Gott und die Welt

Wie man die Welt ein bisschen besser machen kann

In unserer neuen Folge von „Gott und die Welt“ macht sich Andreas Müller von Evangelischen Gemeinschaft Wolfratshausen Gedanken darüber, wie man die Welt besser machen kann. 

Ich gebe es zu, es ist ein bisschen peinlich, aber ich rege mich beim Autofahren schnell auf. Kürzlich wollte ich an der Tapsi-Kreuzung in Wolfratshausen rechts auf die Pfaffenrieder Straße abbiegen. Ich war fast an der Abbiegespur. Aber das Auto vor mir stand im Weg – es hätte nur einen Meter vorfahren müssen. Aber die Person am Steuer schaute nur nach vorne und nahm mich nicht wahr. Ich wollte schon wütend auf die Hupe drücken und über die Dummheit der Menschheit schimpfen.

Eine typische Situation im Straßenverkehr

Kennen Sie das auch? Da stellt sich jemand ungeschickt und dumm an. Die eigene Zündschnur ist extrem kurz – schon knallt es. Jesus hatte die Gabe, tiefe Wahrheiten über das Leben kurz und knapp auf den Punkt zu bringen. In der Bergpredigt sagt er: „Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt – das ist es, was das Gesetz und alle Propheten fordern.“ (Matthäus 7,12)

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Andreas Müller, Pastor der Evangelischen Gemeinschaft Wolfratshauesn

Gehen wir das kurz mal durch: Die Person im Auto vor mir – wie würde ich an ihrer Stelle behandelt werden wollen? Aggressives Hupen und wütendes Gestikulieren würden mich ärgern. Mit einem kurzen freundlichen Huper und einer Geste, die ‚Bitte‘ sagt, würde es mir deutlich besser gehen. Die Bedienung, die mein Getränk vergessen hat; die Kassiererin, die sich vertippt und deren Bonrolle leer ist; der Lehrer, der die Klasse zum 20. Mal zur Ruhe ruft; der Mitarbeiter am Schalter in der Behörde; der Polizist, der den Verkehr kontrolliert; der Bauarbeiter, der bei 40 Grad in der Sonne schuftet; der Migrant, der versucht, ohne Deutschkenntnisse der Frau in der Behörde seine Situation zu erklären; der Ehepartner, der nach einem langen Tag in der Arbeit nach Hause kommt; die Kinder, die endlich mal Zeit mit Papa und Mama haben wollen; … Wie würden Sie an ihrer Stelle behandelt werden wollen?

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Wenn man anfängt, aus dieser Perspektive über Menschen nachzudenken, verändert sich etwas. Man fragt sich, warum dieser Mensch jetzt so handelt und was er braucht. Es können sich Verständnis und Mitgefühl ausbreiten. Und ganz still und leise würde die Welt ein besserer Ort. An einer anderen Stelle bringt Jesus es auf eine Formel: Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst. Wie wäre es, wenn wir uns alle bemühen, dabei mitzuhelfen – an der Kasse im Supermarkt, im Straßenverkehr, in der Behörde, im Umgang mit Nachbarn, in der Begegnung mit fremden Menschen. Machen wir alle zusammen die Welt ein bisschen besser!

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