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Geschöpfe wie von einem anderen Stern: Künstler mit Rokoko-Perücke tanzten in blauen Licht. 

Atemberaubende Show in der Loisachhalle

"Imagine 2.16" begeistert das Publikum

Wolfratshausen - Zwei Mal war die Loisachhalle am vergangenen Wochenende ausverkauft. Alle wollten Dominik Halameks Show "Imagine 2.16" sehen. Und sie wurden nicht enttäuscht. 

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr gab es am Wochenende mit zwei Vorstellungen eine Neuauflage der aufwändigen Show-Revue des Wolfratshauser Tanz- und Luftakrobaten Dominik Halamek, im Auftrag der Stadt Wolfratshausen. Sein Varieté „Imagine“ überzeugte mit einer Kombination aus Ausdruckstanz, Artistik und Jonglage, eingebettet in sensationelle Videoanimationen im Stil der asiatischen Cosplay-Szene.

Geschöpfe wie von einem anderen Stern

Wummernder Bassrhythmus und wabernde Lichteffekte empfingen das Publikum schon zu Beginn im Foyer der Loisachhalle. Man hatte das Gefühl, als würde man gleich über ein Laptop-Display in die fiktive Computerwelt eintreten. Und so steigerte dann auch das überdimensionale Ladevorgangssymbol, das per Beamer an die Wand projiziert wurde, die Erwartungen der Zuschauer auf die kommenden zwei Stunden Show-Varieté. Bei 100 Prozent donnerte lauter Techno-Rhythmus, und mit kühler Arroganz schritten Tänzerinnen in weißen Manga-Kostümen wie vom anderen Stern durch aufsteigende Nebelschwaden über die Bühne. Willkommen in der Fiktion.

Raffinierte, modernste Technik

Die Cosplay-Szene gibt es inzwischen auf der ganzen Welt. Junge Leute schminken und kostümieren sich aufwändig nach Vorbildern aus der Animations- und Computerwelt. Bezeichnend dafür sind die maskenartigen Manga-Figuren, deren Stil den Barock und Rokoko mit Science-Fiction verbindet. Dominik Halamek hat mit „Imagine“ in diesem Stil ein imaginäres Gesamtkunstwerk aus Live-Darstellung mit Videoinstallationen geschaffen. Als international agierender Darsteller und Choreograph wirkte er bei Tanzeinlagen und Akrobatik am Trapez selbst mit. Eine Show, die an modernster Technik-Raffinesse nichts ausließ.

Ein Artist schwebt waagrecht am Trapez

Da waren Jongleure, die Lichtkeulen warfen, deren Fluglinien sich auf der Videowand psychedelisch simulierten. Da waren Tänzer in LED-Leuchtkostümen, die wie elektrische Impulse auf der stockfinsteren Bühne ihre Linien zogen. Dem BMX-Freestyler Chris Böhm bedeuteten die Gesetze der Schwerkraft nichts. Luftakrobat Domsn Carave hingegen benötigte archaische Kräfte, um am Trapez in der Waagerechten zu schweben. Für die Komik zwischendurch sorgte der englische Comedy-Jongleur Steve Rowling, der mit Feuerkeulen brenzlig hantierte und sich Ping-Pong-Bälle in den Mund schob, um dann die unmöglichsten Grimassen zu ziehen.

Christian Schäfer (17) spielt virtuos auf der Geige

Dominik Halamek hat diese spektakuläre Revue speziell für Wolfratshausen entworfen und dazu neben international hochkarätigen Künstlern auch einheimische Freunde einbezogen. Franziska Sporer aus Geretsried beeindruckte immer wieder zwischen Tanz und Artistik mit Livegesang auf Rock- und Popsongs. Der Wolfratshauser DJ Michael Kramer sorgte mit Nebel und Elektrosound für die nötige Atmosphäre. Und der Geretsrieder Gymnasiast Christian Schäfer (17) brachte mit dem ukrainischen Countertenor und Violinist Viktor Andriichenko Klassik ins Science Fiction-Spiel. 


von Andrea Weber

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