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Seit vier Wochen im Backmodus: (v. li.) Martina Steuer, Astrid Leinhas-Grosch, Birgit Jordan und Andrea Poloczek vom Organisationsteam des Waldramer Adventsmarktes. 

30-jähriges Bestehen

Waldramer Adventsmarkt: Nachtschichten für den Platzerlhimmel

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Der handwerkliche Adventsmarkt in Waldram feiert 30. Geburtstag. Das Organisationsteam war fleißig: 60 Sorten á 150 Platzerl warten nun auf Abnehmer.

Waldram– Aus dem Platzerlhimmel duftet es verführerisch. Dort gibt es die liebevoll handgemachte Köstlichkeiten, die butterweich im Mund zergehen und zur Vorweihnachtszeit einfach dazugehören. Seit Wochen backen die Gründerinnen des Waldramer Adventsmarktes in Nachtschichten Mandelkugeln, Nougattürmchen und Früchtebäumchen, die es am zweiten Adventswochenende wieder in ihrem weihnachtlich geschmückten Stand zu kaufen gibt. Der handwerkliche Adventsmarkt in Waldram feiert heuer sein 30-jähriges Bestehen.

Die Platzerl-Expertinnen Andrea Poloczek, Martina Steuer, Birgit Jordan haben sich wieder zur „Platzerl-Konferenz“ getroffen, um die Lage zu besprechen. Dieses Mal mit dabei: Astrid Leinhas-Grosch, die das süße Gebäck lieber selbst genießt, sich dafür aber um die Marktorganisation kümmert. Seit vier Wochen sind die Damen im permanenten Backmodus. 60 Sorten á 150 Stück werden in feiner Handarbeit zubereitet. Wenn das süße Weihnachtsgebäck fertig ist, stehen acht Meter Platzerldosen aufgereiht nebeneinander. „Wir haben unsere Stammkunden, darunter viele ältere Waldramer, die vorbestellen und dann mit leeren Dosen zu uns in den Platzerlhimmel kommen“, berichtet Andrea Poloczek.

Vor 30 Jahren lernten sich die Waldramerinnen im Elternbeirat des hiesigen Kindergartens kennen. Damals entstand die Idee eines kleinen Adventsmarktes im Ort, der ausschließlich handgemachte Produkte, zumeist von Waldramern hergestellt, anbietet. Doch die Umsetzung des Vorhabens kostete Zeit und Organisationstalent und in gewisser Weise auch ein paar Nerven, erinnern sich die Gründerinnen. Werbung, Versicherungen und die technische Umsetzung mussten geplant und mit der Stadt um Sonderkonditionen für die Buden verhandelt werden. Dazu kam die Gestaltung des Rahmenprogramms für den Adventsmarkt. Andrea Poloczek erinnert sich an „schlaflose Nächte“. Für die lebende Krippe zum Beispiel, die bis heute traditionell dazugehört, holten sie Schafe mit dem VW-Bus ab und beherbergten die Tiere im eigenen Garten.

Heute stehen 20 Buden in der Reihe neben der Kirche St. Josef der Arbeiter, früher befand sich der Adventsmarkt im Hof des Seminars. „Das war eine ganz besondere Atmosphäre“, erinnert sich Martina Steuer. Der Adventsmarkt bilde die Gemeinschaft in Waldram ab, sagt sie. „Die Waldramer warten schon darauf, dass der Klang der Bläser vom Posaunen-Chor im Ortsteil zu hören ist.“ Heuer singen der Grundschulchor von Conny Schubert, der Sirenenchor des Kulturvereins Isar-Loisach und der Chor „Sommer Sound“ von Claudia Sommer. Der Schützenverein Stoarösl verkauft wieder seine deftigen Bratwürste, der Elternbeirat seine duftenden Waffeln, und natürlich darf der Hirtenpunsch des Waldramers Lothar Engel nicht fehlen. 

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Zehn Prozent vom Umsatz gehen an soziale Einrichtungen in Waldram – auch das hat seit 30 Jahren Tradition.

Info

Der Waldramer Adventsmarkt findet am Wochenende, 7./8. Dezember, auf dem Kirchplatz statt. Die Öffnungszeiten: Samstag von 14 bis 20 Uhr und Sonntag von 11.30 bis 19 Uhr.

web

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