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„Jung und Alt zusammenbringen“ lautet des Motto des Stadtkapellen-Vorsitzenden Christian Tomsu (li.). Einer der Jungen wurde im Rahmen der Jahresversmmlung geehrt. Vater Christian und Matthias Hammerl vom Musikbund Ober- und Niederbayern gratulierten Mathis Tomsu (gelbe Jacke) zum Erwerb des Leistungsabzeichens.

Spaß beim Spagat

Wenig Gäste: Stadtkapelle verzichtet auf Starkbierfest

Wolfratshausen – Die Stadtkapelle feiert im Jahr 2017 ihr 50-jähriges Bestehen. Bis dahin wollen die Musiker noch präsenter im Stadtleben werden. Zusätzliche Auftritte sollen dazu beitragen.

Das mit Reutberger Josefibock gefülltes Holzfass gehört eigentlich nicht zum Inventar. Üblicherweise treffen sich die Musiker der Stadtkapelle im Vereinsheim des Gebirgstrachten-Erhaltungsvereins „D‘Loisachtaler“ am Hans-Urmiller-Ring 57 zur Probe. Vor kurzem gab es einen anderen Anlass: Ihren Starkbieranstich, den die Musiker in den vergangenen beiden Jahren für die breite Öffentlichkeit organisiert hatten, der dieses Mal aber nur im kleinen Kreis stattfand (siehe Interview unten), verbanden sie mit der Jahresversammlung. Schriftführerin Kathrin Lorenz präsentierte zunächst erfreuliche Zahlen. Die Mitgliederzahl ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Besonders wichtig: Zu den rund 45 aktiven Musikern gehören elf Jugendliche. „Das Durchschnittsalter ist im Vergleich zu 2014 von 46 auf 43 Jahre gesunken“, rechnete Lorenz vor.

Diese Zahlen gefielen auch Matthias Hammerl, Bezirksleiter des Musikbundes Ober- und Niederbayern. „Die Förderung des Nachwuchses darf nicht vernachlässigt werden“, betonte er. In diesem Zusammenhang wünscht er sich eine engere Zusammenarbeit der Stadtkapelle mit der Musikschule und forderte die jungen Musiker dazu auf, Leistungsabzeichen zu machen. Bestes Beispiel dafür war im vergangenen Jahr der junge Trompetenspieler Mathis Tomsu, Sohn des Stadtkapellen-Vorsitzenden Christian Tomsu. Die Ehrenurkunde überreichte ihm Hammerl persönlich.

In seinem Vorstandsbericht dankte Christian Tomsu zunächst dem Dirigenten und Nachwuchsförderer Reiner Jorde: „Du schaffst den Spagat zwischen Arbeit und Spaß.“ Auch ihm sei es zu verdanken, dass im Schnitt 24 Musiker zu den Proben am Mittwoch kommen. Vergleichsweise schwach vertreten in der Stadtkapelle sei indes die Altersgruppe zwischen 18 und 30 Jahren. „Da müssen wir uns noch etwas einfallen lassen, wie wir die motivieren, zu uns zu kommen“, forderte Tomsu. Insgesamt habe ihm das vergangene Jahr aber viel Spaß gemacht. Der Stadtkapellen-Vorsitzende hob besonders die Uraufführung des neuen Feuerwehrmarsches im September (wir berichteten) und den traditionellen musikalischen Sommerabend im Hof des Humplbräus als Höhepunkte hervor. Auch die Auftritte mit dem achtköpfigen „Salonorchester“ der Stadtkapelle vermerkte er als positive Erfahrung.

Die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen, die voraussichtlich im Juli 2017 stattfinden werden, laufen bereits auf Hochtouren. „Wir sind wer in Wolfratshausen“, schloss Tomsu seinen Vortrag. Die Zahl der Auftritte soll deshalb weiter erhöht werden.

Interview: Warum gibt es heuer kein Starkbierfest?

Herr Tomsu, warum hat die Stadtkapelle in diesem Jahr kein Starkbierfest veranstaltet?

Unser zweites Starkbierfest in der Farcheter Mehrzweckhalle war nicht mehr ganz so gut besucht wie das erste beim Aujäger. Am Ende blieb viel Essen übrig.

Das heißt, die Veranstaltung war ein Verlustgeschäft?

Nein. Weil viel getrunken wurde, blieben am Ende sogar 366 Euro übrig. Die haben wir dann den Helfern des Bayerischen Roten Kreuzes gespendet.

Gab es noch andere Gründe für die Absage in diesem Jahr?

Wir wollten unbedingt wieder in die Farcheter Mehrzweckhalle, die aber vor einigen Monaten auch für eine Belegung mit Flüchtlingen infrage kam. Dieses Planungsrisiko wollten wir nicht eingehen.

Wird es denn je wieder ein Starkbierfest der Stadtkapelle geben?

Davon gehen wir aus. Die Stadtkapelle wird wieder ein Starkbierfest feiern. Ob es schon im nächsten Jahr dazu kommt, muss sich zeigen.

von Peter Herrmann

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