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Genießen den Sommer an der Loisach: Wenn Karin König mit Anna und Ludwig in Wolfratshausen unterwegs ist, gibt es am Sebastiani-Steg meist einiges zu entdecken.

Serie: Sommer mit allen Sinnen 

Auf knarzenden Dielen: Ein außergewöhnlicher Spaziergang über den Sebastiani-Steg

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Für die Serie „Sommer mit allen Sinnen“ haben wir uns in Wolfratshausen auf Spurensuche begeben. Heute: ein Spaziergang über den Sebastiani-Steg.

Wolfratshausen – Kleine, schnelle Trippelschritte über die Holzdielen, dann Stille. Plötzlich ein lauter Ruf: „Da! Schau, Ludwig!“ Die fünf Jahre alte Anna späht durch die hölzernen Streben des Geländers auf dem Sebastiani-Steg. Ein paar Meter darunter fließt die grüne Loisach gemächlich dahin. „Und noch ein Fisch!“ Ludwig läuft zu seiner Schwester, schaut nach unten und entdeckt die zwei Forellen. Karin König lächelt. Es wird wohl noch ein bisschen dauern, bis sie und ihre Kinder den Steg überquert haben.

Die Holzbrücke zwischen dem Rathaus und dem Wirtshaus Flößerei verbindet die beiden Loisachufer seit 1989. An einem Sommertag wie diesem spendet der überdachte Steg Schatten, Verkehrslärm ist nicht zu hören. Nur das Plätschern des Wassers, das ab und an vom Rauschen der Fontäne übertönt wird. Und natürlich die Schritte der Fußgänger auf den Planken. In den fast 30 Jahren sind über den Sebastiani-Steg unzählige Menschen gelaufen, die alten Holzdielen haben tausenden von Gesprächen gelauscht. Die Brücke ist ein stiller Zuhörer, der kaum einen Laut von sich gibt. Nur wenn Radler darüber rollen, poltern die Planken ein wenig. Wackeln tut natürlich nichts, die hölzerne Konstruktion ist stabil.

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Vollkommen leer ist der Steg selten. Ein junges Pärchen aus Spanien schlendert gemächlich über die Brücke Richtung Marienplatz zum Bummeln. Den beiden Touristen läuft eine Frau mit dunklem Kurzhaarschnitt entgegen, sie muss sich beeilen, um ihre S-Bahn nicht zu verpassen. Dahinter kommt eine junge Mutter mit ihrem Baby im Kindersitz angeradelt. Ihr Bub rollt mit Stützrädern über die Dielen. Er bleibt stehen und deutet in die Nähe der Fontäne: „Da waren wir picknicken.“ Seine Mama nickt. In die andere Richtung flitzen zwei Mädchen mit ihren Cityrollern.

„Flip, flop“ schnalzt es über die Brücke. Die Sandalen klatschen laut an ihre nackten Fußsohlen, als Susanne Karp-Stuparec mit ihrem Mann Thomas über den Sebastiani-Steg läuft und das viele Grün links und rechts des Geländers genießt. In der Hand trägt sie einen Stoffbeutel. „Wir haben gerade Brot gekauft und spazieren jetzt nach Hause“, sagt die Wolfratshauserin. „Wir gehen meistens zu Fuß“, ergänzt ihr Mann Thomas. Mitten in der Stadt einen Parkplatz zu finden sei schwierig, außerdem sei ein Spaziergang nicht nur besser für die Natur, sondern auch für die Gesundheit.

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Als das Schnalzen der Flip-Flops verstummt, sind Anna und Ludwig auf der anderen Seite der Brücke angekommen. „Das Wetter ist so schön. Es fühlt sich an wie Urlaub – nur ohne Packstress“, sagt Mama Karin, während sie ihre Kinder beobachtet. Die Geschwister sind damit beschäftigt, die Mitglieder einer Entenfamilie zu zählen, die sich auf dem Fluss treiben lässt. „Gewässer wie Loisach und Isar haben für Kinder einfach viel Wert.“ Hand in Hand spaziert das Trio davon.

Als einen Moment niemand über den Steg läuft, ist in den Bäumen, die das Ufer säumen, ganz deutlich Vogelgezwitscher zu hören. Ein lauer Wind weht, die Loisach fließt ruhig dahin. Das leise Knarzen der Dielen verrät, dass die nächsten Passanten im Anmarsch sind. Vollkommen still ist es nie auf dem Sebastiani-Steg. Doch Ruhe und Entspannung findet dort jeder, der möchte. mh

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