedweg?

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Wolfratshausen - Ein Gutachten soll Klarheit über die Wolfratshauser Mittelschulfusion bringen. Über den Standort sind sich die Stadträte jedoch uneins. Sie beschlossen nur eine Variante zu prüfen.

Es besteht dringender Handlungsbedarf. Zumindest darüber sind sich die Wolfratshauser Stadträte einig. Wie genau man in Sachen Schulentwicklung weiter vorgehen sollte, darüber gehen die Meinungen auseinander, wie sich vor kurzem im Stadtrat zeigte.

Wie berichtet hat eine Projektgruppe aus mehreren Stadträten zusammen mit Schulleitern und Schulamt ein Konzept entwickelt, das beide Standorte auf lange Sicht stärken soll: die Schule in Waldram und die am Hammerschmiedweg. Aus fünf Varianten hat die Gruppe solange aussortiert, bis zwei übrig waren. Die eine sieht vor, dass alles beim alten bleibt. Wird die andere realisiert, werden aus zwei Mittelschulen eine. Letzteres ist die Lieblingsvariante der Arbeitsgruppe. In diesem Fall würde die einzügige Waldramer Mittelschule an den Hammerschmiedweg verlegt. Diese müsste erweitert werden, unter anderem um eine Mensa. Die Waldramer Schule wäre dann eine reine Grundschule.

Günther Eibl (CSU): Wir sollten beide Standorte betrachten

Auf einen Beschluss des Stadtrats hin stellte die Stadt über das Schulamt eine Voranfrage auf Zusammenlegung der Mittelschulen bei der Regierung von Oberbayern, sobald die Hammerschmiedschule erweitert ist. Grundsätzlich kam das Ansinnen gut an, zu einer Entscheidung würde man sich aber erst in der Lage sehen, wenn ein Antrag und Planungen vorliegen, hieß es von Seiten der Regierung.

In der jüngsten Stadtratssitzung ging es darum, ein Planungsgutachten respektive eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben beziehungsweise ein Architekturbüro zu finden, das diese Leistung erbringt. Insbesondere die Schulleiter stehen zu dem Konzept, halten aber eine Machbarkeitsstudie für unabdingbar, um eine gewisse Planungssicherheit zu haben.

Fritz Meixner (SPD): Auf Waldram würde einiges zukommen. 

Vor allem die CSU tat sich jedoch schwer damit, in dieser Studie nur den Standort Hammerschmiedweg zu beleuchten. „Wir sehen das Konzept positiv“, sagte Günther Eibl. „Aber wir haben viel Geld in die Schule Waldram investiert“, ergänzte der Fraktionssprecher. „Da wäre es nur angemessen, wenn wir beide Standorte betrachten.“ Nur so könne man eine exakte Raumbedarfsplanung über beide Schulen machen. „Die 30 000 Euro sollten wir auch noch in die Hand nehmen.“ Sein Fraktionskollege Dr. Manfred Fleischer stimmte zu. „Für uns Bürger wäre es wichtig zu wissen, ob das, was wir wollen, vielleicht auch in Waldram geht, wo wir schon viel Geld reingesteckt haben.“ Wenn man in einem Plangutachten nicht einmal die Alternativen prüfe, „fragen wir uns schon, ob wir viele Millionen in einen Neubau investieren müssen“.

Kathrin Gschwendtner (Bürgervereinigung), Mitglied der Arbeitsgruppe, versuchte vergeblich, die Christsozialen zu überzeugen. „Natürlich haben wir uns Waldram angeschaut. Als Mittelschul-Standort würde das aber nicht funktionieren, weil man dann die Grundschule aufteilen und auch in Waldram noch einmal bauen müsste.“

Fritz Meixner (SPD) führte das noch detaillierter aus. Sollte man sich für den Standort Waldram entscheiden, müssten zehn Klassen dorthin verlegt werden, also rund 200 Schüler. Außerdem hätte man einen zusätzlichen Mensabedarf für 200 Schüler. „Wir müssten aufsatteln, aber wo?“ In Richtung Fleischer, der Meixner zuvor verbal in die Nähe eines Strebers gerückt hatte, stichelte der Sprecher der SPD-Fraktion, er habe das Gefühl, „Sie haben das nicht durchgearbeitet und ziehen die Arbeit der Gruppe ins Lächerliche“. Man habe die verschiedenen Optionen sehr akribisch durchdacht. Dazu zähle auch das Thema Verkehr. „Da würde einiges auf Waldram zukommen, würde man die Mittelschule dort ansiedeln.“

Gegen die CSU sowie Rudi Seibt (Grüne) beschloss der Stadtrat, das Thema Machbarkeitsstudie für den Hammerschmiedweg anzugehen.

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