Der Netto-Markt an der Äußeren Münchner Straße, direkt am Ortsschild von Weidach.
+
Soll erhalten bleiben: Der Netto-Markt an der Äußeren Münchner Straße in Weidach.

Nahversorger in Weidach

Aufatmen in Wolfratshausen: So möchte die Stadt den Netto-Markt retten

  • vonDominik Stallein
    schließen

Die Sorge war groß im Ortsteil Weidach. Nun gibt es gute Nachrichten: Der Netto-Markt an der Äußeren Münchner Straße soll erhalten bleiben, zumindest vorerst.

Wie berichtet stand ein Abbruch der Immobilie im Raum. Der Eigentümer wollte anstelle des Supermarkts 33 Wohnungen errichten, wie aus einem Antrag auf Vorbescheid hervorging, der Anfang Februar im Bauausschuss behandelt wurde. Eine neue Ladenfläche war in dieser Planung nicht vorgesehen. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt Rathauschef Klaus Heilinglechner, wie die Stadt den Abriss abwenden möchte: Für das Grundstück wird ein Bebauungsplan aufgestellt. Eine solch verbindliche Regelung gibt es für das Areal derzeit nicht. „Wir werden in diesem Zuge eine Veränderungssperre für das Grundstück erlassen“, kündigt der Bürgermeister an.

Veränderungssperre greift, bis der Bebauungsplan steht - also mindestens zwei Jahre

Eine Veränderungssperre ist ein juristisches Mittel, zu dem Kommunen greifen können, während ein Bebauungsplan aufgestellt wird. Sie bewirkt, dass keine relevanten baulichen Veränderungen auf den betroffenen Flurstücken erlaubt sind, bis der rechtlich verbindliche Plan in Kraft tritt. Erfahrungsgemäß dauert die Aufstellung etwa zwei Jahre. „In diesem Fall kann es länger dauern, weil das Wasserwirtschaftsamt Weilheim miteinbezogen werden muss“, so Heilinglechner. Das Grundstück an der Äußeren Münchner Straße verläuft nämlich entlang der Loisach. Noch ist die Veränderungssperre nicht in trockenen Tüchern. Die Entscheidung soll am Mittwoch, 3. März, im Bauausschuss getroffen werden. „Ich gehe davon aus, dass dies so entschieden wird“, äußert sich Heilinglechner optimistisch. Dass die Stadträte aller Voraussicht nach zu diesem Instrument greifen werden, hat Heilinglechner nach eigenen Worten dem Grundstückseigentümer bereits mitgeteilt. Der Rathauschef war vom Fachausschuss beauftragt worden, zeitnah ein Gespräch mit dem Bauwerber zu führen.

„Es ist mir und dem Stadtrat wichtig, einen Nahversorger an dieser Stelle zu erhalten“, sagt Rathauschef Klaus Heilinglechner.

In Weidach genießt der Vollsortimenter einen hohen Stellenwert: „Ich weiß, dass dieser Markt für viele Menschen und die Umgebung ein wichtiger Versorger ist“, sagt Heilinglechner. Vor allem aus Weidach und der Altstadt „gehen dort viele Menschen einkaufen“. Von denen hätten sich einige im Rathaus gemeldet, nachdem der drohende Abriss bekannt geworden war. Auch im Gespräch mit unserer Zeitung äußerten Anwohner große Sorgen: „Für ältere Menschen oder Kinder gibt es sonst gar keine Möglichkeit mehr einzukaufen“, sagte beispielsweise Erich Brockard junior. Einen „massiven Wertverlust“ für den gesamten Ortsteil befürchtete Martin Lambl. Fußläufige Einkäufe seien ohne den Vollsortimenter künftig unmöglich.

„Es ist mir und dem Stadtrat wichtig, einen Nahversorger an dieser Stelle zu erhalten“, sagt Heilinglechner. Er möchte im Bebauungsplan eine Gewerbefläche vorschreiben. „Wir können jedoch nicht im Detail festlegen, dass es ein Supermarkt sein muss“, so der Bürgermeister. Dominik Stallein

Das Areal liegt in Rufweite des Orts, an dem eine Gruppe von Wolfratshausern eine Surfwelle errichten möchte. Wie es um die Planungen steht, lesen Sie hier.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare