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Fritz Meixner, Vorsitzender der SPD-Fraktionim Wolfratshauser Stadtrat.

Rettung der Surfwelle

„Wellenbrecher“: Wolfratshauser SPD wehrt sich gegen Vorwürfe

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Seit Dienstagnacht läuft eine weitere Spendenaktion zur Rettung der Surfwelle. „Es ist ein Rennen gegen die Zeit, aber ans Aufgeben denkt niemand“, betonen Katharina Maier und Jan Görner, Mitglieder des Vereins „Surfing Wolfratshausen“.

Wolfratshausen– Seit Dienstagnacht läuft eine weitere Spendenaktion zur Rettung der Surfwelle. „Es ist ein Rennen gegen die Zeit, aber ans Aufgeben denkt niemand“, betonen Katharina Maier und Jan Görner, Mitglieder des Vereins „Surfing Wolfratshausen“. Per E-Mail gingen bislang Spendenzusagen in Höhe von mehr als 46 000 Euro ein, berichtet der Initiator der Kampagne „Save the wave“, der Wolfratshauser Tilo Scheck. Die Crowdfunding-Plattform steht, jetzt können die Spenden laut Scheck direkt auf ein Konto überwiesen werden. Sollte die Welle definitiv nicht gebaut werden, wird das Geld zurückgezahlt, verspricht der 43-Jährige.

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Die Surfwelle war am Donnerstag auch Thema beim Stadtgespräch der SPD im Gasthaus Löwenbräu. Die fünfköpfige Stadtratsfraktion der SPD hatte es wie berichtet geschlossen abgelehnt, den städtischen Anteil an dem geplanten Projekt noch einmal zu erhöhen. 400 000 Euro gibt die Kommune – derzeit klafft aber eine Finanzierungslücke von 65 000 Euro, weil entsprechend weniger Fördermittel der EU fließen.

Fraktionschef Fritz Meixner verteidigte das Votum der Genossen, lobte den Surferverein und zeigte sich erschüttert von den zum Teil heftigen Reaktionen, die in sozialen Netzwerken auf die „Wellenbrecher“ der SPD einprasseln. „Was da diskutiert wird, ist nur die halbe Wahrheit“, sagte Meixner. Die SPD habe nicht Nein gesagt, weil 65 000 Euro fehlen. Sondern: Man gehe davon aus, dass es nicht bei den Gesamtkosten von knapp 800 000 bleiben werde. Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller rief in Erinnerung, dass die Welle seit Projektbeginn vor sechs Jahren immer teurer geworden sei. „Man hätte uns von Anfang an sagen können: Wenn wir das wollen, sollten wir mit Minimum einer Million Euro rechnen.“ Stattdessen habe man dem Stadtrat viel niedrigere Summen genannt – „und mit Speck fängt man Mäuse“, so Schnaller.

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Dass die Leader-Förderung um rund 65 000 Euro niedriger ausfällt als bis vor Kurzem erwartet, ist für den SPD-Ortsvorsitzenden Peter Fasching völlig unverständlich: „Ich habe nach zehn Minuten Internet-Recherche detailliert herausgefunden, welche Kosten Leader fördert – und welche nicht“.

Die persönlichen Angriffe im Netz schmerzen die Sozialdemokraten sehr. Nicht zuletzt, weil sie nicht aus dem Umfeld der Surfer stammen würden, sondern aus den Reihen des politschen Gegners, konkret der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW). Die BVW-Fraktion hatte – mit Ausnahme von Helmut Forster – geschlossen für die Aufhebung des städtischen Kostendeckels von 400 000 Euro gestimmt.

Der Surferverein „wird für den Wahlkampf instrumentalisiert“, stellte Meixner fest. Dass in sozialen Netzwerken wie Facebook der Eindruck erweckt würde, dass die Welle gerettet sei, wenn die fehlenden 65 000 Euro durch Spenden kompensiert würden, „finde ich falsch“, so der SPD-Fraktionschef. Denn es gebe noch weitere Bedingungen, die der Stadtrat im Februar an die 400 000-Euro-Zusage geknüpft habe: „Es fehlen zum Beispiel Festpreisangebote für viele Leistungen.“

„Der Rückhalt in der Bevölkerung ist enorm“, argumentieren die Vereinssprecher Maier und Görner. Die Wolfratshauser Welle sei „ein tolles Beispiel für den unglaublichen Zusammenhalt und für bürgerliches Engagement von Menschen, die gemeinsam etwas in die Hand nehmen“.  

dst/cce

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Spenden

für die Surfwelle kann man über die Crowdfunding-Plattform www.betterplace.org/de/projects/75574-save-the-wave.

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