Stadtmanager Dr. Stefan Werner
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Stadtmanager Dr. Stefan Werner treibt die virtuellen Vermarktungsmöglichkeiten in Wolfratshausen voran. Nun soll ein Modellprojekt helfen.

Virtuelle Stadtkarte wird erweitert

Digitale Offensive: Stadt möchte sich im Internet besser vermarkten

  • vonDominik Stallein
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Die meinWOR-App ist Geschichte, die Stadt möchte ihre digitale Vermarktung wieder aufrüsten. Dabei helfen soll ein Modellprojekt und ein neues Online-Angebot

Wolfratshausen – Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist in Wolfratshausen klar: Der stationäre Handel muss auch auf digitalen Kanälen beworben werden. Eine App gab es bereits, die der Betreiber allerdings im vergangenen November eingestellt hat. Seither führt das Referat Stadtmarketing eine digitale Karte, auf der die Wolfratshauser Händler und Dienstleister präsentiert werden.

Modellwettbewerb für eine krisensichere Plattform

Bei einem Wettbewerb des Staatsministeriums für Digitales erhofft sich die Kommune nun Zuschüsse für eine „krisensichere digitale Informations- und Interaktionsplattform für die Standortgemeinschaft“. Der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats entschied sich am Dienstagabend einstimmig, die nächsten Schritte im Wettbewerb – konkret handelt es sich um die Beauftragung einer Firma zur Softwareentwicklung – zu gehen.

Sollte die Loisachstadt den Zuschlag im Wettbewerb erhalten, läuft das Projekt drei Jahre lang. SPD-Stadtrat Fritz Schnaller monierte, „dass wir schon kurz- und mittelfristig Lösungen brauchen“. Auch in Folge der derzeitigen Pandemie „können wir so lange nicht mehr warten“. Es sei nun an der Kommune, die Einzelhändler zeitnah zu unterstützen, so Schnaller. Vize-Bürgermeister Günther Eibl (CSU) erklärte, dass in naher Zukunft eine Sitzung mit der Einzelhändlervereinigung Werbekreis, den Bürgermeistern sowie Stadtmanager Dr. Stefan Werner angesetzt werden soll, „um auch zeitnah etwas für die Innenstadt zu tun“.

500 Menschen nutzen digitale Stadtkarte monatlich

Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt Werner, dass vor allem die digitale Stadtkarte, die die Kommune Anfang des Jahres veröffentlicht hat, weiterhin gepflegt werden soll: Auf dieser Internetplattform „können wir ganz aktuelle Informationen liefern“. Gerade auch in Zeiten der Pandemie, in der sich Öffnungszeiten, Bestimmungen und Spielregeln für den örtlichen Handel schnell ändern können. Mit der Nutzung des Angebots – laut Werner besuchen im Schnitt rund 500 Menschen im Monat die Plattform – ist der Stadtmanager zufrieden. „Das Beste, was wir im Moment tun können ist, den Nutzern die Angebote der Standortgemeinschaft zu zeigen und ihnen zu erklären, wie sie diese in der aktuellen Situation wahrnehmen können.“ Schrittweise wurde und wird die Stadtkarte um weitere Infos – ganz aktuell beispielsweise zu Testmöglichkeiten auf das Corona-Virus – erweitert. Auch Freizeitangebote will man auf virtuellem Weg bewerben, um Auswärtige in die Stadt zu locken, die potenzielle Kunden für die Gewerbetreibenden der Loisachstadt sind.

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Bei einem Zuschlag im Wettbewerb fließen bis zu 500 000 Euro in die Stadtkasse

Parallel dazu laufen derzeit die Planungen für eine weitere „digitale Informations- und Interaktionsplattform“ im Zuge des Modellprojekts. Details zur Bewerbung verrät Werner noch nicht, „aber wir haben ein Konzept entwickelt, von dem wir glauben, dass es tragfähig ist“. Die Loisachstadt ist eine von 77 Kommunen aus ganz Bayern, die sich für das Modellprojekt „Kommunal? Digital!“ beworben haben. Das Staatsministerium wird voraussichtlich Ende Juni zehn Städten auswählen. Stadtmanager Werner möchte zwar keine Prognose abgeben, sagte aber in der Ausschusssitzung: „Mir wurde mitgeteilt, dass die Qualität unseres Antrags sehr gut ist.“ Die zehn Modellkommunen erhalten vom Staatsministerium jeweils Fördermittel in Höhe von maximal 500 000 Euro für den Projektzeitraum. „Wir werden uns aber damit befassen müssen, was wir tun, wenn die Zuschüsse nicht dem entsprechen, was wir erwarten“, meinte Wirtschaftsreferent Helmut Forster (Liste WOR). dst

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