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Acht Monate nach der Schlüsselübergabe an den Badehausverein hat der Bauausschuss den Bauantrag genehmigt. 

Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald

Badehaus: Die Handwerker kommen

Wolfratshausen  - Nächsten Monat sollen die Handwerker im Badehaus am Kolpingplatz in Waldram anrücken. Der Bauausschuss genehmigte den Bauantrag. Die benötigten 1,7 Millionen Euro für den Umbau haben die Ehrenamtlichen beisammen.

Im Jahr 2017 möchte der Verein Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald seine Dokumentations- und Begegnungsstätte im ehemaligen Badehaus am Kolpingplatz in Waldram eröffnen. Der Bauausschuss des Wolfratshauser Stadtrats ebnete am Mittwochabend den Weg dafür mit einem einstimmigen Votum für den Umbau und die Nutzungsänderung des Gebäudes.

Die Pläne von Architekt Martin Bruckner aus Geretsried sehen vor, dass das Erdgeschoss – wie von der Stadt gefordert – ausschließlich als Museum beziehungsweise Dokumentations- und Begegnungsstätte für die Geschichte des ehemaligen Lagers Föhrenwald und andere Aspekte jüdischen Lebens in Wolfratshausen und Umgebung genutzt wird. Dort sollen die Dauerausstellungen über die Zeit des Nationalsozialismus, den Todesmarsch, die DP-Lagerzeit und die Ankunft der Heimatvertriebenen sowie ein Veranstaltungsraum untergebracht werden.

Im Obergeschoss entsteht ein „Wald der Erinnerung“. Vereinsvorsitzende Dr. Sybille Krafft hofft, gemeinsam mit Schülern immer neue Bäume mit Zeitzeugenberichten und -fotos symbolisch pflanzen zu können.

Im Untergeschoss schließlich, vom Verein wegen der guten Belichtung „Gartengeschoss“ genannt, wird an die ehemalige Mikwe, das jüdische Ritualbad, mit einer nachempfundenen Installation erinnert. Außerdem ist dort ein Multifunktionsraum geplant. Er ist außerhalb der Museums-Öffnungszeiten dauerhaft an einen Verein vermietet, der dort Jugendarbeit betreibt und musiziert.

Die Mieteinnahmen brauchen die Ehrenamtlichen für den Unterhalt ihres Dokumentations- und Begegnungszentrums. Näheres möchte Zweiter Vereinsvorsitzender Wolfgang Saal erst sagen, wenn der Mietvertrag unterschrieben ist. Die berechnete Summe für Umbau und Renovierung in Höhe von 1,745 Millionen Euro habe der Verein beisammen. Architekt Bruckner werde jetzt die Ausschreibungen für die Arbeiten vorbereiten. Wie berichtet schießt die Stadt 500 000 Euro für das Projekt zu, nachdem der Verein einen von ihr geforderten Zehn-Punkte-Plan erfüllt hat.

Die Bürger fürs Badehaus haben bereits drei Tage für den Museumsbetrieb festgelegt: Freitag, Samstag und Sonntag von jeweils 10 bis 16 Uhr. Der Freitag soll vor allem für Schulklassen freigehalten werden, Samstag und Sonntag sind für die Öffentlichkeit gedacht. Nach Schließung des Museums können im Veranstaltungsraum im Erdgeschoss und im Multifunktionsraum im Gartengeschoss Versammlungen des Vereins, Lehrveranstaltungen wie Vorträge, Seminare, Tagungen, Zeitzeugengespräche und Gedenkabende stattfinden. Das Haus soll nach dem Willen von Dr. Sybille Krafft auch für wissenschaftliche Arbeiten zur Verfügung stehen. Insgesamt sind 16 Stellplätze am Gebäude vorgesehen. Um Engpässe zu vermeiden, hat der Bauausschuss beschlossen, die Anzahl der Besucher bei Veranstaltungen auf 80 Personen zu begrenzen.

Tanja Lühr

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