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Ein Foto von der Unfallstelle.

Mehrere Verletzte

Taxifahrer als Geisterfahrer auf A95: Schwerer Unfall stellt Polizei vor Rätsel

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Zu einem schweren Geisterfahrer-Unfall ist es bei Wolfratshausen auf der A95 gekommen. Die Polizei nennt nun die erschreckenden Details über das Unglück.

Update 21. November, 11.40 Uhr: Drei Menschen wurden bei dem Unfall auf der A95 bei Wolfratshausen mittelschwer verletzt. Und das grenzt schon fast an ein Wunder: „Nach 20 Jahren bei der Verkehrspolizei ist es mir ein Rätsel, wie aus dieser Situation alle lebend rausgekommen sind“, sagt Mathias Wank von der Verkehrspolizei. 

Schwerer Geisterfahrer-Unfall auf A95: War der 80-jährige Taxifahrer Diabetiker?

Ob die Irrfahrt des 80-Jährigen tatsächlich auf Unterzucker zurückzuführen ist, müssen nun die Ermittler klären. Die Symptome reichen in sollen Fällen von Kopfschmerzen bis zu Verwirrtheit mit Seh- und Gleichgewichtsstörungen. Im Gegensatz zum Otto-Normal-Autofahrer müssen Taxifahrer alle fünf Jahre einen Test absolvieren, bei dem unter anderem Sehvermögen, Reaktionsfähigkeit und körperliche Eignung überprüft werden. Nach dem 60. Lebensjahr gibt es die Fahrerlaubnis zudem nur noch nach einer großen ärztlichen Untersuchung, erklärt Frank Kuhle, Vorsitzender beim Landesverband Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmen. 

In welchen Intervallen diese Untersuchung von da an stattfindet, legt der Arzt fest. Bei einem Diabetiker könne das durchaus alle zwei Jahre sein. Eine Altersgrenze gibt es aber nicht. 

Dass jemand mit 80 Jahren noch Taxi fährt, ist trotzdem eher ungewöhnlich. „Wir haben in der Münchner Taxigenossenschaft etwa 8000 Mitglieder“, sagt Kuhle. „Davon sind zwei Prozent über 75 Jahre alt. Und selbst da wissen wir nicht, ob sie überhaupt noch fahren.“ Generell sei es aber nicht unüblich, dass Taxifahrer auch nach dem Rentenalter noch einige Fahrten übernehmen. „Viele machen den Job noch für ein paar Stunden in der Woche - einfach, um weiter am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.“

Geisterfahrer-Unfall auf A95 (Wolfratshausen): Polizisten wurden beinahe selbst verwickelt

Update 9 Uhr: Die Polizei hat weitere Details zum schweren Unfall mitgeteilt, den ein 80-Jähriger auf der A95 verursacht hat. Der Taxifahrer hätte bereits am Nachmittag wieder zurück in Augsburg sein sollen. Er stand laut Polizei in telefonischem Kontakt mit seiner Taxi-Zentrale, machte dabei jedoch „keine sinnigen Angaben“. Die Zentrale informierte die Polizei, das Unternehmen ortete das Taxi per GPS.

Das Taxi wurde im Bereich Münsing in Richtung Wolfratshausen lokalisiert. Daraufhin fuhr eine Streife der Polizeiinspektion Wolfratshausen dem Taxi entgegen und erwartete das Auto laut Pressebericht an der Anschlussstelle der Autobahn. Zeitgleich wurde über die Einsatzzentrale gemeldet, dass der Fahrer nun auf der Autobahn in Richtung Garmisch-Partenkirchen sei - allerdings wurde zu diesem Zeitpunkt noch angenommen, dass der 80-Jährige in die richtige Richtung unterwegs war. 

Video: Taxi als Geisterfahrer verursacht schweren Unfall

Schwerer Geisterfahrer-Unfall: Fotostrecke

Eine Streife der Verkehrspolizei Weilheim fuhr mit sehr hoher Geschwindigkeit aus Garmisch kommend in Richtung der Anschlussstelle Wolfratshausen. Doch die Beamten erreichten die Ausfahrt nicht mehr, denn sie wurden Augenzeugen des Geisterfahrer-Unfalls. „Nur mit großem Glück“ konnten die Polizisten rechtzeitig anhalten und im Anschluss direkt mit der Bergung der Verletzten beginnen. 

Geisterfahrer-Unfall auf A95: 80-Jähriger rast mit 150 km/h in die falsche Richtung

Wie die Polizei mitteilt, war das Taxi mit einer Geschwindigkeit von rund 150 km/h in die falsche Richtung unterwegs. Der 80 Jahre alte Fahrer prallte mit zwei entgegen kommenden Autos zusammen - mit einer 51-jährigen Münchnerin, die mit einem Audi unterwegs war, sowie mit einem 37-jährigen Münchner, der einen Alfa Romeo fuhr. Die drei Autofahrer wurden mittelschwer verletzt und waren laut Polizeibericht vorerst ansprechbar, was laut Polizei „einem Wunder gleicht kommt“.

Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen derzeit noch. Laut Polizei zeichnen sich jedoch Hinweise ab, dass der 80-jährige Unfallverursacher Diabetiker ist - und der Unfall eventuell auf eine körperliche Beeinträchtigung durch Unterzucker zurückzuführen ist.

Die Autobahn war für rund zwei Stunden gesperrt, es entstand ein Schaden von rund 120.000 Euro. 

Update 20. November, 7.30 Uhr: Ein 80-jähriger Taxifahrer aus dem Raum Augsburg verursachte am Montag den schweren Geisterfahrer-Unfall auf der A95 bei Wolfratshausen, das berichtet der Bayerische Rundfunk. Demnach fuhr der Mann bereits rund drei Kilometer auf der Autobahn, als er das erste Auto rammte. Wenig später kollidierte er mit einem zweiten Wagen. Das Trümmerfeld war laut BR gut 400 Meter lang. Die Fahrzeuge wurden komplett zerstört. 

Die drei verletzten Autofahrer kamen mit mittelschweren Verletzungen in ein Krankenhaus. Ein Gutachten soll nun die Ursache des Unfalls klären. Es soll auch untersucht werden, ob der 80-Jährige wegen gesundheitlicher Probleme zum Geisterfahrer wurde.

Erstmeldung: Schwerer Geisterfahrer-Unfall - Komplett-Sperrung auf A95

Rosenheim - Ein Geisterfahrer hat am Montagabend auf der A95 (München-Garmisch-Partenkirchen) einen Unfall mit mehreren Verletzten verursacht. Dieser ereignete sich laut Polizei um 21.18 Uhr.

Ein 80-jähriger Taxifahrer rammte auf der A95 zwei Autos.

Der Mann war nach bisherigen Erkenntnissen an der Anschlussstelle Wolfratshausen falsch auf die Fahrbahn Richtung München aufgefahren, wie die Polizei in Rosenheim mitteilte. Er kollidierte dort mit zwei in Richtung München fahrenden Wagen. 

Ersten Informationen zufolge wurden drei Menschen leicht bis schwer verletzt. Die Autobahn war an der Unfallstelle am Abend komplett gesperrt. „Die Autobahn ist aktuell an der Unfallstelle komplett gesperrt. Eine Umleitung ist durch die Feuerwehr und Autobahnmeisterei eingerichtet“, teilte die Polizei um 22.02 Uhr mit.

Die Autobahn wurde am Montag komplett gesperrt.

Vor rund zwei Wochen ist es auf der A8 zu einem schweren Geisterfahrer-Unfall gekommen.

Auch dramatisch: Bei einem verheerenden Überholmanöver hat ein 18-jähriger Fahranfänger mit einem BMW in Ostfriesland einen schweren Unfall verursacht. Zehn Menschen wurden schwer verletzt.

Ein schwerer Unfall ereignete sich auch auf der B20 bei Marktl am Inn - dort kam ein Bestatter am Dienstagabend ums Leben.

dpa

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