Günther Zintl, Ehrenmitglied der DAV-Sektion Wolfratshausen
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Günther Zintl, langjähriger Vorsitzender und Ehrenmitglied der DAV-Sektion Wolfratshausen

Er leitete die Generalsanierung der Wolfratshauser Hütte

Alpenverein trauert um Ehrenmitglied Günther Zintl

  • Volker Ufertinger
    VonVolker Ufertinger
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Die Alpenvereins-Sektion Wolfratshausen verdankt Günther Zintl viel. Jetzt ist das Ehrenmitglied der Sektion im Alter von 81 Jahren verstorben.

Wolfratshausen – Die Wolfratshauser Hütte am Grubigstein in Lermoos ist ein Anziehungspunkt für Wanderer. Ihren guten Zustand verdankt sie der Generalsanierung von 2002 bis 2004. Maßgeblicher Mann war Projektleiter Günther Zintl. Er legte nicht nur die finanziellen Grundlagen, verhandelte mit den Behörden und überwachte die Bauphase, sondern hielt auch noch die Kosten im Blick. Jetzt ist Zintl, Ehrenmitglied der Sektion, im Alter von 81 Jahren verstorben.

Die Trauer ist groß beim Alpenverein. „Was er angepackt hat, hat Günther Zintl gründlich und erfolgreich durchgezogen“, erklärt Sprecher Alex Wenger. Auch der menschliche Verlust ist groß: „Mit ihm ist ein Urgestein für immer von uns gegangen. Sein Lächeln und sein verschmitzter Humor werden uns abgehen.“ Viele Wanderer um den Grubigstein profitieren noch heute vom Einsatz des Wolfratshausers, denn: In Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Lermoos organisierte der Vater zweier Kinder die Kontrolle und den Unterhalt der Wanderwege um den Grubigstein herum.

Neben den Bergen liebte er die Volksmusik

Auch nach der Sanierung der Hütte machte sich Zintl für den Alpenverein stark: Von 2007 bis 2013 leitete der gebürtige Uttinger als 1. Vorsitzender die Sektion. Dabei achtete er sehr auf den Interessensausgleich zwischen den verschiedenen Gruppen der Sektion, etwa zwischen Skischule und Alpintourenbereich. „Ein besonderes Anliegen war ihm die Unterstützung der Jugend“, erinnert sich Wenger. „Der Günther konnte gut motivieren.“ Außerdem war der Mathematiker, der für Siemens arbeitete, im Vorstand des Trägervereins der Kletterhalle in Bad Tölz vertreten, wo er unter anderem das Vereinsarchiv mit aufgebaut hat.

Neben den Bergen gehörte die Liebe des Wolfratshausers der Musik. Zusammen mit seiner vor einem Jahr verstorbenen Frau Rosemarie bildete er die „Familienmusik Zintl“. Außerdem gehörte er mehreren Gruppen an, etwa den „Achentaler Spuileut“ sowie der „Waxlaber“-Musik. Davon hat der Isartaler Volkstanzkreis sehr profitiert. Bei seinen jährlichen Veranstaltungen – dem Maitanz an der Loisach und dem traditionellen Silvester-Volkstanz – war Zintl mit seinem Kontrabass gern gesehener Gast. „Er war so etwas wie unser Hausmusiker“, erzählt Werner Grimmeiß vom Volkstanzkreis. Kostproben seines musikalischen Könnens gab Zintl auch immer wieder auf der Wolfratshauser Hütte. Dort, wo er sich am wohlsten fühlte.

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