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Wer sich im Landkreis ansiedeln will, muss vor allem eines mitbringen: viel Geld. Die aktuellen Zahlen des Immobilienverbands Deutschland (IVD) sprechen eine klare Sprache.

Bericht des Immobilienverbandes Deutschland

Wohnen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen: Hohe Nachfrage, extrem hohe Preise

Wohnen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen wird immer teurer. Das zeigt auch der Bericht des Immobilienverbandes Deutschland deutlich.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Der Landkreis wächst, weil viele Menschen zuziehen. Das macht sich auf dem Immobilienmarkt bemerkbar: Steigende Preise und ein angespannter Wohnungsmarkt sind die Folge. Im aktuellen Bericht des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) sprechen die Zahlen eine klare Sprache. Die hohe Nachfrage übersteigt das Wohnangebot im Landkreis. Vor allem in den Städten „haben Immobilien deutliche Preiszuwächse erfahren“, so der IVD-Report.

Bad Tölz

„Ein vielfältiges Freizeit- und Kulturangebot, eine hervorragende Infrastruktur, die Nähe zum Starnberger See und Tegernsee haben Bad Tölz zu einem beliebten Kur- und Urlaubsort Bayerns werden lassen“, urteilt der Immobilienverband. Verglichen mit der Landeshauptstadt München ist Bad Tölz zwar für Wohnraumsuchende verhältnismäßig günstig, im Landkreis liegt die Stadt im oberen Preisbereich. Den Bevölkerungsdruck kann Bad Tölz nicht auffangen: „Die Nachfrage nach Neubauwohnungen und Häusern übersteigt das Angebot.“ Trotz hoher Preise wurden alle Bauvorhaben zeitig verkauft. Doppelhaushälften, Reihenhäuser und Gartenwohnungen „sind absolute Mangelware“.

Geretsried

Noch unter dem Wolfratshauser Niveau liegen die Immobilienpreise in der Nachbarstadt Geretsried. „Im Herbst 2018 haben sie aber im Bestand und Neubau angezogen“, berichtet der IVD. Ein Grund dafür ist die anstehende Verlängerung der S-Bahn-Strecke in die größte Stadt des Landkreises. Deshalb ist auch in den kommenden Jahren mit einem weiteren Preis-Anstieg zu rechnen. Neue Eigentumswohnungen in Top-Lage wechseln für Preise ab 4600 Euro pro Quadratmeter den Besitzer. Gebrauchte Eck- sowie Doppelhäuser kosten zwischen 480 000 und 580 000 Euro. Eines der größten sozialen Bauvorhaben entsteht derzeit auf dem Lorenz-Areal, wo ein neues Wohnviertel mit 800 Wohnungen gebaut wird. 30 Prozent der Wohneinheiten sind einkommensorientiert gefördert, genauso viele sind frei finanzierte Mietobjekte. Die übrigen 40 Prozent des Vorhabens sind Eigentumswohnungen. Das derzeit bestehende Angebot an Mietwohnungen ist „überschaubar“, laut IVD fehlt es „nach wie vor besonders an Wohnungen im unteren Preisniveau“. Geretsried, ohnehin schon die einwohnerstärkste Stadt im Landkreis, wird in den kommenden fünf Jahren um 2000 bis 3000 Einwohner wachsen.

Wolfratshausen

Die Loisachstadt ist als Wohnstandort sehr beliebt. Die Nähe zu München, ein hoher Freizeitwert und auch die gute Anbindung an die Infrastruktur sind Gründe für die ungebrochen hohe Nachfrage. „Unabhängig davon, ob es sich um Objekte zur Eigennutzung oder als Kapitalanlage handelt“, so der IVD-Bericht. Mit neuen Eigentumswohnungen nehmen Bauträger pro Quadratmeter fast 6000 Euro ein – ein Spitzenwert. Auch Doppelhaushälften wechseln den Besitzer zu hohen Preisen. Bis zu 800 000 Euro können Verkäufer verlangen. Wer in Wolfratshausen bauen möchte, hat es nicht leicht: „Baugrundstücke sind heiß begehrt. Im Stadtgebiet gibt es derzeit kaum Bauträgermaßnahmen.“

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Icking

Die Nachfrage nach Wohnraum in Icking ist ungebrochen hoch. „Immobilien werden hier auf hohem Preisniveau gehandelt“, sagt der IVD-Report. Bestehende Doppelhaushälften werden zu etwa 650 000 Euro angeboten, für Neubauten legt man etwa 730 000 Euro auf den Tisch. In der Gemeinde gilt die Regelung, dass ein Grundstück für ein Einfamilienhaus mindestens 900 Quadratmeter, ein Doppelhaushälften-Grundstück je Wohnung mindestens 600 Quadratmeter groß sein muss. „Das verstärkt zwar den exklusiven Charakter der hübschen Gemeinde“, urteilt der IVD, „reduziert allerdings das Angebot auch deutlich“. Auf dem teuersten Pflaster des Landkreises bezahlt man etwa 1,1 Millionen Euro für ein Einfamilienhaus.

Egling

Ein- und Zweifamilienhäuser dominieren die Bebauung in Egling. Weil Baugrund hier relativ niedrig ist, sind die Grundstücke bei Doppelhaushälften vergleichsweise üppig. In Egling gibt es relativ wenig Bautätigkeit. Eines der raren Prohekte in der Gemeinde ist der Bau von zwei Reihen- und zwei Doppelhäusern mit insgesamt zehn Wohnungen an der Alten Tölzer Straße in Deining.

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Benediktbeuern

„Sehr hoch“ ist die Nachfrage nach Immobilien und Baugrundstücken in Benediktbeuern. Vor allem Reihenmittel-, Einfamilien und Doppelhäuser zur Eigennutzung sind sehr stark nachgefragt. Langsam drängen wieder Kapitalanleger auf den Markt, die sich von der Niedrigzinsphase angelockt fühlen. „Die Gemeinde Benediktbeuern ist bei der Ausweisung von Baugebieten sehr restriktiv“, berichtet der Immobilienverband. „Die Nachfrage übersteigt das spärliche Angebot deutlich.“ Ähnlich ist die Situation auf dem Mietmarkt.  

Dominik Stallein

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