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Sprachlos: Ernst Gröbmair (grünes Hemd) von der Bürgerladen-Gruppe verfolgte die Stadtratssitzung.

Untermarkt 10

„Wir fühlen uns verschaukelt“

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Wolfratshausen - Den Zickzack-Kurs um das städtische Gebäude am Untermarkt 10 können viele Bürger schon lange nicht mehr nachvollziehen. Ernst Gröbmair geht noch einen Schritt weiter. „Wir fühlen uns verschaukelt“, sagt der Sprecher der Bürgerladen-Initiative.

Gröbmair verfolgte wie einige seiner Mitstreiter von der Bürgerladen-Gruppe die Stadtratssitzung am Dienstagabend von der Empore im Sitzungssaal aus. Was er erlebte, macht ihn auch einen Tag später noch sprachlos.

Abgesehen davon, dass das Thema wie berichtet auf die Februar-Sitzung vertagt wurde: „Die Rücknahme von Beschlüssen hätte man schon vorher haben können“, sagt Gröbmair auf Nachfrage unserer Zeitung. „Dann hätten wir jede Menge Zeit, Geld und Energie gespart – und es wäre gar nicht erst zum Bürgerentscheid gekommen.“

In der Tat stand bereits am 13. Oktober die Aufhebung des Beschlusses von 7. Juli auf der Tagesordnung des Stadtrats. Dieser Beschluss regelt, dass, statt dort einen Bürgerladen einzurichten, das städtische Gebäude am Untermarkt 10 in Erbbaurecht an einen Investor vergeben werden soll. Die Aufhebung wurde abgelehnt, es kam zum Bürgerentscheid am Nikolaustag, der am Quorum scheiterte. Die Frage lautete: „Sind Sie dafür, dass der Beschluss des Stadtrats vom 7. Juli aufgehoben und im städtischen Gebäude am Untermarkt 10 ein Bürgerladen eingerichtet wird?“

Gröbmair und seine Mitstreiter fühlen sich in mehrfacher Hinsicht verschaukelt. „Uns wurde vorgeworfen, dass unsere Pläne Geldverschwendung wären“, führt Gröbmair aus. „Jetzt will der Stadtrat das Geld selbst verschwenden.“ Das Gros des Gremiums würde das Gebäude gerne an die Städtische Wohnungsbaugesellschaft vergeben. „Da muss aber mindestens genauso viel Geld investiert werden. Es taucht nur in einer anderen Bilanz auf“, so der Immobilienmakler.

Darüber hinaus wundert sich Gröbmair darüber, dass seiner Gruppe eine Wettbewerbsverzerrung vorgeworfen wurde, „weil wir zwei Geschäften Teile ihres Segments weggenommen hätten“. Sollte der Plan von Bürgervereinigungs-Stadtrat und Ex-Rathauschef Helmut Forster – Erweiterung des Heimatmuseums inklusive Touristen-Info und Andenkenladen – in die Tat umgesetzt werden – habe man eine ähnliche Situation. „Fabian Krell wird seine Souvenirs nicht mehr los, und Dieter Sedlmeyr bleibt auf seinen Ansichtskarten sitzen. Das nenne ich Wettbewerbsverzerrung.“

Gröbmair ist enttäuscht, dass das Thema Bürgerladen am Dienstagabend mit keiner Silbe erwähnt wurde. Immerhin hätten die 16 Stadträte, die für ein Nein beim Bürgerentscheid geworben haben, vollmundig von Alternativen und einer schnelleren Realisierung eines Bürgerladens gesprochen. „Die sehe ich aber nicht“, stellt Gröbmair fest. „Ich halte das für Wählertäuschung – und für ein schlechtes Signal an die Ehrenamtlichen.“

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