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Wie eine wunderschöne Wolfratshauserin ganz München verrückt machte - eine Sage

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Von: Dominik Stallein

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Rosen und ein Herz
Vor Verehrern konnte sich die Wolfratshauserin fast nicht retten. © dpa

Die schöne Urschel, eine Wolfratshauserin, verzauberte die Münchner Männerwelt. Zumindest wenn man einer Sage aus dem 15. Jahrhundert glaubt.

Wolfratshausen – Weit über die Grenzen der Stadt hinaus war es bekannt: Die Wolfratshauser Frauen sind die schönsten im ganzen Umland. Und eine davon, Urschel, stellte all die anderen Schönheiten der Loisachstadt in den Schatten.

Wie eine wunderschöne Wolfratshauserin ganz München verrückt machte - eine Sage

Irgendwann im frühen 15. Jahrhundert kam das junge Mädel – nach dem Tod ihrer Eltern – zu ihrer Tante nach München. Im Münchener Stadtbuch schrieb Joseph Maria Mayer 1868 wörtlich: „In kurzer Zeit hatte sie die gesamte Männerwelt dermaßen entzückt, dass nicht nur unter den Münchener Mädchen und Frauen, sondern auch unter den Männern eine Eifersucht und Unruhe entstand.“ Die hohen Herren der Stadt gingen fortan im Hause der Tante ein und aus und versuchten mit Gedichten, Gesang oder mit äußerst exquisiten Geschenken, das Herz der jungen Wolfratshauserin zu erlangen.

Bayerische Sage: Sogar ein Herzog buhlte um die Wolfratshauserin

Der künftige bayerische Herzog, Prinz Albrecht, trieb das Werben um Urschel auf die Spitze: Er geriet ihretwegen in große Schulden, um ihr noch mehr und noch großartigere Geschenke kaufen zu können. Der Herzog und der Bruder des Prinzen schickten den Thronfolger kurzerhand auf Reisen, damit er nicht allen Prunk der Familie verschleudern und damit einen Skandal lostreten konnte. Als die Finanzen Albrechts wieder einigermaßen geregelt waren, kehrte der Prinz zurück.

Sagen der Heimat: Eine übergroße Frau spukt durch Wolfratshausen - das steckt dahinter

Da war Urschel aber schon längst über alle Berge. Wohin sie gezogen war, wusste niemand. Aber begleitet wurde sie von einem Hofherren, so hörte man in München. Die Münchner Frauen waren über ihren Fortgang aus offensichtlichen Gründen nicht allzu traurig.  dst

Sagen der Heimat

In unserer Serie „Sagenhafte Heimat“ stellen wir in loser Reihenfolge Sagen und Legenden aus der Region vor. Zum Beispiel die von der Schimmelkapelle in Ascholding und den vielen Gestalten, die dort spuken sollen. Wer Infos beisteuern kann, meldet sich per E-Mail an redaktion@isar-loisachbote.de.

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