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Die Landtagswahl kommt. Davon zeugen die Plakate der Parteien und Kandidaten, die in diesen Tagen aufgehängt werden. Allerdings gibt es dabei klare Spielregeln. 

Auf die Plakate, fertig, los

An diese Spielregeln zur Landtagswahl müssen sich im Landkreis alle Parteien halten 

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  • Magdalena Höcherl
    Magdalena Höcherl
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Die Landtagswahl kommt. Davon zeugen die Plakate der Parteien und Kandidaten, die in diesen Tagen aufgehängt werden. Allerdings gibt es dabei klare Spielregeln. 

Bad Tölz-Wolfratshausen – Sie lächeln einem allerorts entgegen, die Kandidaten der verschiedenen Parteien. Mit dem 1. September, sechs Wochen vor den Landtags- und Bezirkstagswahlen, dürfen diese ihre Plakate aufhängen. Aber nicht immer dort, wo sie wollen. Über die Standorte der Wahlwerbung entscheidet das jeweilige Ordnungsamt. Und das, sagt Hubert Bernwieser, „handhabt jede Kommune etwas anders“. 

In Wolfratshausen, Bernwieser ist Mitarbeiter des Ordnungsamts, stehen den Politikern zum einen große städtische Plakattafeln zur Verfügung. Eine befindet sich beispielsweise in Waldram, eine andere an der Äußeren Beuerberger Straße auf Höhe des Altenheims. Darüber hinaus haben die Parteien in der Loisachstadt die Chance frei, etwa an Laternenpfählen oder auf eigenen Aufstellern, zu plakatieren. Allerdings ist nicht alles erlaubt. „Plakate dürfen Fußgänger und auch den Straßenverkehr nicht behindern oder gar gefährden“, sagt Bernwieser. In der Regel plakatieren die Parteien laut dem Ordnungsamts-Mitarbeiter „aber recht ordentlich“. 

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In der Nachbarstadt Geretsried haben die Parteien weniger freie Hand. „Es gibt neun Plakatwände im Stadtgebiet, an denen die Plakate in Maximal-Größe DIN A 0 angebracht werden dürfen“, sagt Thomas Loibl, Pressereferent der Stadt. In Bad Tölz gilt dieselbe Regel. Dort darf ebenfalls nur an den städtischen Tafeln plakatiert werden. „Es gibt neun Standorte“, berichtet Wahlleiter Wolfgang Steger. Viele Parteien hätten in der Kurstadt schon angefangen, die Werbetrommel zu rühren – allerdings nicht nur für die Landtagswahl, sondern auch für den Bürgerentscheid zum Bichler Hof. „Die müssen danach aber entfernt werden, um für die Wahlplakate Platz zu machen“, sagt Steger. 

Um die besten Plätze gibt es „schon einen kleinen Wettlauf“ unter den Parteien, berichtet Hubert Bernwieser. Bevorzugt seien die, wo viel Fußgängerverkehr herrscht, etwa in der Innenstadt oder angrenzend an die Grundstücke großer Supermärkte. „Dort haben die Leute einfach mehr Muße, stehen zu bleiben und sich so ein Plakat mal anzusehen“, so der Mitarbeiter des Ordnungsamts. 

SPD-Kreisvorsitzender Wolfgang Werner ist einer der Kommunalpolitiker, deren Kopf die Plakate ziert. Der Geretsrieder kandidiert für den Bezirkstag. „Das Fotoshooting fand zentral für alle Kandidaten in München statt“, sagt Werner. Sein Plakat hat der 43-Jährige in Teilen selbst gestaltet. Beim bayernweiten Slogan „Zukunft im Kopf, Bayern im Herzen“ habe er Bayern gegen Oberland getauscht, um mehr regionalen Bezug herzustellen. 

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Auf Werners Plakat prangt außerdem ein Aufkleber, der auf den Zweitstimmenkandidat im Nachbarbezirk Miesbach hinweist. Im Gegenzug klebt dort auf den Plakaten von Tim Roll ein Hinweis auf Werner. „Dieses Abkommen haben wir getroffen“, erklärt der SPD-Kreisvorsitzende. Seine Partei hat im Stimmkreisbezirk 111, zu dem der Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen und Teile des Landkreises Garmisch-Partenkirchen gehören, etwa 500 Plakate aufgehängt. Die Kosten dafür liegen laut Werner im unteren vierstelligen Bereich. Nach und nach sollen sich noch einige Themen-Tafeln der Bayern-SPD zur Wahlwerbung gesellen. „Wir wollen aber nicht alles zupflasten, sondern bewusst dosieren.“ 

Die Frage nach der richtigen Verteilung muss sich Linken-Kandidat Elmar Gehnen aus Bad Tölz nicht stellen. „Wir haben nicht so viel Geld und sind personell schwach besetzt“, sagt der 62-Jährige. Im Stimmkreis gebe es nur etwa 100 Plakate der Linkspartei, die nach und nach aufgestellt werden. „Was die Orte angeht, müssen wir leider das nehmen, was übrig bleibt.“ Bis auf die Fotos, die die jeweiligen Kandidaten selbst haben anfertigen lassen, gleicht sich die Wahlwerbung der Linken in ganz Bayern. Eine Werbeagentur habe das Layout und den Slogan entwickelt. Gehnen: „Über den Spruch ,Mehr für die Mehrheit‘ haben wir auf dem Landesparteitag entschieden.“ 

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Anders bei der CSU: Die stärkste Partei im Stimmkreis legt Wert auf Individualität. Wie die Kandidaten ihre Plakate gestalten, ist von Stimmkreis zu Stimmkreis unterschiedlich. Es gebe zwar Empfehlungen aus der Zentrale. „Aber wir wollten unsere selbst entwerfen“, erklärt der Stimmkreisabgeordnete Martin Bachhuber. Gut 700 Stück hängen zwischen Icking und Mittenwald. Einen Teil der Kosten, rund 20 000 Euro, übernehmen die Kreisverbände Bad Tölz- Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen, erklärt der Bad Heilbrunner. Den Rest zahlen die Kandidaten. mh und peb

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