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Nicht nur Hobbygärtner , auch die Kommunen müssen ihre Grünflächen in diesen Tagen kräftig wässern.

Pflanzenpflege in der Sommerhitze 

Wer seine Blumen liebt, der gießt

Die Temperaturen klettern auf über 30 Grad, Regen fällt nur selten. Gartenfreund müssen also zur Gießkanne greifen. Doch wer in der Sommerhitze nicht aufpasst, kann seinen Tulpen, Rosen oder Hyazinthen schwer schaden. Die Stadtwerke und die Bauhofmitarbeiter achten darauf genau.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Um 4.30 Uhr morgens beginnt der Arbeitstag für einige Mitarbeiter der Wolfratshauser Stadtwerke. Einer davon kurvt in einem Wagen durch die Loisachstadt und wässert das öffentliche Grün der Kommune. Matthias Schmidberger, Chef der Stadtwerke, berichtet: „Die Fahrt dauert rund sechs Stunden.“ Da die Temperaturen zwischenzeitlich ziemlich steigen, „gießen wir zuerst die Pflanzen, die in der Sonne stehen und erst gegen Ende die schattigen, damit nichts passiert.“ Pro Tour verbraucht der Gießwagen etwa 4500 Liter Wasser.

Lieber morgens gießen

Ob das Wässern nun am Morgen – wie von den Wolfratshauser Stadtwerken praktiziert – oder am Abend sinnvoller ist, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. „Ich persönlich halte es aber morgens für besser“, sagt der Vorsitzende des Wolfratshauser Gartenbauvereins, Walter Daffner. Seine privaten Pflanzen wässert der Stadtrat daher daher schon um 7 Uhr. „Wenn man abends gießt, kann es passieren, dass man durch die Feuchtigkeit Schnecken anlockt.“ Wird es nämlich kühler, kommen die kleinen Tiere aus dem Schatten hervor und könnten sich zum Beispiel über das angepflanzte Gemüse hermachen. Ein weiterer Vorteil: „Wenn man morgens gießt, können die Pflanzen das Wasser den ganzen Tag aus dem Boden ziehen“, so Daffner.

Gartenarbeit in der Mittagshitze

Einige Ehrenamtliche müssen trotzdem in die Abendstunden ausweichen. So zum Beispiel die Mitglieder des Verschönerungsvereins Geretsried, die sich unter anderem um die 50 Sozialgräber auf dem Friedhof kümmern. „Wenn es untertags so heiß ist, gehen wir jeden Abend um 19.30 Uhr mit drei Ehrenamtlichen zu den Gräbern und gießen dort“, berichtet Vorstandsmitglied Ursula Mayer. Dabei werden meistens 25 Gießkannen Wasser verbraucht. „Wir wässern dann ja auch richtig.“

Die öffentlichen Grünflächen und Pflanzen werden in Geretsried vom städtischen Bauhof gepflegt. „Wir sind damit täglich von 7 bis 16 Uhr beschäftigt“, berichtet Bauhof-Leiter Helmut Hodolitsch. Seine Mitarbeiter kommen bei dieser Arbeit also auch in die Mittagshitze. „Das lässt sich aber nicht vermeiden, wenn wir alle Pflanzen wässern wollen.“ Zu den richtig heißen Tageszeiten nehmen sich die Bauhof-Angestellten vor allem das Gießen von Bäumen statt von sensibleren Blümchen vor. Der Verbrauch ist hoch: „Unser Wassertank umfasst 2500 Liter“, sagt Hodolitsch. Dreimal pro Tag müsse er wieder aufgefüllt werden. Seit zwei Jahren müssen die Mitarbeiter zum Pflanzengießen ihr Fahrzeug nicht mehr verlassen. Stattdessen betätigen sie aus dem Führerhäuschen einen Rüssel, der Wasser auf den Grünflächen verteilt.

Dominik Stallein

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