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Was romantisch aussieht, ist weiterhin gefährlich: Revierförster Robert Nörr warnt vor Spaziergängen im Wald.

Revierförster warnt vor Spaziergängen

Abbrechende Äste: Im Wald droht weiterhin Gefahr

Naturfreunde sollten in den nächsten Tagen weiterhin auf Waldspaziergänge verzichten. Äste drohen aufgrund der Schneelast abzubrechen.

Bad Tölz-Wolfratshausen –  Es ist „nicht ungefährlich bei der momentanen Schneelast durch den Wald zu spazieren“, erklärt Revierförster Robert Nörr. Absolut tabu seien gesperrte Strecken im oder am Wald. „Dort liegt eine unmittelbare Gefahr vor oder es wird noch gearbeitet.“ Doch auch in bislang freigegebenen Gebieten könne durch den tagelangen, intensiven Schneefall etwas passieren.

„Selbst, wenn der Schnee auf den Bäumen schon abgetaut oder heruntergefallen ist, muss ich im Wald in der nächsten Zeit vorsichtig sein“, mahnt der Revierförster. Während der vergangenen Wochen seien in den Wäldern viele starke Äste oder gar Baumkronen abgebrochen. Ein großer Teil davon hängt noch in den Bäumen. „Ein leichter Wind reicht, damit das Holz herunterfällt.“ Aus der Höhe könne auch ein kleinerer Ast den Menschen schwer verletzen oder sogar totschlagen. Wenn es wieder schneien sollte und dadurch neues Gewicht auf den Bäumen lastet, „kann das diese Gefahr noch einmal verstärken“, so Nörr.

Wer trotz aller Warnungen einen Spaziergang im winterlichen Wald machen möchte, handelt auf eigene Gefahr. „Aber wenn jemandem hier etwas passiert, setzt diese Person auch die Sanitäter und Helfer einem Risiko aus“, gibt der Wolfratshauser zu bedenken.

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Besonders abseits von gesicherten Wegen warnt Nörr vor Erkundungen auf eigene Faust. „Es gibt für die Besitzer keine Sicherungspflicht mitten im Wald“,sagt Nörr. Nach seinen Worten sei es den Forstwirten derzeit auch nur schwer möglich, die abknickenden Äste aus den nassen Bäumen im schneebedeckten Wald zu entfernen. „Das wird auch noch einige Wochen dauern, bis das endgültig abgeschlossen ist.“ Die wenigsten Waldbesitzer würden die Winterschäden schon jetzt aufarbeiten, da dies bei der noch sehr hohen Schneelage derzeit sehr mühsam sei.

Eine kleine Entwarnung kann Nörr für Straßen geben, die an Waldstücken entlangführen. „Hier haben die Waldbesitzer eine erhöhte Pflicht, den Verkehr zu sichern“, sagt der Revierförster. Wenn Passanten dennoch bemerken, dass einzelne Bäume oder Äste gefährlich in die Straße hängen oder drohen umzufallen, können sie dies beim Landratsamt, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten oder bei der Straßenmeisterei melden.  

Dominik Stallein

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