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Schlittschuhlaufen im Lichterschein: Die erste „Eiszeit“ an der alten Floßlände war ein Erfolg. Der Stadtrat beschloss einstimmig die Wiederholung im Winter 2018/2019. 

„Es war eine tolle Aktion“

Wird die Wolfratshauser „Eiszeit“ an der Floßlände wiederholt? Das sagen die Stadträte

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7033 Schlittschuhläufer werden es bestätigen: Die erste „Eiszeit“ in Wolfratshausen war ein Erfolg. „Geschockt“ war allerdings Stadträtin Gerlinde Berchtold (SPD) beim Blick auf die Bilanz.

Wolfratshausen – 38 Tage lang, sieht man von vier Tagen Sauwetter ab, sausten von Anfang Dezember bis Mitte Januar tausende Kufenflitzer über die künstliche Eisfläche an der alten Floßlände. In dieser Zeit, das berichtete die städtische Tourismusmanagerin Gisela Gleißl am Dienstagabend im Stadtrat, sei „die netteste Post im Rathaus eingegangen, die wir jemals bekommen haben“: Briefe und selbstgemalte Bilder von Kindergartenkindern und Schülern, die begeistert von der „Eiszeit“ in der Flößerstadt waren.

Doch jede Medaille hat zwei Seiten: Unterm Strich blieb laut Gleißl ein Defizit von rund 57.500 Euro. Mit 38.000 Euro Minus hatte die Stadt bei der Premiere gerechnet. Mehrkosten hätten vor allem ungeplante Einsätze des Bauhofs verursacht. Die alte Floßlände habe sich nach Schnee- und Regenfällen in eine Schlammwüste verwandelt und Bauhofmitarbeiter dafür gesorgt, dass die „Eiszeit“-Besucher nicht knöcheltief im Matsch standen.

Wie viel Glühwein wurde getrunken? Die Antwort gibt es hier.

Kostspielig waren zudem die Marketingmaßnahmen. Für die Erstauflage der Veranstaltung musste kräftig die Werbetrommel gerührt werden, erklärte Gleißl. Viele Werbematerialien wie Kunststoffbanner könnten aber auch zukünftig zum Einsatz kommen.

„Es war eine tolle Aktion“, bilanzierte Günther Eibl, Sprecher der CSU-Fraktion. Er könne aber nicht darüber hinwegsehen, dass das Defizit höher sei als vom Stadtrat im Vorfeld genehmigt. Er forderte eine „genauere Kostenschätzung“ und lehnte es ab, mit einem „saloppen Beschluss“ die Fortführung der „Eiszeit“ für die Winter 2018/2019 und 2019/2020 zu bewilligen.

„Wolfratshausen hat sich perfekt dargestellt, es war ein herausragender Erfolg“, betonte Josef Praller, Fraktionschef der Bürgervereinigung Wolfratshausen (BVW). Er erinnerte daran, dass es eine 38-tägige Freiluftveranstaltung war – Wind und Wetter sowie die daraus resultierende Besucherzahl könne niemand exakt vorhersagen.

Lesen Sie auch: So entsteht der Eiszauber an der Wolfratshauser Floßlände

„Die Eiszeit war toll“, pflichtete ihm Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD) bei. Die Erfahrungswerte, die man gewonnen habe, würden die nächste Kostenschätzung mutmaßlich genauer machen. Laut Gleißl betrug der Zuschuss aus dem Stadtsäckl pro Besucher 8,17 Euro. Über eine Erhöhung der Eintrittspreise könne man natürlich diskutieren. Helmut Forster (BVW) vertrat die Meinung: Kosten reduzieren und zusätzliche Sponsoren gewinnen. In seinen Augen war die „Eiszeit“ eine „rundum gelungene Veranstaltung“.

Das wollte Gerlinde Berchtold nicht in Abrede stellen. Doch die Höhe des Defizits habe sie „geschockt“, sagte die SPD-Stadträtin. 3000 Euro laufende Kosten pro Tag und 8500 Euro fürs Marketing – für Berchtold viel zu viel. Sie regte an, die künstliche Eisfläche auf dem Loisachhallen-Parkplatz anzulegen. Der ist eben und befestigt – im Gegensatz zur alten Floßlände. Auf Gleißls Frage, wo die Besucher parken sollten, wenn der Multifunktionsplatz vor dem Musentempel 38 Tage lang belegt wäre, antwortete Berchtold: „Im neuen Parkdeck auf dem Hatzplatz.“

Eibl und Forster schmiedeten schließlich gemeinsam einen Beschlussvorschlag: Eine „Eiszeit“ wird’s auch im Winter 2018/2019 geben – 110.000 Euro darf sie maximal kosten, mindestens 55.000 Euro Einnahmen müssen erwirtschaftet werden. Wer ist dafür? Alle.

cce

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