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Feuermachen ist an der Isar verboten. Dennoch finden Katja Jasper und Andreas Thomas von der Sicherheitswacht immer wieder die Reste von Lagerfeuern. 

Kontrolle an den Kiesbänken

Auf Streife in den Isarauen: Sicherheitswacht macht Jagd auf Exhibitionisten

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Die Sicherheitswacht streift seit einem halben Jahr durch Wolfratshausen. In den vergangenen Wochen hat sich der Schwerpunkt der vierEhrenamtlichen von der Innenstadt an die Isar verlagert. Ein Rundgang.

Wolfratshausen – Ein lautes Klopfen durchdringt die Stille. Katja Jasper dreht sich um und horcht. Plötzlich ist es wieder ruhig. „Nee, alles in Ordnung“, sagt die 48-Jährige. Sie und ihr Kollege Andreas Thomas setzen ihren Weg durch die Wolfratshauser Isarauen fort.

Seitdem das schöne Wetter in der Region Einzug gehalten hat, sind die vier Mitglieder der Sicherheitswacht verstärkt an Isar und Loisach unterwegs, um dort nach dem Rechten zu sehen. Dass die vier Freiwilligen weiterhin durch die Flößerstadt streifen sollen, hatte der Stadtrat in seiner Mai-Sitzung beschlossen (wir berichteten).

An diesem Tag marschieren Jasper und Thomas in ihren dunkelblauen T-Shirts mit der Aufschrift „Sicherheitswacht“ von der Mehrzweckhalle in Farchet am Loisach-Isar-Kanal entlang durch den Wald bis zu den Kiesbänken an der Isar. Vorab haben die Polizeibeamten die beiden Freiwilligen gebeten, einen Streifzug durch die Isarauen zu machen. „Wir stimmen uns immer eng ab“, sagt Jasper.

Regeln gelten für alle

Auf dem Trampelpfad zum Waldstück begegnen ihnen zwei Hundehalter, die vierbeinigen Begleiter an der Leine. Jasper und Thomas grüßen und nicken. „Die gesamten Isarauen sind Naturschutzgebiet“, erklärt die 48-Jährige. Das bedeutet: Hunde – egal, wie klein oder wie gut erzogen sie sind – müssen an die Leine. Auf dem schmalen, etwas matschigen Weg kommen auf einmal zwei schwarze Labradore angelaufen und schnüffeln durch das Gras am Wegrand. Kurz darauf taucht die Halterin auf. „Guten Morgen, würden Sie Ihre Hunde bitte anleinen“, sagt Jasper. Die Frau erklärt zwar, dass ihre Hunde brav wären und auf Kommando bei Fuß laufen würden, aber die Sicherheitswachtler lassen sich auf keine Diskussion ein. Thomas betont, dass für alle Hunde das Gleiche gelte und verweist auf die Info-Tafeln, die jedem beim Betreten des Naturschutzgebiets unmissverständlich klar machen, welche Regeln hier zu beachten sind.

Schließlich leint die Frau ihre Vierbeiner an und verschwindet hinter der nächsten Biegung. Den ehrenamtlichen Helfern ist bewusst, dass die blaue Leine möglicherweise bald wieder in der Tasche verschwindet. „Aber es gehört nunmal zu unseren Aufgaben, die Leute auf den Leinenzwang hinzuweisen“, sagt Jasper. Hunde sollen genauso wenig wie Menschen fernab der markierten Wege umherstreifen und so Bodenbrüter und andere Lebewesen stören. „Wenn wir immer wieder dieselben Leute ansprechen müssen, können wir ihre Personalien feststellen. Dann werden sie von der Polizei auf die Ordnungswidrigkeit hingewiesen.“

Exhibitionisten trieben ihr Unwesen

Weiter geht’s zu den Kiesbänken, die an diesem Vormittag bis auf einen einsamen Spaziergänger leer sind. Das bedeutet auch: All die Sonnenanbeter, die am Wochenende dort waren, haben ihren Müll wieder mit nach Hause genommen. „Als wir letzte Woche hier waren, haben einige Jugendliche gefeiert. Schön, dass unsere Arbeit fruchtet“, sagt Thomas. Der 44-Jährige deutet auf drei Stellen, an denen verbrannte Holzkohlestücke zwischen dem Kies liegen. „Zum Glück sind keine neuen dazugekommen.“ Denn Lagerfeuer und Grillen sind an der Isar ebenfalls nicht erlaubt.

Dort müssen die Mitglieder der Sicherheitswacht an heißen Tagen auch ein Auge auf die Badegäste haben. Nacktbaden ist nicht verboten, „ab und zu sonnen sich hier ein paar“, sagt Thomas. In den vergangenen Jahren trieben jedoch immer wieder Exhibitionisten in den Isarauen ihr Unwesen und belästigten Badegäste. Polizeichef Andreas Czerweny kündigte kürzlich in der Stadtratsitzung an, das Problem gemeinsam zu lösen: „Das schaffen wir miteinander.“ Sicherheitswachtler Thomas betont: „Wir achten verstärkt darauf.“ Bis jetzt sei es allerdings noch nicht zu einem solchen Vorfall gekommen.

Diesmal ist alles ruhig an der Isar. „Wir können ja froh sein, wenn nix passiert“, sagt Jasper. Ihrer Meinung nach hat sich die Sicherheitswacht in den vergangenen sechs Monaten in der Flößerstadt „voll etabliert“. Den Mitgliedern gehe es nicht darum, Vergehen aufzudecken und Fehlverhalten anzuprangern. Jasper, Thomas und ihre beiden Kollegen engagieren sich dafür, „die Leute für ihr Umfeld zu sensibilisieren. Das gelingt schon ganz gut.“ Thomas ergänzt: „Es hat sich herumgesprochen, dass wir unterwegs sind.“

Dabei achten die Sicherheitsleute nicht nur auf freilaufende Hunde, Müll und Lärm, sondern auch auf zugewachsene Schilder oder kaputte Straßenlaternen und informieren die zuständigen Behörden darüber. Jasper betont: „Wir sind gut vernetzt und wollen das für ein besseres Miteinander nutzen.“ mh

Lesen Sie auch: Unterwegs mit der Sicherheitswacht: Streifgang ist kein Ponyhof

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