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Wolfratshausen: Ausstellung im Badehaus geht zu Ende - Finissage gibt Einblicke in die Historie

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Von: Peter Herrmann

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Meisterliche Vorstellung: Peter Schneider, Christian Kaufmann, Werner Bürgle und Johannes Feldmann musizierten zur Finissage der LebensBilder-Ausstellung im Erinnerungsort Badehaus in Waldram.
Meisterliche Vorstellung: Peter Schneider, Christian Kaufmann, Werner Bürgle und Johannes Feldmann musizierten zur Finissage der LebensBilder-Ausstellung im Erinnerungsort Badehaus in Waldram. © Hans Lippert

Musik, Zeitzeugen-Gespräche und Lesungen: Die Finissage der Lebensbilder-Ausstellung im Badehaus Waldram erinnerte an das Lager Föhrenwald.

Waldram - Vor einem Jahr eröffnete die Fotografin Justine Bittner im Gartengeschoss des Erinnerungsortes Badehaus ihre Ausstellung „LebensBilder - Porträts aus dem jüdischen DP-Lager Föhrenwald“. Bei der Finissage am Sonntagabend erinnerte sich Zeitzeuge Chone Surowicz an seine Kindheitserlebnisse.

Wolfratshausen: Ausstellung im Badehaus geht zu Ende - Finissage gibt Einblicke in die Historie

Bevor der mittlerweile fast 80-jährige Rentner 1952 mit seiner Familie im Lager Föhrenwald ankam, durchlebte er eine von Flucht und Hunger geprägte Odyssee. Geboren im damals polnischen Dorf Glinne, wurde er mit seiner Familie zunächst in ein Ghetto deportiert. Von dort flüchtete seine Mutter mit ihm, seinen Geschwistern und seiner Tante zunächst in die nahe gelegenen Wälder der Karpaten, in denen er zwei Jahre lang aufwuchs. „Im Winter mussten wir an den umliegenden Häusern um Nahrung betteln“, erinnerte sich Surowicz. Nach dem Einmarsch der russischen Armee führte der Weg seiner Familie zunächst ins DP-Lager Berlin Tempelhof und über mehrere Umwege schließlich nach Waldram.

Badehaus Waldram erinnert an Föhrenwald - Zeitzeuge spricht über Flucht

„Damals lebten dort etwa 5.000 Menschen“, berichtete Surowicz. Die vorherigen Entbehrungen waren für den damals elfjährigen Buben schnell vergessen. „Es herrschte eine sehr freundliche Atmosphäre: Jeder kannte jeden.“ Neben Tischtennisspielen im Jugendclub und Aufenthalten am nahegelegenen Isarufer erinnerte er sich auch an die Mikwe im Badehaus - ein jüdisches Ritualbad, das er jedoch nur einmal nutzte. Viel lieber heckte er mit seinen Freunden Streiche aus oder schmuggelte sich in eine Kinovorstellung im benachbarten Wolfratshausen, um sich den Eintritt von 30 Pfennig zu sparen.

Vor dem von Badehaus-Vorstandsmitglied Emanuel Rüff geführten Interview verfolgten die Gäste der Finissage auf einer Leinwand Lesungen weiterer „Männerbilder“. Grünen-Bundestagsneuling Karl Bär würdigte das Engagement des Badehaus-Vereins. „Es ist auch heute noch wichtig, an die Verbrechen des Nationalsozialismus zu erinnern“, erklärte er. Rüff gab dem Abgeordneten mit auf dem Weg, dass der Badehaus-Verein aufgrund finanzieller Engpässe dringend „institutioneller Förderung“ bedarf.

Wolfratshausen: Ausstellung im Badehaus dauert noch einige Wochen

Nachdem Peter Schneider (Klarinette), Christian Kaufmann (Violine), Werner Bürgle (Viola und Violoncello) und Johannes Feldmann (Klavier) den offiziellen Teil des Abends beendet hatten, lud Fotografin Bittner die Gäste ins Gartengeschoß ein. Dort sind noch bis 28. November ihre Porträts zu sehen. „Mir kommt es darauf an, nicht nur das Gesicht, sondern vor allem die Persönlichkeit der Menschen zu fotografieren“, verriet sie auf Nachfrage von Badehaus-Vorstandsmitglied Jonathan Coenen. Eine Herausforderung, die die Fotografin bravourös gemeistert hat. PETER HERRMANN

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