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Im Rathaus fehlt laut der Cima Beratung und Management GmbH eine zentrale Stelle für die Presse und die Öffentlichkeit, die „bürgermeisternah agiert“.

Abstimmung im Stadtrat

Wolfrathauser Stadtmanagement kostet über 200.000 Euro

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Wolfratshausen - Ein Management-Profi soll nach Vorstellung der Beratungsfirma Cima den Standort Wolfratshausen stärken. Bis Juni soll eine Vollzeitstelle geschaffen werden. Die Kosten liegen bei 200.000 Euro.

Im laufenden Jahr läuft der Vertrag zwischen der Cima Beratung und Management GmbH und der Flößerstadt aus. Zum Ende ihres Engagements für die Innenstadt möchte die Cima das Stadtmanagement auf professionelle Beine stellen – und regt an, dafür eine neue Stelle zu schaffen. Über die wird schon seit Jahren diskutiert, jetzt soll alles ganz schnell gehen: Schon im März soll der Job ausgeschrieben werden, damit die Arbeit im Mai beginnen kann. So steht es im Organisationskonzept von Cima-Mitarbeiter Achim Gebhardt. Am kommenden Dienstag wird im Stadtrat (18 Uhr, Sitzungssaal des Rathauses) die Vorgehensweise diskutiert. Konkret heißt es unter Tagesordnungspunkt acht: „Weiteres Vorgehen und Prozedere zur Einführung eines Stadtmanagements.“ Im Hauptausschuss hatte es vergangene Woche deswegen wie berichtet Verstimmungen gegeben.

Analyse hat "strategische Lücken" ausgemacht

Die Analyse der Beratungsfirma hat einige „strategische Lücken“ ausgemacht, erklärt Gebhardt. So gebe es keine Imagekampagne, die die Marke „Flößerstadt Wolfratshausen“ stärke. Zudem würden die einzelnen Gruppen wie Stadt, Werbekreis und der Verein Lebendige Altstadt Wolfratshausen (LAW) ihr gemeinsames Ziel, die Stärkung des Wohn- und Einkaufsstandorts, nur „bruchstückhaft“ verfolgen. Es fehle an Vernetzung, stattdessen gebe es einen erhöhten Kommunikationsaufwand. Zudem fehle eine zentrale Stelle für die Presse und Öffentlichkeit, die „bürgermeisternah agiert“ und die „Stadt regelmäßig nach außen vermarktet“.

Stadtmanagement soll Verein entlasten

Das Stadtmanagement soll laut Gebhardt die Eigenständigkeit der Vereine bewahren, aber durch mehr Professionalität die Ehrenamtlichen entlasten. Besonders wichtig seien der Bereich Unternehmensservice und Innenstadtmanagement, urteilen die Cima und die Lenkungsgruppe des Stadtrats in dem Bericht. Mit verstärkten Ressourcen könnten andere Bereiche wie Tourismus und Kultur intensiver an eigenen Projekten arbeiten.

Der Stadtmanager sollte nach Vorstellungen der Beratungsfirma studiert haben, einschlägige Berufserfahrung vorweisen und zudem Kreativität und Flexibilität mitbringen. Er sollte eine hohe Entscheidungsfreiheit haben, die Abläufe in der Verwaltung kennen und durch die zuständigen Fachabteilungen im Rathaus unterstützt werden. Ebenfalls von Vorteil: „Gute Ortskenntnis und schnelle Vernetzung mit den Vereinen, Verbänden und Gewerbetreibenden“, erklärt Gebhardt.

Die Kosten liegen bei 200.000 Euro

Aufgrund ihrer Erfahrung schlägt die Cima vor, mittelfristig eine öffentlich-private Partnerschaft mit dem Ziel einer 50:50-Finanzierung anzustreben. Dafür sei ein Gesamtbudget in Höhe von 150 000 bis 250 000 Euro anzusetzen. Das zusätzliche Budget für die personelle und technische Ausstattung liege bei 50 000 bis 160 000 Euro.

Großes politisches Streitthema ist die Organisation des Stadtmanagements. Für eine interne Lösung, das heißt Ansiedlung der Stelle im Rathaus als Stabstelle oder Amt, sprachen sich in der Lenkungsgruppe die Stadt, die Stadtratsfraktion der Bürgervereinigung, die der Grünen sowie LAW und die Unternehmervereinigung Wolfratshausen aus. Für die externe Lösung votierten die CSU, die SPD und der Werbekreis Wolfratshausen. Die Cima empfiehlt aufgrund der Ausschreibungsrichtlinien, der Kosten und der Komplexität der Organisation ebenfalls eine interne Lösung. Diese ist im Hauptausschuss nach langer Debatte mit den Stimmen von SPD und CSU abgelehnt worden. Jetzt befasst sich der Stadtrat mit dem Thema.

dor

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