Eine Polizeikelle
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Auf der B11 zog die Polizei den Wolfratshauser aus dem Verkehr. (Symbolfoto)

Rentner fährt mit 2,3 Promille

Nach Trunkenheitsfahrt vor Gericht: „Bei manchen besser, wenn sie keinen Führerschein haben“ 

  • VonRudi Stallein
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Ein Wolfratshauser fuhr der Polizei mit 2,3 Promille in die Arme - und musste sich vor Gericht verantworten. Der Richter wurde sehr deutlich. 

Wolfratshausen – Die Ansage war unmissverständlich: „Bei manchen Leuten ist es besser, wenn sie keinen Führerschein mehr haben“, machte Richter Helmut Berger dem 70-Jährigen deutlich, den er wegen fahrlässiger Trunkenheit im Straßenverkehr soeben zu einer fünfmonatigen Bewährungsstrafe und einer Führerscheinsperre von 16 Monaten verurteilt hatte.

Wolfratshausen Amtsgericht: „Bei manchen besser, wenn sie keinen Führerschein haben“ 

Am 10. September 2020 gegen 18.30 Uhr war der Wolfratshauser mit knapp 2,3 Promille am Steuer seines Wagens auf der B11 in Geretsried unterwegs. „So ein hoher Wert kann eigentlich nicht sein“, murmelte der Rentner in seinen Mund-Nasen-Schutz. Er habe daheim nur zwei Bier getrunken, bevor ein Freund anrief, der sich mit ihm am Segelflugplatz in Königsdorf treffen wollte. Auf dem Weg dorthin musste er eine Unfallstelle passieren, ein Motorradfahrer war gegen die Leitplanke gerauscht. „Ich sollte um die Absperrung herumfahren, aber ich bin dahinter gefahren“, schilderte der Mann den Moment, als er der Polizei aufgefallen war. Im Protokoll seiner Untersuchung hatte ein Arzt notiert, der Senior scheine „deutlich unter Alkoholeinfluss zu stehen“. „Das war wohl ein gehöriger Rausch“, mutmaßte der Richter.

Wolfratshauser hatte bereits wegen Alkohol den Führerschein abgeben müssen

Für den Angeklagten kam erschwerend hinzu, dass er erst im Frühjahr 2020 wegen Gefährdung des Straßenverkehrs verurteilt worden war. Damals ergab die Blutprobe einen Wert von 1,7 Promille. Erst im April dieses Jahres hatte er seinen Führerschein zurückbekommen. „Das ist eine enorme Rückfallgeschwindigkeit“, hielt der Richter dem Rentner vor. Da sei es auch nicht mit „riesen Blödsinn“ getan – wie der 70-Jährige das Geschehene beschrieb. Das Verhalten sei schlichtweg unverantwortlich. „Dann darf ich mich nicht zu Hause zuschütten und losfahren, wenn ein Freund anruft.“

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In seinem Urteil folgte Berger dem Antrag des Staatsanwalts. Die fünf Monate Haft werden für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zudem muss der Wolfratshauser 1500 Euro an den Bund gegen Alkohol im Straßenverkehr zahlen. Der Rentner nahm das Urteil an.  rst

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