Bundespolizei am Bahnhof
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Fahndungserfolg für die Polizei: Ein S-Bahn-Exer konnte festgenommen werden. (Symbolfoto)

Er belästigte mehrere Frauen

16-Jährige machte Beweisfotos - Polizei überführt S-Bahn-Exer

Er soll mehrfach vor Frauen an seinem Geschlechtsteil herumgespielt haben: Die Polizei hat einen mutmaßlichen Exer festgenommen. Eine 16-Jährige konnte hilfreiche Fotos schießen.

Wolfratshausen/München - Dem couragierten Handeln einer 16-jährigen Geretsriederin ist es zu verdanken, dass die Polizei nach einem mutmaßlichen Exhibitionisten fahnden und ihn am Dienstagabend festnehmen konnte. Die Bundespolizei wurde im Hauptbahnhof auf den 42-jährigen Rumänen aus Wolfratshausen aufmerksam. Nach ihm wurde internen Fahndungsflyern wegen Exhibitionismus gesucht. Die Wolfratshauser Polizei hatte diesbezüglich auch schon einen Öffentlichkeitsaufruf gestartet.

Der 42-Jährige soll zwischen September vergangenen und April diesen Jahres mehrfach im Münchner S- und U-Bahnbereich - vermutlich aber auch in mehr als einem Fall in der Pupplinger Au - mit exhibitionistischen Handlungen in Erscheinung getreten sein, heißt es im Pressebericht der Bundespolizei. Das heißt: Zuletzt am 25. April stieg er in Hohenbrunn (Kreis München) in die S7 in Richtung Wolfratshausen. Dort stellte er sich gegen 20.50 Uhr neben eine in Solln zugestiegene 16-jährige Geretsriederin und eine 22-jährige Deutsch-Chilenin aus Würzburg und begann, an seinem Geschlechtsteil zu manipulieren. Als die beiden Frauen sich entfernten, folgte er ihnen - mit aus der Hose hängendem Glied, bis die Ältere in Schäftlarn und die Jüngere in Wolfratshausen ausgestiegen waren.

„In allen Fällen verspürten die Frauen großen Ekel“

Der 16-Jährigen war es aber gelungen, Fotos von dem Mann zu machen, ohne dass er es bemerkte. Sie zeigte die Tat wenig später zusammen mit ihrer Mutter bei der Wolfratshauser Polizei an. Aufgrund der Bilder und der Beschreibungen der Geschädigten sowie der zeitlichen und örtlichen Nähe werden ihm bisher noch weitere bekannt gewordene exhibitionistische Taten mit mehreren Geschädigten zur Last gelegt. Gegen 20.10 Uhr trat er kurz vor dem Ausstieg am Marienplatz gegenüber einer Unbekannten mit erigiertem Glied aufgetreten. Gegen 21.20 Uhr, in der S-Bahn zwischen Wolfratshausen und Icking, manipulierte gegenüber einer 64-Jährigen aus Schwabing sowie gegen 21.50 Uhr, wieder auf dem Weg nach Wolfratshausen, gegenüber einer 34-Jährigen aus Wolfratshausen und einer weiteren 16-Jährigen aus Geretsried an seinem Geschlechtsorgan. „In allen Fällen hatte der Mann Blickkontakt mit den Frauen gesucht und diese sich hilflos und wütend gefühlt; zudem verspürten sie großen Ekel“, so die Polizei.

Mit dem Bildmaterial aus den S-Bahnen wurde ein Fahndungsflyer erstellt, mit dem polizeiintern nach dem Exhibitionisten gefahndet wurde. Am Dienstag gegen 22 Uhr erkannte eine Streife der Bundespolizei den 42-Jährigen im Hauptbahnhof München. Er kam in Untersuchungshaft. Nach einer Haftrichtervorführung erließ dieser einen Haftbefehl. Der 42-Jährige kam unter strengen Auflagen auf freien Fuß.

Polizei sucht weitere Zeugen oder Betroffene

Nun laufen Ermittlungen, ob der 42-Jährige für weitere, ähnlich gelagerte Fälle in Betracht kommt. Der dringend Tatverdächtige wird wie folgt beschrieben: zirka 1,75 Meter groß, 35-45 Jahre alt, mit markanter Glatze und randloser Brille. Bekleidet war er häufig mit grauer Kapuzenjacke, hellblauer Jeans und schwarzen Turnschuhen. Die Polizei bittet Geschädigte, die sich eventuell noch nicht gemeldet haben, sich zu melden. Bei der Bundespolizeiinspektion München unter Telefon 089/515550-1111 oder bei der Polizei in Wolfratshausen, Ruf 08171/42110. Die Beamten gehen davon aus, dass der Tatverdächtige auch für exhibitionistische Handlung am 25. April in der Pupplinger Au, Waldramer Seite, verantwortlich ist. Hier wird immer noch die Zeugin gesucht, der der Mann auflauerte, als diese sich im Gebüsch umzog.

Generell rät die Polizei Betroffenen in derartigen Fällen, Zivilcourage zu zeigen und - ohne sich selbst in Gefahr zu bringen - sich schnellstmöglich aus der S-Bahn oder am Bahnhof an die Behörden zu wenden. Gerade bei exhibitionistischen Straftaten handelt es sich häufig um Wiederholungstäter. Wichtig für die polizeilichen Ermittlungen sind insbesondere auch Personenbeschreibungen und besondere Merkmale wie Tätowierungen oder ähnliches, da nicht immer Videoaufzeichnungen existieren. 

sw

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