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Darf abgerissen werden: Das seit Ende 2012 leer stehende ehemalige Isar-Kaufhaus in der Altstadt soll durch ein neues Geschäfts- und Wohnhaus ersetzt werden. Dem entsprechenden Antrag stimmte der Ba uausschuss einstimmig zu.

„Eine erhebliche Innenstadtbelebung“ 

Ausschuss sagt Ja zum Ersatzbau fürs alte Isar-Kaufhaus

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„Das ist ein wichtiges Zeichen für unsere Stadt“: Mit diesen Worten kommentiert Bürgermeister Klaus Heilinglechner das einstimmige Votum des Bauausschusses, das den Abriss des alten Isar-Kaufhauses und den Neubau eines Geschäfts- und Wohnhauses an der Stelle erlaubt.

Wolfratshausen– Trotz der Anfechtungsklagen, die drei Nachbarn gegen den vom Landratsamt erlassenen positiven Bauvorbescheid beim Münchner Verwaltungsgericht erhoben haben, hat die Untermarkt 7-11 GmbH bei der Stadt Wolfratshausen einen Bauantrag gestellt. Demnach soll das seit Ende 2012 leer stehende ehemalige Isar-Kaufhaus abgerissen und durch ein Wohn- und Geschäftshaus ersetzt werden. Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss ist eine zusammenhängende Ladenfläche von gut 1500 Quadratmetern vorgesehen, im zweiten, dritten und vierten Stock sind insgesamt 13 Wohnungen geplant. Darüber hinaus eine Tiefgarage, die Platz für 27 Pkw bietet. Laut Rechtsanwalt Dr. Harald Mosler, Mitglied der GmbH-Geschäftsführung, sind bereits Ankermieter in Sicht. Dazu zählt nach seinen Worten die schwedische Textil-Kette „Hennes & Mauritz“, besser bekannt unter dem Kürzel H & M.

Die Mitglieder des städtischen Bauausschusses sagten am Mittwochabend unisono „Ja“ zu dem Bauantrag. „Die Pläne sind sehr gelungen“, urteilte der Fraktionschef der Bürgervereinigung Wolfratshausen, Josef Praller. Der Neubau, der wie berichtet bereits den Segen des Historischen Vereins Wolfratshausen bekam, füge sich gut ins Stadtbild ein, sagte Praller. Er verspreche sich von dem Projekt „eine erhebliche Innenstadtbelebung“.

„Das ist ein sehr ansprechender Vorschlag“, stellte Dr. Hans Schmidt (Grüne) fest. „Wir stehen voll hinter dem Vorhaben“, pflichtete ihm Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller (SPD) bei. Der „jahrelange Stillstand“ an dem prominenten Platz im Herzen der Flößerstadt werde mutmaßlich bald ein Ende haben.

In puncto Stellplätzen kam das Fachgremium dem Bauwerber entgegen. Die Stadträte genehmigten – abweichend von der Stellplatzsatzung der Kommune – einen Schlüssel von einem Stellplatz je 30 Quadratmeter Ladenfläche. Das sei jedoch kein Präzedenzfall, betonte Praller. Schon bei anderen Bauprojekten, zum Beispiel im Gewerbegebiet, sei man kompromissbereit gewesen. Ob die Untermarkt 7-11 GmbH für fehlende Stellflächen eine Ablöse zahlen oder die Parkplätze auf einem in der Nähe liegenden Grundstück nachweisen muss, ist laut Bürgermeister noch nicht abschließend geklärt.

„Ich bin sehr happy“, sagte Rechtsanwalt Mosler am Donnerstagmorgen in einem Telefongespräch mit unserer Zeitung. Nach der Entscheidung des Bauausschusses sei nun wieder das Landratsamt am Zuge. Sollte das Verfahren reibungslos weiterlaufen, „könnten wir im Herbst den Baubescheid in Händen halten“. Einen konkreten Zeitpunkt möchte Mosler nur ungern nennen. „Dazu müsste ich in die Glaskugel schauen“ – und das sei unseriös.

„Ich gehe davon aus, dass das Projekt kommt“, sagt der Jurist. Die Untermarkt 7-11 GmbH habe die Vorbescheid-Auflagen „penibel“ eingehalten. Summa summarum „erfüllen wir alle Vorgaben, die laut Gesetz beachtet werden müssen“. Moslers Zwischenfazit: „Wir sind auf einem guten Weg.“

Ein „Worst-Case-Szenario“, kann der Jurist aber nicht ausschließen. Es sei denkbar, dass die drei Nachbarn nun auch gegen den von der Stadt Wolfratshausen positiv beschiedenen Bauantrag klagen. Eine mögliche Folge für den Bauherrn: Das Projekt liegt bis Ende des Rechtsstreits auf Eis.

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