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50 Cent für einen Fünfjährigen: Dieses „Einstiegsgehalt“ empfehlen Experten als Taschengeld.

Kreisjugendamt gibt Tipps

Wie viel Taschengeld darf es sein ?

Über ihr Gehalt reden die Deutschen nicht gerne. Das Taschengeld ist dagegen durchaus ein Thema in den Familien und unter Jugendlichen.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Das Kreisjugendamt bekomme immer wieder einmal Anfragen von Eltern, aber auch von Jugendlichen, sagt die im Landratsamt zuständige Sachbearbeiterin Claudia Koch. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt sie, ab wann, in welcher Höhe und wofür Kinder Taschengeld bekommen sollten.

-Sollten alle Kinder und Jugendlichen Taschengeld bekommen?

Ja, denn dadurch lernen sie den verantwortungsvollen Umgang mit Geld. Man kann bereits im Vorschulalter einen kleinen wöchentlichen Betrag auszahlen.

-Gibt es Richtlinien für die Höhe?

Die Tabellen im Internet, zum Beispiel vom Deutschen Jugendinstitut, sind ein guter Anhaltspunkt. Man kann damit anfangen, einem Fünfjährigen 50 Cent pro Woche zu geben. Für 14-Jährige liegt die Empfehlung bei 25 bis 30 Euro im Monat. Für einen 17-Jährigen sind 55 bis 60 Euro monatlich angemessen. Die Summe richtet sich natürlich nach dem Einkommen der Eltern. Bei einem geringen Familieneinkommen und vier Kindern fällt das Taschengeld kleiner aus als bei einem Einzelkind mit reichen Eltern. Wer mehr oder weniger gibt als der Durchschnitt, sollte mit seinen Kindern darüber reden und die Gründe erklären.

-Was soll vom Taschengeld bezahlt werden?

Wofür das Geld ausgegeben wird, entzieht sich der elterlichen Kontrolle. Wenn die Kids es in Fast Food, Süßigkeiten oder Kosmetik investieren, ist das oft schwer zu verstehen für die Eltern. Sie können dann versuchen, im Gespräch auf die Nachteile hinzuweisen. „Begleiten, aber akzeptieren“, raten wir Sozialpädagogen. Bei jüngeren Kindern ist das leichter als bei älteren.

Letztlich müssen die Eltern damit klarkommen, dass der Nachwuchs frei über sein Taschengeld verfügt. Ist man ständige Diskussionen zum Beispiel über Kleidung leid, können die Eltern das Taschengeld erhöhen und den Jugendlichen selbst auswählen lassen, welches T-Shirt oder welche Hose er sich kauft. Auf dem Sprung ins Erwachsenenalter sollten Jugendliche bei entsprechendem Taschengeld auch Schulsachen, Fahrkarten und ähnliches selbst bezahlen, um die Konsequenzen zu spüren, wenn sie alles für andere Dinge ausgeben.

-Sollten Handyverträge beim Taschengeld berücksichtigt werden?

Handyverträge sind nicht einkalkuliert bei den Taschengeldempfehlungen. Darüber sollte in jeder Familie extra verhandelt werden. Auch hier gilt es, im Gespräch zu erklären, warum eine Prepaid-Karte vielleicht erst einmal besser ist als ein fester Vertrag.

-Was halten Sie von Taschengeldentzug als Bestrafung, wenn etwa das Zimmer nicht aufgeräumt wird?

Taschengeld sollte nie sanktioniert werden. Es sollte eine verlässliche Geldquelle sein, genau wie das Gehalt der Eltern. Die bekommen von ihrem Chef ja auch nicht weniger, wenn sie mal eine schlechte Phase in der Arbeit haben. Als Belohnung für besondere Leistungen kann man schon mal extra Geld geben. Man kann aber auch über andere Möglichkeiten nachdenken, wie einen gemeinsamen Schwimmbadbesuch oder Zeit für eine Runde Monopoly. Wir Pädagogen würden uns wünschen, dass nicht jede Anerkennung immer 1:1 in Euro ausgedrückt wird.

-An wen können sich Eltern und Jugendliche bei Fragen zum Taschengeld wenden?

Sie können sich gerne an mich wenden unter der Telefonnummer 0 80 41/50 54 55 oder eine E-Mail schreiben an claudia.koch@lra-toelz.de.

Tanja Lühr

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