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Rund 60 Menschen leben derzeit in der Gemeinschaftsunterkunft an der Heimgartenstraße. 

Bauausschuss stimmt Nutzungsverlängerung zu 

Asylunterkunft bleibt bis 2023

Das ehemalige Vermessungsamt an der Heimgartenstraße soll bis zum Jahr 2023 als Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber dienen. Der Bauausschuss stimmte der Nutzungsverlängerung zu, hat aber Forderungen an die Regierung.

Wolfratshausen – Rund 60 Asylbewerber sind derzeit im ehemaligen Vermessungsamt an der Heimgartenstraße untergebracht. Maximal 88 Menschen dürfen dort leben. Eine entsprechende Vereinbarung der Stadt Wolfratshausen mit der Regierung von Oberbayern läuft Ende 2018 aus. Der Bauausschuss stimmte einem Antrag auf Verlängerung zu. Demnach darf das Gebäude für fünf weitere Jahre, also bis 2023, als provisorische Gemeinschaftsunterkunft genutzt werden. Im Anschluss soll es abgebrochen und die Fläche als Parkplatz für das neue Vermessungsamt und das Finanzamt genutzt werden.

Stadtrat Richard Kugler (parteifrei für die CSU) äußerte sich kritisch zur Situation an der Heimgartenstraße. „Gemeinschaftsunterkünfte werfen mehr Probleme auf als Einzelunterkünfte“, sagte er. Immer wieder müsse die Wolfratshauser Polizei zu Einsätzen in der Unterkunft ausrücken. Es gebe es in Bayern und Deutschland einige Kommunen, die gar keine Asylbewerber aufgenommen hätten, merkte Kugler an. „Und wir sollen weiter Massenunterkünfte bieten.“

Josef Praller wohnt nur wenige Meter von der Einrichtung entfernt. Er bezeichnete die Lage als „relativ ruhig“. Auch von anderen Anwohnern habe er „keine negativen Resonanzen“ gehört. „Anfangs war das etwas emotional“, erinnerte sich der Fraktionssprecher der Bürgervereinigung. „Inzwischen haben sich die Anwohner aber darauf eingestellt.“

Praller regte an, das Gespräch mit der Regierung als Betreiber der Unterkunft zu suchen. Schließlich würden an der Heimgartenstraße auch viele Kinder leben. „Bei Wohnanlagen ist es Pflicht, ab einer gewissen Größe einen Spielplatz zu schaffen“, erklärte der Stadtrat. Dies oder eine andere Möglichkeit der Bewegung wünsche er sich auch für die Unterkunft.

Dr. Hans Schmidt stieß ins gleiche Horn. „Wenn dort 88 Personen leben, ist es notwendig, dass man im Außenbereich etwas für die Kinder anlegt“, sagte der Grünen-Fraktionssprecher. Er verwies auf die Mindeststandards für solche Unterkünfte. „Wir brauchen Gemeinschaftsräume für Jugendliche, Frauen und Familien.“ Die Stadt solle sich dafür einsetzen, um so „Konflikte zu vermeiden und die Jugendlichen besonders zu schützen“.

Bürgermeister Klaus Heilinglechner kündigte an, Gespräche führen zu wollen. Die Regierung plane ohnehin bauliche Maßnahmen. Laut Antrag steht ein Umbau der Duschen, Brandschutzarbeiten sowie eine „Verbesserung der Gesamtsituation auch im Außenbereich“ auf der Agenda. Der Bauausschuss entschied sich mit 9:1 Stimmen für die Verlängerung der Nutzung. Einzig Richard Kugler votierte dagegen.

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