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Hausherr und Gastgeber: Aufsichtsratsvorsitzender Reinhold Krämmel (re.) begrüßte rund 100 Gäste zum Neujahrsempfang des Wirtschaftsforums Oberland.

„Wir müssen unsere Stimme erheben“

Wirtschaftsforum Oberland: Landrat bedauert Verzögerung wichtiger Projekte

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Noch immer gibt es kein einheitliches Tarifsystem im Oberland. Auch andere wichtige Projekte verzögern sich. Landrat Josef Niedermaier nutzte den Neujahrsempfang des Wirtschaftsforums Oberland für einen Appell.

Wolfratshausen Rund 100 Gäste folgten am Mittwochabend der Einladung zum Neujahrsempfang des Wirtschaftsforums Oberland (WFO) ins Krämmel-Forum, unter ihnen auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan und der Landtagsabgeordnete der Grünen, Hans Urban sowie viele Unternehmer, Bürgermeister und Verbandsvertreter. In ihren Ansprachen forderten Gastgeber Reinhold Krämmel und Landrat Josef Niedermaier erneut einen Ausbau der Infrastruktur sowie des Öffentlichen Personennahverkehs (ÖPNV).

Nachdem die Waldramer Tanzlmusi den Abend klangvoll eröffnet hatte, erinnerte Reinhold Krämmel zunächst an die Notwendigkeit des seit nunmehr 15 Jahren bestehenden Wirtschaftsforums. „In Anbetracht der immer komplexer werdenden Herausforderungen ist es notwendig, im Gespräch zu bleiben“, betonte der WFO-Aufsichtsratsvorsitzende. Als beispielhafte Zielsetzungen nannte er die Bereitstellung von funktionierenden Verkehrswegen, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Behebung des Fachkräftemangels und eine gesicherte Versorgung durch erneuerbare Energien.

Dass es bei der Umsetzung dieser wichtigen Projekte mittlerweile zu großen Verzögerungen kommt, bedauerte Landrat Josef Niedermaier. „Wir machen uns das Leben selbst schwer, wenn es nie zu Entscheidungen kommt“, erklärte er. In einer lebendigen Demokratie sei es zwar normal, dass es Proteste von Minderheiten oder betroffenen Anwohnern gibt. Das Gemeinwohl gerate aber mitunter durch unzählige Erörterungstermine oder Klagen beim Bundesverwaltungsgericht ins Hintertreffen. Mangelndes politisches Engagement des Mittelstands hält Niedermaier deshalb für gefährlich. „Wir als Unternehmer müssen vor allem bei wichtigen Infrastrukturprojekten unsere Stimme erheben“, forderte der Tölzer.

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Immerhin sei es zuletzt gelungen, den Takt der Busverbindungen zwischen Wolfratshausen und Bad Tölz deutlich zu verbessern. Ausreichend sei das aber noch lange nicht. Denn noch immer gebe es im Oberland kein einheitliches Tarifsystem. Zudem seien beispielsweise ÖPNV-Fahrten von Miesbach nach Weilheim nur über zeitaufwändige Umwege möglich. Dennoch warnte Niedermaier davor, für den Infrastrukturausbau die Ressourcen der Natur zu opfern. Im Nachbarland Österreich gebe es bereits abschreckende Beispiele.

Bevor das vom Geretsrieder Catering-Unternehmen Schmid’Bäck‘ bereitgestellte Buffet eröffnete wurde, richtete Dr. Eberhard Sasse in seiner Funktion als Präsident der IHK für München und Oberbayern noch einen letzten kämpferischen Appell an die Gäste: „Wir müssen uns die Kraft des Wohlstands erhalten.“ ph

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