Sabine Kirchhoff
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Retrospektive: Sabine Kirchhoff zeigt in ihrem Nullemissionen-Haus Arbeiten aus verschiedenen Epochen.

Motto „Zwischen Wahn und Wirklichkeit“

Ateliertage locken zahlreiche Besucher an

  • Andrea Weber
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Zum 34. Mal finden die Ateliertage in Berg und Icking statt. Das Motto „Wahn und Wirklichkeit“ passt bestens zum Zustand der Welt.

Icking/Berg – Den sonnigen Sonntag nutzten viele Kunstliebhaber, um die elf geöffneten Ateliers der 34. Ateliertage in Berg und Icking zu besuchen. Für die Künstlerin Petra Jakob aus Irschenhausen stand fest: „Es ist heuer viel mehr los als im letzten Jahr.“ Die Malerin Sabine Kirchhoff, deren Atelier in dem wasserstoffbasierten Nullemissionenhaus in Irschenhausen liegt, findet die Ateliertage in Zeiten der Pandemie eine gute Lösung. „Wer will schon mit wenigen Gästen eine Vernissage machen“, sagt sie.

Die diesjährigen Ateliertage stehen unter dem Motto „Wahn und Wirklichkeit“ und finden am kommenden Wochenende noch einmal statt. Die Bildhauerin Nausikaa Hacker, die sich Arbeitsräume mit dem Künstler Uli Panick in den ehemaligen Räumen der Schule der Phantasie in Wolfratshausen teilt, hat ihr Atelier komplett leer geräumt und eine Rauminstallation darin geschaffen. „Senkrecht“ heißt eine weiße Schnur, die von der Decke hängt. Man muss genau hinsehen, um festzustellen, dass die Schnur aus winzigen Modellfiguren aus der Architektur besteht. Drähte kommen aus Löchern in der Wand. Kieselsteine haben Gesichter. „Wahn oder Wirklichkeit?“ Das bleibt der Interpretation des Betrachters überlassen. Die 57-jährige Hacker lebt in München. „Das Atelier in Wolfratshausen ist mein Rückzugsort“, sagt die Kunstlehrerin.

Viel Spielraum für den Betrachter

„Ich bin eine Spielerin“, gesteht Petra Jakob (69). Die Bühnenbildnerin und Karikaturistin fotografiert auf ihren Reisen sogenannte Lost Places, rostige Schiffsrümpfe, alte Lagerhäuser, vernebelte Landschaften. Sie bearbeitet die Bilder digital und entwickelte eine eigene Drucktechnik, die den Fotografien, die auf faltigem Pergament gedruckt sind, eine mystische Unschärfe und eine verwässerte Oberfläche gibt. Auch hier stellt sich die Frage: Ist das Wirklichkeit?

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Sabine Kirchhoff (57), die mehrfach im Hollerhaus in Irschenhausen ausgestellt hat, zeigt in ihren Arbeitsräumen eine Retrospektive ihrer Arbeiten aus verschiedenen Epochen. Aus der indischen und der arabischen Serie Gegenständliches und aus der Tierwelt. Neu hinzugekommen sind abstrakte Kleinformate aus Acryl, zu den Grundelementen des Lebens: Feuer, Wasser, Erde und Luft. Ihre facettenreichen Bilder, aus denen aus Abstraktion realistische Elemente hervortreten, lassen auch hier dem Betrachter viel Spielraum zur Interpretation, ob hier Wahn oder Wirklichkeit überwiegt.

Info

Die Ateliertage werden am Wochenende, 10./11. Oktober, wiederholt. Geöffnet sind die Ateliers am Samstag und Sonntag jeweils von 12 bis 19 Uhr. Weitere Informationen und einen Lageplan der Ateliers findet man im Internet unter www.atelier-tage.de.

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