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Wichtiger Arbeitgeber bleibt in Wolfratshausen: Burgmann gibt „Bekenntnis zum Standort“ ab

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Von: Dominik Stallein

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Firma EagleBurgmann in Wolfratshausen
Große Pläne: Die Firma EagleBurgmann möchte ihren Stammsitz an der Äußeren Sauerlacher Straße modernisieren. Der Bauausschuss begrüßt die Pläne. © Screenshot

EagleBurgmann treibt seine Modernisierung voran. Ein großer Neubau soll den Grundstein dafür legen. Der Stadtrat lobt die Pläne für das Areal in Wolfratshausen.

Wolfratshausen – Das Projekt ist riesig, die Freude darüber ebenfalls: Die Firma EagleBurgmann möchte ihren Stammsitz in Wolfratshausen für die Zukunft rüsten. Die umfangreiche Baumaßnahme gilt als ein Bekenntnis zum Standort in der Loisachstadt. Der Grundstücks-, Umwelt und Bauausschuss des Stadtrats ist angetan von den Plänen – nicht nur wegen der Arbeitsplätze, die EagleBurgmann in Wolfratshausen hält, sondern auch wegen der vielen Zugeständnisse, die die Planer gemacht hatten.

Wichtiger Arbeitgeber bleibt in Wolfratshausen: Burgmann gibt „Bekenntnis zum Standort“ ab

Auf dem Areal an der Äußeren Sauerlacher Straße soll nach einem Gebäude-Teilabriss das neue „Innovations Center“ entstehen. Im Süden des Grundstücks ist ein U-förmiges Bürogebäude geplant. Vier Geschosse und ein sogenanntes „Technikdach“ wird es umfassen. Bei letzterem handelt es sich nicht um ein volles Geschoss, außerdem wird es baulich eingerückt. Das Gebäude sieht also von außen nicht ganz so hoch aus, wie es eigentlich ist. Inklusive dieser technischen und funktionalen Einbauten wird der Neubau etwa 20,5 Meter hoch.

Burgmann: Forschung und Entwicklung in Wolfratshausen - und viele Arbeitsplätze

Alle Arbeitsplätze, die am Standort benötigt werden, sind integriert, die Bereiche Forschung und Entwicklung sollen zudem ausgebaut werden – und zwar in nachhaltiger und moderner Bauweise. Bereits vor einigen Monaten hatte der Ausschuss den Grundstein für diese Pläne gelegt: Ein Planentwurf wurde erarbeitet und lag wie üblich für einen Monat öffentlich aus, um Privatleuten und Trägern öffentlicher Belange die Möglichkeit zu geben, sich zu dem Vorhaben zu äußern.

Wie die Chefin des städtischen Baureferats Sabine Trinkl erklärte, gingen daraufhin mehrere Schreiben im Rathaus ein – darunter die erwarteten Meldungen beispielsweise von der Polizei oder dem Wasserwirtschaftsamt sowie vier von Bürgern. Viele der Anmerkungen, von Sichtdreiecken über Dachflächenmaterial bis hin zu Leuchtmitteln, wurden in den Bebauungsplanentwurf aufgenommen. Wie Eagle-Burgmann-Vorstandsmitglied Frank Dautenhahn erklärte, geht das Unternehmen weit über die vorgeschriebene Beteiligung der Öffentlichkeit am Bebauungsplanprozess hinaus: „Wir haben 180 Nachbarn eingeladen, mit uns über die Planungen zu sprechen. Wir sind da offen und transparent.“ Eine Informations-Offensive, die der Bauausschuss goutierte.

Nachhaltig und modern: Großer Neubau auf Burgmann-Gelände geplant

Das Unternehmen möchte den Neubau umweltverträglich und nachhaltig umsetzen. Dafür sei beispielsweise an eine Wärmepumpe sowie Flächen für Photovoltaik-Anlagen an zwei Gebäudeseiten sowie auf Dachflächen gedacht. Diese dürfen laut dem Bebauungsplanentwurf die festgelegte Gebäudehöhe um etwa 1,5 Meter überschreiten.

Photovoltaik-Pflicht? Bürgermeister wiegelt ab: „keine Rechtsgrundlage“

Grünen-Stadtrat und Umwelt-Referent Dr. Hans Schmidt lobte diesen Öko-Vorstoß: „Es freut uns sehr, dass Burgmann ambitionierten Klimaschutz und maximalen Einsatz erneuerbarer Energien mitbringt für diesen Bebauungsplan.“ Er kritisierte jedoch den Bürgermeister, weil im derzeitigen Bebauungsplanentwurf keine Pflicht zur Anlage von Solarflächen enthalten ist. Laut Schmidt schreibe der Klimanotstandsbeschluss des Stadtrats genau das aber vor. Klaus Heilinglechner (BVW) konterte, dass es für eine Solar-Pflicht keine rechtliche Grundlage gäbe. „Der Klimanotstandsbeschluss des Stadtrats ist auch keine“, so der Bürgermeister, „das gibt die Bayerische Bauordnung nicht her“. Heilinglechner begrüßte das Vorhaben der Firma Burgmann, aus freien Stücken umweltfreundlich zu bauen.

Burgmann spart bei Neubau CO2 - Bauausschuss lobt Modernisierung des Firmensitzes

Wie Dautenhahn erklärte, sollen beispielsweise im Mauerwerk große Kunststoffkugeln eingebaut werden, um Beton zu sparen, „weil wir wissen, dass Beton ein CO2-Treiber ist“. Eine Holzbauweise habe das Planungsbüro ebenfalls geprüft, sei allerdings zu dem Schluss gekommen, dass diese bei einem Neubau in der anvisierten Dimension nicht umsetzbar wäre.

Einen Zwang zum umweltfreundlichen Bauen lehnte ein Großteil des Bauausschusses ab. „Ich bin ein Gegner von Zwängen und ein Freund davon, miteinander zu reden“, meinte SPD-Stadtrat Fritz Schnaller. EagleBurgmann habe von sich aus Bereitschaft gezeigt, PV-Anlagen zu installieren, was er begrüße. Die Neubau-Pläne des Unternehmens freuten Schnaller: „Ich bin richtig froh, dass Sie hier investieren und in Wolfratshausen bleiben wollen.“ Vize-Bürgermeister Günther Eibl (CSU) sah darin ein „Bekenntnis zum Standort“, über das er glücklich sei. „Was die Firma vorgelegt hat, wird eine Bereicherung für Wolfratshausen sein.“ BVW-Sprecher Josef Praller betonte: „An uns wird es nicht scheitern. Ich sehe es äußerst positiv, dass Sie so viel Energie und Geld in den Standort in Wolfratshausen investieren.“

Burgmann bekennt sich zu Standort Wolfratshausen

Einer Zustimmung rein aus baurechtlicher Sicht – und darum gehe es im Fachausschuss – „steht nichts im Wege“, so Praller. Das sah der gesamte Ausschuss so und stimmte dem Bebauungsplanentwurf mit den eingearbeiteten Anregungen von Trägern öffentlicher Belange einstimmig zu.

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