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Gut gemacht, aber schlecht besucht war die „Art & Antiqua“ am Wochenende in der Wolfratshauser Loisachhalle. Nach dem Tod des bisherigen Veranstalters Rainer Dohn im Sommer dieses Jahres organisierte erstmals Wolf Krey die Kunst- und Antiquitätentage.

Traurige Premiere

„Art & Antiqua“ lockt nur wenige Raritätensammler  in die Loisachhalle

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Trotz hochwertiger Exponate war die Besucherzahl während der dreitägigen Kunst- und Antiquitätenausstellung in der Loisachhalle überschaubar.

Wolfratshausen Zum ersten Mal veranstaltete Wolf Krey in der Loisachhalle eine dreitägige Kunst- und Antiquitätenausstellung. Trotz hochwertiger Exponate war die Besucherzahl überschaubar. Es war ein trauriger Anlass, der zur Premiere der „Art & Antiqua“ in Wolfratshausen geführt hat. Rainer Dohn, der die Kunst- und Antiktage seit 2016 zwei Mal im Jahr in der Loisachhalle veranstaltet hatte, ist im Sommer gestorben. Schmuckhändlerin Elke Karmann vermittelte daraufhin den Kontakt zu dem deutschlandweit bekannten Messeveranstalter Wolf Krey.

Unter den Ausstellern war wieder die frühere TV-Moderatorin Ramona Leiß. Die 62-Jährige zeigte ihre farbenfrohen Bilder auch schon in Miami, Basel und Montreux.

Dem Kieler gelang es, renommierte Händler und Künstler aus verschiedenen Bundesländern in die Flößerstadt zu locken. So nahm Nahim Rafiq den weiten Weg aus Karlsruhe auf sich, um Exponate aus Asien und Zentralafrika anzubieten. „Wir sind seit 25 Jahren in ganz Deutschland und im benachbarten Ausland auf Messen präsent“, erklärte der Inhaber der Galerie Darya. In einer Vitrine fiel den Besuchern eine große Silbervase auf. „Das ist unser teuerstes Stück: Die Vase kostet 7000 Euro“, verriet Rafiq.

Nicht ganz so teuer sind die bunten Bilder von Ramona Leiß. Die Münchnerin, die als Fernsehmoderatorin der Knoff-Hoff-Show und des ZDF-Fernsehgartens bekannt wurde, stellte schon vor einem halben Jahr in der Loisachhalle aus. Die Nachricht vom Tod des damaligen Veranstalters Rainer Dohn hat sie tief getroffen. „Ich habe ihn als sehr sensiblen Menschen kennengelernt und und bin erschüttert“, sagte sie traurig. Viel lieber gab Leiß über ihre Malerei Auskunft. „Ich habe in privaten Lehrgängen bei unterschiedlichen Dozenten studiert und in autodidaktischer Arbeit meinen persönlichen Mal-Stil entwickelt“, verriet sie unserer Zeitung. Ihre Werke stellte die 62-Jährige bereits in Miami, Basel und Montreux aus.

Kunstkennern bestens bekannt ist auch Dorothee Knell. „Ich habe schon als Kind immer gern gezeichnet“, sagte die Düsseldorferin auf Nachfrage unserer Zeitung. Bis 2015 hatte jedoch ihr Beruf als Apothekerin Vorrang. Nun malt die 56-Jährige auf Öl und Acryl. Ihre bekanntesten Bilder wie „In der Schwebe“ oder „Goldener Käfig“ lassen viele Interpretationsspielräume zu. „Von manchen Bildern kann ich mich nur schwer trennen“, gibt die Künsterlin zu. Den Verkauf ihrer Werke sieht sie aber auch als Anerkennung ihrer Arbeit.

Auch interessant: Antiktage in Wolfratshausen: TV-Moderatorin lässt Bilder sprechen

Kunst oder Krempel? Das Angebot, eigene Antiquitäten auf der Messe schätzen zu lassen, nahmen einige Besucher am Samstag wahr. Ein Sensationsfund war laut dem Experten Werner Berlinghof nicht dabei. „Die älteste Kostbarkeit war eine Uhr, die wahrscheinlich Ende des 19. oder Anfang des 20.  Jahrhunderts konstruiert wurde“, berichtete er. Ihren Wert schätzt er auf rund 1000 Euro.

Am Ende zog fast jeder der wenigen Besucher der ersten Wolfratshauser „Art & Antiqua“ ein positives Fazit. „Die Ausstellungsflächen für die einzelnen Stände waren sehr großzügig und übersichtlich angelegt“, lobte Guntram Jokisch aus München. Mitleid hatte er jedoch mit den Händlern. „Es ist schade, dass so wenige Besucher gekommen sind“, bedauerte er. Die Veranstalter möchten es dennoch an den Osterfeiertagen 2020 mit einer Neuauflage versuchen.

ph

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