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Melanie Piservon    der Technischen Hochschule Deggendorf. 

Aufwertung der Wolfratshauser Altstadt nimmt Fahrt an

Wolfratshausen: Aufwertung der Altstadt durch Ideenfindung im Internet

Bis Freitag können die Wolfratshauser an einem digitalen Brainstorming zur Aufwertung der Altstadt teilnehmen. Das Projekt leitet die Technische Hochschule Deggendorf - ein Interview mit Mitarbeiterin Melanie Piser.

Wolfratshausen – Die Bürgerbeteiligung zur Aufwertung der Wolfratshauser Innenstadt läuft. Dazu findet noch bis diesen Freitag, 7. Dezember, ein Digitales Brainstorming statt (siehe Kasten). Betreut wird das Projekt von der Technischen Hochschule Deggendorf. Deren Mitarbeiterin Melanie Piser erklärt im Gespräch mit unserer Zeitung, was es mit dem Angebot auf sich hat und wie es mit dem Prozess weitergeht.

Frau Piser, was erhoffen Sie sich von der digitalen Begleitung der Bürgerbeteiligung?

Wir sehen die digitalen Medien als Bereicherung zu den klassischen, analogen Methoden der Beteiligung in der Stadtentwicklung. Mit Online-Angeboten können wir den Beteiligungsprozess zu den Wolfratshausern bringen. Durch das digitale Brainstorming baut sich ein intensiver Dialog zwischen den Bürgern, Fachplanern und den politischen Entscheidungsträgern auf.

Davon profitieren also beide Seiten?

Ganz genau. Planer und die Entscheidungsträger werden mit dem hohen Regionalwissen der Bürger versorgt. Die Wolfratshauser bekommen wiederum ein stadtplanerisch machbares Konzept zurück, das zu den Bedürfnissen passt, die sie geäußert haben. So ergibt sich ein transparentes Zusammenspiel aller Beteiligten. Im besten Falle steigert die digitalte Beteiligung also die gemeinschaftliche Identifikation mit den Maßnahmen zur Altstadtaufwertung.

Spricht ein solches Online-Format vor allem jüngere Bürger an, die man sonst selten bei Stadtgestaltungs-Workshops sieht?

Ja, die digitale Bürgerbeteiligung mit der Plattform PUBinPLAN bietet auch die Möglichkeit, Jüngere einzubinden. Nicht nur das: Auch andere Bevölkerungsteile werden davon angesprochen, die sich bisher aus vielfältigen Gründen nicht aktiv eingebracht haben – Zeitmangel, Schüchternheit, Desinteresse oder Ähnliches. So können alle Bürger ihre regionalen Kenntnisse einfließen lassen, was ansonsten vielleicht nicht gehört werden würde.

Hilft dies, Bürger langfristig für städteplanerische Themen zu begeistern?

Unsere Erfahrungen bisher bestätigen das. Die Teilnehmer zeigen langfristig mehr Aufmerksamkeit, bleiben dabei und bringen sich ein. Das digitale Brainstorming ist ein neuartiges Format der Bürgerbeteiligung. Die Teilnehmer kennen dessen Funktionen aber bereits aus dem privaten Gebrauch von Social Media. So müssen die Bürger nicht mehr zum Planungsprozess kommen. Stattdessen kommt der Prozess zu ihnen.

Zurück zum konkreten Projekt in Wolfratshausen: Sind Sie bislang mit den Rückmeldungen zufrieden?

Die Rückmeldungen und die Beteiligung bisher stimmen uns sehr positiv. Die Wolfratshauser sind aufgeschlossen, die Beteiligung ist hoch, und die Meldungen sind überwiegend konstruktiv, sachlich und zielführend. Auch von älteren Bürgern, die sich sonst seltener mit Computer und Internet auseinandersetzen wollen, ist uns eine hohe Teilnahmebereitschaft signalisiert worden. Das ist wirklich erfreulich und kommt der Altstadtaufwertung und letztendlich auch den Wolfratshausern zugute.

Bis Freitag, 7. Dezember, kann man noch teilnehmen. Ist Ihr Engagement dann beendet?

Damit endet unsere Begleitung noch nicht. Nach dem Brainstorming stehen wir bereits am 14. Dezember wieder für die Stadt(ver)führung zur Verfügung. Gemeinsam mit Vertretern der Stadt und des Moderationsbüros Identität & Image machen wir in drei Gruppen einen Rundgang durch die Altstadt. Auf einer parallelen digitalen Route nehmen wir Anregungen der teilnehmenden Bürger sofort auf. Die werden auf der Plattform PUBinPLAN sofort verortetet. Danach gehen wir in einen engen Austausch mit den anderen Beteiligten, also Stephanie Pettrich, der Architektin Claudia Schreiber, Stadtmanager Dr. Stefan Werner und den politischen Entscheidungsträgern. Im Gespräch werden wir die Ergebnisse zusammentragen, sie auf Machbarkeit prüfen und noch mal aufbereiten.

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Ist der Bürger damit aus dem Spiel?

Nein, der Prozess ist wie ein Staffellauf: Die Bürger geben nach der „Stadt(ver)führung“ den Stab an uns weiter und dann sind wir an der Reihe, mit den gesammelten Informationen weiterzuarbeiten. Die Ergebnisse spielen wir den Bürgern beim Kreativtag am 26. Januar wieder zurück. Die Ergebnisse werden dann dauerhaft, auch noch nach Abschluss des Projektes, auf PUBinPLAN verfügbar sein.

dst

Infos im Internet:

https://pubinplan.
th-deg.de/.

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