Eine „faustdicke Überraschung“ gelang Paralympics-Radfahrer Wolfgang Sacher: Bei der Europameisterschaft in Österreich wurde er Dritter im Einzelzeitfahren.
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Eine „faustdicke Überraschung“ gelang Paralympics-Radfahrer Wolfgang Sacher: Bei der Europameisterschaft in Österreich wurde er Dritter im Einzelzeitfahren.

PARA-RADSPORT

Wolfgang Sacher startet seine zweite Karriere mit Bronze

Ein fulminantes Comeback hat Paralympics-Radsportler Wolfgang Sacher hingelegt: Bei Europameisterschaft in Österreich fuhr der 54-jährige Vorsitzende des RSC Wolfratshausen auf den dritten Platz - und das nach fast acht Jahren Pause.

Wolfratshausen – Zuerst der Rücktritt vom Rücktritt, dann das erste Ausrufezeichen: Wolfgang Sacher hat bei den Europameisterschaften der Paralympics-Radfahrer am Wochenende im oberösterreichischen Schwanenstadt seinen Worten Taten folgen lassen und den dritten Platz im Einzelzeitfahren belegt. Auf dem 12,5 Kilometer langen Kurs musste sich der Behindertenradsportler aus den Reihen des RSC Wolfratshausen in 17:50 Minuten nur dem Spanier Eduardo Santas Asensio (17:28 Minuten) und seinem Nationalmannschaftskollegen Steffen Warias (17:45 Minuten) geschlagen geben – und sicherte sich damit die Bronzemedaille.

„Das war schon eine faustdicke Überraschung“, freut sich Sacher über den erfolgreichen Start in seine zweite Karriere. „Ich habe ja erst im vergangenen Jahr wieder damit angefangen, etwas ambitionierter zu trainieren. Dass ich nun aber erneut unter internationaler Konkurrenz um Medaillen kämpfen kann, ist schon eine tolle Sache.“

Für Sacher, 2008 in Peking Paralympics-Goldmedaillengewinner, war es der erste internationale Wettkampf seit seinem Karriereende im Jahr 2012. Damals hatte er nach den Paralympischen Spielen von London seinen Rücktritt erklärt. Im vergangenen Herbst hatte der inzwischen 54-Jährige im Rahmen der Bayerischen Meisterschaften allerdings ein kleines Comeback gegeben und dort die Silbermedaille gewonnen (wir berichteten). „Da habe ich Blut geleckt. In diesem Frühjahr konnte ich dann sehr gut trainieren und war sogar wieder mit dem bayerischen Radkader im Trainingslager auf Mallorca. Das hat sich jetzt bezahlt gemacht“, erzählt Sacher, der 2021 bereits knapp 8000 Kilometer geradelt ist.

Nach seinem jüngsten Erfolg kommt es nicht überraschend, dass sich der „Behindertensportler des Jahres 2008“ nun wieder höhere Ziele gesetzt hat. Im Herbst will der Vorsitzende des RSC Wolfratshausen erstmals seit 2012 wieder bei einem Weltcup starten. Gemeinsam mit seinem Nationalmannschaftskollegen Erich Winkler plant er im September zudem einen Start bei der Tour Transalp, einem einwöchigen Etappenrennen über die Alpen. Das Fernziel sollen jedoch die Paralympics 2024 in Paris sein. „Ich bin vielleicht nicht mehr der Jüngste, aber gerade im Einzelzeitfahren kann ich es schaffen“, zeigt er sich entschlossen. Sacher wäre dann 57 Jahre alt. Eine erneute Teilnahme bei den Paralympischen Spielen – das wäre der Höhepunkt der zweiten Karriere des Wolfgang Sacher. Den Grundstein hat der RSC-Radfahrer bereits am Wochenende gelegt. Werner Müller-Schell

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