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Zu eng geworden: Die Schule am Hammerschmiedweg muss saniert und erweitert werden.

30 Millionen plus x

Wie geht es weiter mit der Wolfratshauser Schulsanierung?

Mit der Sanierung und Erweiterung der Hammerschmied-Schule hat die Stadt ein Mammutprojekt vor der Brust.  

Wolfratshausen – Am Hammerschmiedweg steht eine Mammut-Maßnahme bevor: Die Grund- und Mittelschule soll saniert und erweitert werden. Das Thema beschäftigt den Stadtrat schon seit vielen Monaten. Bereits jetzt rechnen die Planer mit Ausgaben von über 30 Millionen Euro. Weitere große Kostenpunkte – wie eine Tiefgarage – könnten hinzukommen.

Der Stadtrat hat die Maßnahme nicht als Gesamtpaket, sondern in einzelnen Modulen beschlossen. Der größte und kostenintensivste Punkt ist die Generalsanierung des in die Jahre gekommenen Schulhauses und ein Erweiterungsbau, der insgesamt 36 Klassen in der Einrichtung ermöglicht. Kostenpunkt: rund 23 Millionen Euro. Neben mehr Klassenzimmern hat sich Schulleitung auch Werkräume und eine zweite Schulküche gewünscht. Diese schlagen mit etwa mit einer Million Euro zu Buche. Flächen für moderne Unterrichtsgestaltung, wie etwa Lernlandschaften, sollen für 1,5 Millionen Euro entstehen.

Ein Knackpunkt in der Planung könnte das Modul „Mittagsbetreuung“ sein. Neue Räume sind für etwa eine Million Euro geplant. Derzeit gilt die Mittagsbetreuung allerdings als „Auslaufmodell“, wie Schulentwicklungsreferent Fritz Meixner erklärt. Der Grund: Die Bundesregierung möchte einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Schulkindern schaffen. „Bei einem Gesetz wäre auch die pädagogische Qualität berücksichtigt“, erklärt Meixner. Heißt: Fachpersonal müsse die Betreuungsangebote leiten. Das ist bei der Mittagsbetreuung anders. „Wir müssen uns deshalb überlegen, ob wir die Mittagsbetreuung mittelfristig zur Offenen Ganztagsschule umwandeln.“ Entscheidet sich der Kulturausschuss des Stadtrats dafür, müsste die derzeitige Raumplanung für dieses Modul womöglich nochmals überdacht werden.

Beschlossen hat der Stadtrat bislang ebenfalls die Errichtung eines Schulkindergartens mit einer Gruppe – geschätzte Kosten: rund 500 000 Euro – und eine Hausmeisterwohnung für 280 000 Euro. Nachdem das Lehrschwimmbecken in Weidach geschlossen wurde, soll ein neues Bewegungsbad beim Umbau an der Schule am Hammerschmiedweg eingerichtet werden. Hier fallen Kosten von über zwei Millionen Euro an.

Noch nicht beschlossen, aber nach der aktuellen Planung wahrscheinlich notwendig, sind Ausgleichsflächen für den Unterricht während der Sanierungsmaßnahmen. Die Stadtverwaltung plant, Mietcontainer auf dem Schulgelände aufzustellen, die etwa eine Million Euro kosten werden.

Vor wenigen Wochen beschloss der Stadtrat ein weiteres Modul: Als Ersatz für die wegfallenden Stellflächen auf dem Lehrerparkplatz an der Sauerlacher Straße – hier wird ein Bauteil errichtet – ist eine Tiefgarage unter dem derzeitigen Kunststoff-Sportplatz geplant. Unklar ist im Moment noch, wie viele Pkw dort künftig Platz finden und wie teuer die Maßnahme wird. Eine Garage mit 38 Stellplätzen würde etwa 1,8 Millionen Euro kosten. Der Stadtrat lässt derzeit prüfen, wie teuer eine Erweiterung dieser Pläne wäre.

Bei den ersten Planungen der Schulerweiterung wurde auch darüber nachgedacht, die bestehende Dreifachturnhalle zu erweitern. Dieses Vorhaben soll zwar realisiert werden – allerdings unabhängig von der Schulentwicklung. In seiner jüngsten Sitzung lehnte der Stadtrat eine kleine Erweiterung für 4,5 bis 5,7 Millionen Euro wie berichtet ab. Stattdessen will man den Bau einer neuen Dreifachturnhalle forcieren. Der Standort steht noch nicht fest, vieles deutet aber auf einen Neubau auf dem derzeitigen Allwetter-Sportplatz neben der bestehenden Dreifachturnhalle hin.

Für die gesamte Maßnahme möchte die Kommune einen Projektsteuerer beauftragen. Das beschlossen die Stadtväter einstimmig in ihrer jüngsten Sitzung. Das Rathaus rechnet mit Netto-Ausgaben von etwa 650 000 Euro, Nebenkosten und ein Umbauzuschlag kommen noch dazu.

dst

Lesen Sie auch: Wolfratshauser Schule wird erweitert: Günstigste Variante kostet gut 22 Millionen

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