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Urnengang: Am 25. Februar werden in ganz Bayern die katholischen Pfarrgemeinderäte neu gewählt.

Wahl im Februar

Wer will in den Pfarrgemeinderat ?

Zum 50. Mal werden im Februar neue Pfarrgemeinderäte gewählt. Wer sich aufstellen lassen kann und was ein Pfarrgemeinderat macht, erklärt Cornelia Schrills.

Wolfratshausen Am 25. Februar stehen in ganz Bayern die Pfarrgemeinderatswahlen in den katholischen Pfarreien an. Sie finden 2018 zum 50. Mal statt. Doch den Gremien fehlt es an Nachwuchs. Unsere Mitarbeiterin Tanja Lühr sprach mit Cornelia Schrills, seit vier Jahren Vorsitzende des Pfarrverbands St. Andreas Wolfratshausen, darüber, wie der Verband um Kandidaten wirbt.

Frau Schrills, aus wie vielen Mitgliedern setzt sich der Pfarrgemeinderat zusammen und wer kommt als Kandidat infrage?

Unser Pfarrgemeinderat besteht aus zehn gewählten und fünf berufenen Vertretern. Letztere werden häufig aus den Filialkirchen in Dorfen und Gelting hinzugenommen, da die Kandidaten der kleinen Filialgemeinden nicht mit der Stimmenzahl der Pfarrei St. Andreas konkurrieren können. Nachberufungen finden aber auch in Bereichen statt, welche im gewählten Gremium nicht vertreten sind, jedoch als sinnvoll oder wünschenswert erachtet werden. Gewählt werden kann, wer Mitglied des Pfarrverbands ist oder einen berechtigten Antrag auf Wahlrecht aus einer anderen Gemeinde gestellt hat und am 25. Februar 2018 das 16. Lebensjahr vollendet hat. Wählen kann, wer am 25. Februar 2018 das 14. Lebensjahr vollendet hat. Eine Amtsperiode dauert vier Jahre. In St. Andreas tritt etwa die Hälfte des aktuellen Pfarrgemeinderats nicht mehr an.

Das heißt, Sie brauchen einige neue Mitglieder. Wann haben Sie mit der Suche nach geeigneten Kandidaten begonnen?

Wir fangen in der Tat recht früh damit an. Im Herbst wurde ein Wahlausschuss gebildet. Die Mitglieder haben sich überlegt, wen man aus der Pfarrei ansprechen könnte: Eltern von Kommunionkindern und Firmlingen, aktive Jugendliche und Senioren. In Frage kommen an sich alle Katholiken, die sich vorstellen könnten, sich in der Pfarrei einzubringen. Es sind keinerlei Vorkenntnisse nötig, nur den Wunsch, Kirche aktiv mitzugestalten. Kirche ist ja wesentlich mehr als Gottesdienst. Sie beinhaltet soziales Engagement in unterschiedlichsten Bereichen - angefangen bei jungen Familien, Kindern, Jugendlichen, Krankenhausbesuchsdiensten, Caritas, Seniorenarbeit, Festen und so weiter. Wir haben von der Diözese Kandidatenboxen mit Informations-Flyern und Postkarten bekommen und in den Kirchen aufgestellt. Bereits Ende Oktober wiesen die Seelsorger nach den Gottesdiensten auf die Boxen hin. Jeder, der sich vorstellen konnte zu kandidieren, oder der einen Kandidaten vorschlagen wollte, konnte dies auf die Karte schreiben und sie in die Box werfen.

Mit welchem Aufwand ist ein Pfarrgemeinderatsmandat verbunden?

Es finden maximal acht Sitzungen im Jahr statt, die in der Regel zwei bis drei Stunden dauern. Wer wissen will, wie eine Sitzung abläuft, kann gerne einmal als Zuhörer teilnehmen. Möchte man sich etwas mehr engagieren, lässt man sich in einen der Ausschüsse wählen. In der vergangenen Periode hatte am meisten der Ausschuss für Feste und Feiern zu tun. Er bereitet zum Beispiel das Advents-Café und das Fastenessen vor, kümmert sich um die Verabschiedung und Begrüßung von Geistlichen, Firmungen und Pfarrfeste. Wie viel Zeit man einbringt, hängt auch von den eigenen Möglichkeiten und Wünschen ab.

Warum sind Sie persönlich gerne im Pfarrgemeinderat?

Ich finde die Aufgabe sehr interessant. Man erfährt, was im Hintergrund abläuft. Und man kann das Leben in der Pfarrei selbst aktiv mitgestalten. Wenn ich zum Beispiel mehr Jugend- oder Kinder-Gottesdienste für sinnvoll erachte, kann ich das im Pfarrgemeinderat ansprechen. Vielleicht teilen andere diesen Wunsch ja, und er kann verwirklicht werden. Eine Dame aus unserer Mitte hat einmal ein Taufelterntreffen vorgeschlagen. Das soll nun nächstes Jahr zum ersten Mal stattfinden – eine neue Idee ist entstanden. Dank des Pfarrgemeinderats ist ein neuer, farbiger Pfarrbrief entstanden. Es gibt viele Möglichkeiten, sich einzubringen. Der Rat setzt sich dafür ein, Kirche insgesamt zeitgemäß und lebendig zu machen oder zu erhalten. Mein Schwerpunkt ist die Öffentlichkeitsarbeit. Großes Interesse habe ich auch an der Jugendarbeit, da die Jugendlichen unsere Zukunft darstellen. Als Vorsitzende nehme ich außerdem als Gast an den Kirchenverwaltungssitzungen und an den Dekanatssitzungen teil und habe so einen guten Einblick in die Arbeit zahlreicher Gremien.

Wer jetzt Lust auf einen Posten bekommen hat: Bis wann stehen die Kandidaten fest?

Die Kandidatenliste wird am 14. Januar 2018 geschlossen. Danach werden wir die Bewerber bekannt machen, ähnlich wie bei einer Kommunalwahl. Gewählt wird am 25. Februar direkt in den Kirchen an den Urnen oder auf formlosen Antrag per Briefwahl. Alle Pfarreimitglieder erhalten zuvor – ähnlich gestaltet wie unser Pfarrbrief – nochmals rechtliche Informationen mit Vorstellung der Kandidaten, sowie einige Infos, wofür diese stehen. Wir würden uns über eine hohe Wahlbeteiligung freuen. Wir bitten die Wahlberechtigten, daran zu denken, dass wir nur dann ein sinnvolles, aktives und handlungsfähiges Gremium bilden können, wenn die Gemeindemitglieder hinter uns stehen.

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