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Werbekreis-Chefin Ingrid Schnaller spricht mit uns über Internet-Auftritte, Online-Bestellungen und eine fehlende Plattform.

„Digitalisierung ist ständig ein Thema“

Internet-Bestellung statt Innenstadt-Shopping

Wolfratshausen –Werbekreis-Chefin Ingrid Schnaller spricht mit uns über Internet-Auftritte, Online-Bestellungen und eine fehlende Plattform.

Das Aussterben kleiner und mittelständischer Einzelhändler ist in vielen Kommunen ein großes Problem. Alleine in der Wolfratshauser Innenstadt haben im vergangenen Jahr wie berichtet einige Läden geschlossen. Viele Experten, unter anderem der Geretsrieder IT-Berater Marcel Sternkopf, vermuten, dass diese Entwicklung an der Marktstraße unter anderem mit der Digitalisierung zusammenhängt. Seine These, die er auch bei einer Infoveranstaltung für die Einzelhändler vertrat: Die Unternehmer nutzen die Chancen der Digitalisierung nicht. Unser Mitarbeiter Dominik Stallein sprach mit Ingrid Schnaller. Die Vorsitzende des Vereins Werbekreis Einkaufsstadt Wolfratshausen war bei dem Infonachmittag dabei und äußert sich zu Potenzialen, Mängeln und einer gewissen Portion Scheu.

Frau Schnaller, Hand aufs Herz, hat Wolfratshausen noch viel digitalen Aufholbedarf im Vergleich zu anderen Städten?

Ingrid Schnaller„Wir liegen nicht zurück“, sagt die Vorsitzende des Werbekreises Wolfratshausen über den Stand der Digitalisierung bei den Wolfratshauser Geschäftstreibenden.

Ich informiere mich regelmäßig über die Internetauftritte der Händler und die Plattformen in den Nachbarkommunen und muss ehrlich sagen, dass wir im Vergleich nicht unbedingt zurückliegen. Die meisten unserer Unternehmer haben eine gepflegte Homepage. Außerdem haben wir ein kostenloses WLAN in unserer Marktstraße. Das ist nicht überall gegeben.
 
Sehen Sie trotzdem noch Optimierungsmöglichkeiten für die hiesigen Anbieter?
Die gibt es immer. Wir haben zum Beispiel kaum die Möglichkeit der Online-Bestellung. Ein weiteres Problem, das ich erkennen kann, ist, dass wir unsere Internetauftritte mehr zusammenführen müssen. Meiner Meinung nach fehlt nämlich eine zentrale Plattform, auf der der Kunde die Gesamtheit des Angebotes, das es in Wolfratshausen gibt, findet.
 
Betrifft dieses Problem nur die Einzelhändler?
Optimal wäre natürlich ein ganzheitliches Konzept zusammen mit der Stadt, dem Werbekreis und anderen Anbietern. Dazu zählt zum Beispiel auch die Gastronomie. So eine Plattform kann aber nur funktionieren, wenn alle dabei mitziehen.

Halten Sie dieses Vorhaben für realistisch?

Ja. Es ist ja überhaupt nicht so, dass wir, die Händler, uns dagegen sträuben würden. Ganz im Gegenteil: Die Digitalisierung ist ständig ein großes Thema. Wir besprechen und diskutieren das oft. Im Moment sind wir in Wolfratshausen dabei, ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten. Zwar gibt es noch kein fertiges Ergebnis, aber wir nähern uns mit kleinen Schritten. Umso trauriger finde ich es natürlich, dass Wolfratshausen mit der Bewerbung zur Modellkommune „Digitale Einkaufsstadt Bayern“ nicht erfolgreich war.

Haben Sie das Gefühl, dass alle Betroffenen das Thema ernst genug nehmen?

Die Mitglieder des Werbekreises sind sich einig, dass diese Umstellung eine der größten Baustellen dieses Jahres und der näheren Zukunft wird. Ich habe den Eindruck, dass die meisten Unternehmer die Chancen, die sich durch die Digitalisierung bieten, erkennen. Und das ist in meinen Augen die Grundlage: Dass die Geschäftsinhaber die Zeichen der Zeit sehen und dranbleiben wollen.

Woran hapert es denn dann?

Ich vermute, dass manche eine Scheu vor der Umsetzung haben. Um ihnen die zu nehmen, bieten wir in Zukunft zunächst einmal Workshops an, in denen jeder lernen kann, wie man sein Geschäft in den Suchmaschinen optimal präsentiert, eine eigene Homepage anlegt und wie man diese pflegt. Das muss unser nächster Ansatzpunkt sein. Anders als viele denken, ist es nämlich nicht zwingend kompliziert und schwierig, einen Internetauftritt zu führen.

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