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Im Spiegel der Gesellschaft: Sie wollen auf den Weltfrauentag am 8. März aufmerksam machen (v. li.) Traudl Bergau, Dr. Eva-Maria Trost-Groß, Andrea Weber, Dr. Kaija Voss, Anita Zwicknagl, Dr. Sybille Krafft; vorne Assunta Tammelleo. 

Aktion zum Weltfrauentag am 8. März

Gleichberechtigung: Wie steht es um Wolfratshausen?

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Wolfratshausen – Zum Weltfrauentag haben der Kulturverein Isar-Loisach und der Historische Verein Wolfratshausen eine Aktion initiiert. Die Veranstalter betonen, dass auch Männer willkommen sind.

Man mag es sich gar nicht so recht vorstellen: Dass es eine Zeit gab, in der Frauen nicht das Wahlrecht zugesprochen wurde. Und doch ist es erst knapp 100 Jahre her, dass ihnen dieses zuerkannt wurde und sie somit dem Mann zumindest für die Wahl gleichgestellt wurden. So war es nicht verwunderlich, dass die KIL-Vorsitzende Assunta Tammelleo ihre geladene Frauenrunde am gestrigen Dienstag im Humplbräu mit einer provokanten Fragestellung einleitete: „Brauchen wir hierzulande diesen Tag überhaupt noch? Und wenn ja, warum?“ Eingefunden hatten sich sechs sehr engagierte und erfolgreiche Damen aus dem Landkreis wie Dr. Sybille Krafft (Vorsitzende des Historischen Vereins und Dokumentarfilmerin), Traudl Bergau (Rechtsanwältin), Dr. Kaija Voss (Architekturhistorikerin und Autorin), Dr. Eva-Maria Trost-Groß (Naturwissenschaftlerin und im Vorstand vom Temenos-Verein), Andrea Weber (KIL-Verein/Journalistin) und Anita Zwicknagl (Kulturwissenschaftlerin und Geretsrieder Kulturamtsleiterin).

Natürlich seien die Zeiten für Frauen allgemein besser geworden. Daran hatten die Teilnehmerinnen keinen Zweifel. Doch was wurde bis jetzt erreicht? Und wo gibt es in Sachen Frauenrecht noch Handlungsbedarf? Bei diesen Fragen gingen die Meinungen teilweise auseinander. Während für Traudl Bergau der Weltfrauentag hierzulande kaum mehr eine Bedeutung hat, sprachen sich Dr. Sybille Krafft, Dr. Kaija Voss wie auch Anita Zwicknagl vehement dafür aus. „Auch in unserer Gesellschaft wird mit Frauen hinter verschlossenen Türen immer noch drastisch umgegangen“, sagte Zwicknagl und appellierte in dem Zusammenhang auf mehr „Frauensolidarität untereinander“. Und immer noch würden Frauen in den gleichen Positionen wie Männer schlechter verdienen und müssten sich doppelt beweisen. Vor allem das Thema Kinderbetreuung sei nach wie vor ein großes. „Noch nie waren Frauen so gut ausgebildet wie heute.“ Bis zu ihrem Studienabschluss hätten sie laut Dr. Sybille Krafft die Nase vorn. Mit der Familiengründung käme dann aber der Schnitt. In punkto Kinderbetreuung würden Frauen viel zu früh kapitulieren und sich bescheiden. Einer der Gründe für das mangelnde Selbstverständnis (-Bewusstsein) seien fehlende weibliche Vorbilder. „Ich bin ausschließlich mit Frauen aufgewachsen. Meine Oma war Witwe, meine Mutter alleinerziehend. Ich kenne es nicht anders, als dass Frauen kämpfen und auf den Tisch hauen.“ Traudl Bergau machte in dem Zusammenhang auf die weibliche Kriegsbevölkerung in Deutschland aufmerksam. Die waren Zugführerinnen, Schweißerinnen, Kranführerinnen. Alles harte Männerberufe. „Frauen haben ihren Mann gestanden.“ Als dann ihre Männer von der Front heimkehrten, fielen sie zurück in die alten Rollenbilder. „Die Frauen kehrten zurück an den Herd.“ Und übrigens, so Bergau, „die 28 Euro Mütterrente sind eine Beleidigung für die Frauen, die Kinder groß gezogen haben“. Viele Missstände aus der Adenauer-Zeit müssten ihrer Meinung noch gestrichen werden. rd

Info

Da die Nachfrage für den Aktionstag mit Kinoabend „Suffragetten“ am 8. März (Beginn 19 Uhr) im Wolfratshauser Kino sehr hoch ist, bitten die Organisatoren um Kartenreservierung unter Telefon 0 81 71/2 11 05. Eine zweite Vorstellung mit einem historischem Vortrag von Dr. Sybille Krafft ist für 9. März (17 Uhr) geplant.

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