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43-Jähriger jubelt Bruder Drogen  unter - 3600 Euro Strafe

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Ein 43-Jähriger musste sich wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln und falscher Verdächtigung vor dem Amtsrichter verantworten © sh/archiv

Wolfratshauser muss sich wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln und falscher Verdächtigung verantworten

Wolfratshausen – Der Richter hielt mit seiner Sicht der Dinge nicht hinterm Berg. „Was sie abgeliefert haben, spottet jeder Beschreibung“, hielt er dem Angeklagten vor. „Das war eine völlig unsinnige Handlung. Man fragt sich, wo das Hirn manchmal ist.“ Der so Gescholtene, ein 43-jähriger Wolfratshauser, musste sich wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln und falscher Verdächtigung verantworten. Hinzu kam, dass er die ihm zur Last gelegten Straftaten unter offener Bewährung begangen hatte.

Der Angeklagte hatte sich am 28. Juni vorigen Jahres „den ganzen Tag zugesoffen“, nach eigenen Angaben mit mindestens zehn Halben. Auf dem Radweg an der B11 will er 2,2 Gramm Amphetamin gefunden haben, als er auf dem Weg zu seinem in Geretsried wohnenden Bruder war. Dort begehrte er ein Quartier für die Nacht. Der Bruder wollte ihn angesichts der erheblichen Alkoholisierung nicht im Haus haben und rief die Polizei.

Ein Atemalkoholtest ergab später einen Wert von rund zwei Promille, ein Drogentest reagierte positiv auf Kokain. Als es den Polizeibeamten gelungen war, die „aufgeheizte Stimmung“ etwas abzukühlen und den Angeklagten zum Gehen zu bewegen, holte dieser die in einem Foliensäckchen verpackten Drogen unter der Bettdecke hervor und bezichtigte seinen Bruder. „Die ganze Situation war sehr bizarr. Er wollte seinem Bruder etwas anhängen“, sagte ein Polizist als Zeuge.

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„Die Polizei muss wegen so einer unsinnigen Nichtigkeit ausrücken. Unter offener Bewährung war das eine ganz dumme Tat“, stellte der Staatsanwalt fest. Trotzdem beantragte er nur eine Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen zu je 30 Euro, insgesamt 3600 Euro. Richter Helmut Berger folgte dem Antrag. Außerdem verlängerte er die Bewährungsfrist aus dem vorangegangenen Urteil um ein weiteres Jahr. „Die Geldstrafe soll kein Freibrief sein. Irgendwann muss es auch der Dümmste lernen“, betonte Berger. Der Angeklagte erklärte sichtlich erleichtert: „Ich nehme das Urteil an. Ich bin damit sehr zufrieden.“ 

rst

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