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„Wichtigkeit ist unbestritten“: Das will die Stadt Wolfratshausen für Eltern tun

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Von: Carl-Christian Eick

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Kinderspielplatz
An einem Familienstützpunkt sollen in der Stadt Wolfratshausen Eltern bei kleinen und großen Sorgen Hilfe finden. © Symbolfoto/dpa

„Die Wichtigkeit ist unbestritten“: Der Stadtrat befürwortet die Einrichtung eines Familienstützpunkts in Wolfratshausen einstimmig.

Wolfratshausen – „Wir brauchen Ihre Interessensbekundung“, sagte Bianca Ludwig von der Fachstelle Familienförderung am Landratsamt in Bad Tölz in der jüngsten Stadtratssitzung. Die Bürgervertreter ließen sich kurz vor der politischen Sommerpause nicht lange bitten: Einstimmig erklärten die Räte ihr „ernsthaftes Interesse“, dass in Wolfratshausen ein Familienstützpunkt installiert wird. Diese Koordinierung- und Beratungsstelle, besetzt zehn Stunden pro Woche, würde die Kommune 12 500 Euro im Jahr kosten. Eine „rentierliche Investition“, wie der Sprecher der SPD/FDP-Fraktion, Fritz Meixner, meinte.

„Wichtigkeit ist unbestritten“: Das will die Stadt Wolfratshausen für Eltern tun

Anfang Juni hatte Ludwig bereits den Geretsrieder Stadtrat von den Vorzügen eines Familienstützpunkts überzeugt (wir berichteten). Ziel ist es, in möglichst allen vier sogenannten Sozialräumen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen eine zentrale Anlaufstelle für Familien zu installieren. „Ein Familienstützpunkt berät Eltern bei kleinen und großen Sorgen, kennt die passenden Angebote in der Gegend und stellt Kontakte her“, erläuterte Ludwig den Mandatsträgern in Wolfratshausen das Prinzip. Im „präventiven Bereich“, das heißt vorbeugend, hat sie ein „riesiges Potenzial“ ausgemacht. „Wir leben nicht auf der Insel der Glückseligen“, bestätigte Bürgermeister Klaus Heilinglechner.

Familienstütztpunkt soll kein „Konkurrenzprodukt“ werden

Der ins Auge gefasste Familienstützpunkt in der Flößerstadt, im Sozialraum Nord mit den Gemeinden Egling, Eurasburg, Icking und Münsing, soll unter dem Dach eines bestehenden Trägers angesiedelt werden. Angestellt wird eine pädagogische Fachkraft auf Basis von zehn Wochenstunden. Zwar gebe es in Wolfratshausen schon „gute Strukturen“ (Stichwort Familienpaten), doch das Angebot ließe sich in ihren Augen „noch stärken“, so Ludwig. Sie legte grundsätzlich Wert auf die Feststellung, dass Familien „ein niederschwelliges Angebot“ ohne große Hürden gemacht werden müsse. Und: Der Familienstützpunkt sei „kein Konkurrenzprodukt“, es gehe vielmehr um die „Verzahnung“, zum Beispiel mit den Familienpaten und den Schulsozialarbeitern.

Familienstützpunkt: Stadt und Landkreis teilen sich Kosten

Die Kosten tragen jeweils zur Hälfte der Landkreis und die Stadt. 25 000 Euro müssen in Summe laut Ludwig pro Jahr geschultert werden. Mit Familienstützpunkten will das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales „die Familienbildung weiterentwickeln“, informierte Ludwig. Das Förderprogramm gibt es seit rund neun Jahren. Wie Ulrich Reiner vom Amt für Jugend und Familie am Landratsamt in der Stadtratssitzung erläuterte, bekommt der Landkreis vom Familienministerium eine Förderung für das Projekt in Höhe von rund 37 000 Euro jährlich.

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„Sie haben uns überzeugt“, sagte Dr. Ulrike Krischke (BVW). SPD-Stadträtin Gerlinde Berchtold befand einen Familienstützpunkt in der Loisachstadt als „ganz hervorragend“. „Die Wichtigkeit ist unbestritten“, stellte Renate Tilke (CSU) fest. „Wir begrüßen das sehr, Familien und Kinder noch weiter zu stärken“, erklärte Jennifer Layton (Grüne). Josef Praller, Sprecher der BVW-Fraktion, setzt mit Blick auf eine künftige Koordinierungsstelle in der Stadt „auf eine Vernetzung der Player“.

Stadtrat Meixner: Investition zahlt sich langfristig aus

Fritz Meixner, hauptberuflich Geschäftsführer des Kinder- und Jugendfördervereins Wolfratshausen, erinnerte daran, dass sich der Landkreis 2011 mit der Sozialraum-Initiative „sehr mutig auf einen Reformweg begeben hat“. Die Strategie, „in Prävention zu investieren“, sei „mehr als geglückt“. Der Vorschlag, zeitnah einen Familienstützpunkt aus der Taufe zu heben, komme zwar aufgrund der klammen Haushaltslage der Kommune „denkbar ungelegen“. Doch langfristig, davon war nicht nur Meixner überzeugt, zahle sich die Investition aus. Laut Rathauschef Heilinglechner wird das benötigte Geld im Haushalt für 2023 bereitgestellt. (cce)

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