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Arbeiten künftig eng zusammen: Anika Dollinger (li.) und Ines Lobenstein.

Integration der anerkannten Asylbewerber

Anika Dollinger ist hauptamtliche Asylkraft

Wolfratshausen - Als erste Stadt im Landkreis hat Wolfratshausen zu Beginn des Jahres eine hauptamtliche Asylkraft eingestellt. Anika Dollinger soll sich um die Integration der anerkannten Asylbewerber kümmern.

Die Stelle wird von keiner Fremdem besetzt: Anika Dollinger kennt den Helferkreis in Wolfratshausen, den sie nun mitkoordiniert, bereits seit geraumer Zeit. Die 33-Jährige arbeitete in den vergangenen beiden Jahren als Asylsozialberaterin für den Verein Hilfe von Mensch zu Mensch im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. In dieser Rolle besuchte sie die Asylbewerberheime in allen Gemeinden des Landkreises und leistete dort Verfahrens- und Sozialberatung.

Dollinger half den Bewohnern bei alltäglichen Dingen, wie dem Verfassen von Briefen oder dem Ausfüllen von Anträgen für Sozialleistungen. Diese Arbeiten wird die Tölzerin in Wolfratshausen fortführen. Außerdem ist sie für die Vermittlung von Wohnungen an bereits anerkannte Flüchtlingen verantwortlich. „Momentan arbeite ich mich noch ein, aber ich werde bald richtig loslegen können“, ist Dollinger zuversichtlich.

Die Startbedingungen sind denkbar gut: „Der Helferkreis hat schon viel Vorarbeit geleistet. Es ist alles da. Die Ehrenamtlichen arbeiten unglaublich professionell“, sagt Dollinger. Mit den vielen Freiwilligen ist die 33-Jährige durch ihre frühere Arbeitsstelle bestens vernetzt. „Wir müssen nicht viel an der Arbeit vor Ort ändern“, sagt sie.

160 Helfer engagieren sich in der Loisachstadt momentan unentgeltlich in der Integrationsarbeit. „Das deckt die Arbeit von mehreren Vollzeitstellen ab“, erläutert Ines Lobenstein. Über die neue Stelle ist die Caritas-Mitarbeiterin dennoch überglücklich: „Das ist ein Riesengewinn für die Flüchtlinge, die Helfer und die Stadt.“ Mit Dollinger wird die Koordinatorin des Helferkreises künftig eng zusammenarbeiten. Deshalb befindet sich das Büro der neuen Asylkraft nicht im Rathaus, sondern im Caritas-Zentrum in der Innenstadt. „Ihre Arbeit deckt ja viele Themen ab, um die sich auch die Caritas kümmert“, erläutert Lobenstein.

Als eine der ersten Amtshandlungen möchte Dollinger eine regelmäßige Sprechstunde für die Wolfratshauser Bürger einrichten. Am Dienstagnachmittag sollen Interessierte die Möglichkeit haben, bei einem persönlichen Gespräch mit Dollinger und einem Mitglied des Helferkreises Fragen zu stellen. „Potenzielle Helfer können sich bei dieser Sprechstunde über die Situation in Wolfratshausen informieren“, sagt die 33-Jährige. Aber auch persönliche Sorgen dürfen die Besucher thematisieren. „Ich habe Verständnis dafür, dass einige Menschen Bedenken haben“, räumt Dollinger ein. Sie hat ein Rezept gegen übermäßige Ängste gefunden: „Begegnungen können unheimlich viel bewirken.“

von Dominik Stallein

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